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"Hello-Markets" in Schanghai

Auslandseinsatz, Schanghai, Roche, [Quelle: sxc.hu, Autor: kdelacruz]

Auslandseinsatz, Schanghai, Roche, [Quelle: sxc.hu, Autor: kdelacruz]

Roche-Mitarbeiter haben einige Gelegenheiten, im Ausland zu arbeiten. Das liegt an den Standorten, die über die ganze Welt verteilt sind. Dr. Inga Böll verschlug es von Penzberg nach Schanghai.

 

Was hat Sie ins Ausland getrieben?
Bei Roche gibt es immer wieder interne Angebote für Stellen im Ausland. Ich war zwar für Roche schon oft mehrere Wochen im Ausland unterwegs, aber länger noch nicht. Das wollte ich ändern.

Wieso haben Sie sich für Schanghai entschieden?
Ich wollte gern nach Asien. Wegen des großen Marktpotentials stand Schanghai bereits fest. Schlussendlich war ich begeistert von dieser Wahl. China entwickelt sich unglaublich, das reißt einen mit. 

Können Sie denn Chinesisch?
Ich hatte ein paar Chinesisch-Stunden, aber die Sprache ist einfach zu schwer. In China rechnet eigentlich sowieso niemand damit, dass man Chinesisch kann. Die Kollegen sprechen alle Englisch. Aber außerhalb des Büros hilft selbst ein wenig Chinesisch sehr viel – wenn man die Zahlen, Hallo und Tschüß kann, macht das schon Einiges einfacher.

War der Kulturschock groß?
Oh ja! Ich kam aus Penzberg mit 14.000 Einwohnern in eine Millionen-Stadt. Und ich habe mitten in der City gewohnt – das war schon eine große Umstellung.

Und mit den Menschen sind sie gut klar gekommen?
Als Westler wird man meiner Erfahrung nach viel angesprochen. Die Chinesen mögen das und haben auch keine Hemmungen. Für mich war das kein Problem. Ein Engländer allerdings, der mir mal in einem Elektronik-Markt entgegenkam, hatte Schweißperlen auf der Stirn. Er musste da raus und ich sagte nur: "Sie sind wohl noch nicht lange hier".

Was sind das für Elektronik-Märkte?
Es gibt große Einkaufsstraßen mit vielen, kleinen schlauchartigen Elektronik-Märkten. Bei uns hatten diese Märkte den Spitznamen "Hello-Market" - weil die Händler immer "Hello, hello, hello" zu einem sagen und uns in ihre Läden locken wollten. "Nein, danke" war das erste, was ich wirklich gut auf Chinesisch sagen konnte.

Mussten Sie sich besonders auf den Aufenthalt vorbereiten, zum Beispiel mit Kursen?
Da ich vorher schon viel auf Dienstreisen unterwegs war, kannte ich mich ganz gut aus. In China habe ich dann aber noch einen Roche-internen interkulturellen Kurs gemacht. Es ging vor allem um die Fettnäpfchen, in die man als Ausländer treten kann. Ich muss aber sagen, dass viele Chinesen, gerade in der Geschäftswelt, vertraut sind mit der westlichen Kultur. Daher gab es keine großen Probleme.

Was war Ihre Aufgabe in Schanghai?
Ich war ein Jahr dort und habe eine Abteilung für den Kundenservice aufgebaut. Es gibt immer mehr Roche-Kunden in Asien, daher war es sinnvoll, auch in der Region stärker vertreten zu sein.

Wie haben Sie die unterschiedlichen Arbeitsweisen empfunden?
Die sind mir schon aufgefallen und ich musste mich auch anpassen. Wenn in Deutschland beispielsweise ein Kunde anruft, lässt man sich das Problem haargenau schildern und versucht dann, eine Lösung zu liefern. In Asien fährt man direkt zum Kunden hin, auch wenn man eigentlich noch gar keine Komplettlösung parat hat. So wird aber die Wertschätzung dem Kunden gegenüber ausgedrückt, was oft viel wichtiger ist, als das eigentliche Problem sofort vollständig zu lösen.

Was haben Sie für Ihre jetzige Arbeit aus dem Aufenthalt mitgenommen?
Da ich weiter international arbeite, helfen mir die Eindrücke aus Asien. Vor allem bei Verhandlungen. Ich weiß, was erwartet wird und kann die Herangehensweise des Gegenübers besser verstehen.

Wie war die Rückkehr nach Deutschland?
Was man nicht unterschätzen sollte, ist der Kulturschock bei der Rückkehr. Ich habe mich schon ziemlich gewundert, wie anstrengend es ist, sich wieder einzugewöhnen. Und das bereits nach nur einem Jahr.

Haben Sie Tipps für andere, die im Ausland arbeiten wollen?
Wenn man ins Ausland geht, muss man der neuen Kultur gegenüber aufgeschlossen sein. Ich habe mitbekommen, dass einige Ausländer mit der chinesischen Kultur gar nicht klarkamen und die dann versuchten, ihre Vorstellungen den Gastgebern aufzuzwingen. Man sollte sich das Land, in das man geht, vorher zumindest mal anschauen.

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