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Was nicht ist, wird noch werden

Agiles Arbeiten [Quelle: Roche Diagnostics]

Quelle: Roche

Noch ist agiles Arbeiten nicht in allen Bereichen im Arbeitsalltag von Roche angekommen. Doch Dr. Carsten Rausch arbeitet als Kopf des Teams "Agile Partner" daran, dies zu ändern: Welche Vorteile ein agiles Arbeitsumfeld bietet und wieso man für Veränderungen offen sein muss.

Von der Idee bis zur Umsetzung

Ich bin schon viele Jahre bei Roche Diagnostics, doch mich überrascht immer wieder, dass sich trotz der strukturbedingten starken Regulierung neue Dinge schnell und erfolgreich durchsetzen lassen. Das heißt, wir nehmen uns etwas vor und setzen es auch um – so auch das Thema "agiles Arbeiten".

Vor ungefähr einem Jahr begann ich, mich intensiver damit zu beschäftigen und co-gründete die Projektgruppe "Agile Partner". Ein externer Coach hat uns in die Methoden eingeführt und auch erklärt, was wir in Bezug auf die Kundenorientierung noch verbessern können. Mit diesem Wissen haben wir als Agile Partner eine Coaching-Ausbildung ins Leben gerufen und konnten innerhalb von vier Wochen über 50 Mitarbeitende in unserer Organisation dafür begeistern. Da immer mehr Interesse zeigten, merkten wir schnell, dass es keine One-fits-all-Lösung gibt – der eine möchte sein Projekt mit agilen Methoden aufsetzen, der andere wissen, wie agiles Arbeiten überhaupt funktioniert. Seitdem haben wir verschiedene Module, sodass jeder, der interessiert ist, auch Teil des Veränderungsprozesses sein kann.

Was der Kunde wirklich will

Unser Ziel ist eine zufriedene Kundschaft. Doch wissen wir oft nicht, wie wir dieses Ziel am besten erreichen können. Sich das einzugestehen, ist ein Prozess, der nicht ganz einfach, jedoch äußerst lohnenswert ist. An diesem Punkt setzt bei uns das agile Arbeiten ein. Wir schaffen es durch motivierte Kollegen, die die Dinge hinterfragen und wissen wollen, mit welchem Zweck sie eine bestimmte Aufgabe erledigen sollen. Sie sind nicht mehr bereit, Zeit in Aufgaben zu stecken, die keinen Mehrwert für ihre Kunden haben. Daher versuche ich Meetings und Termine nur dann wahrzunehmen, wenn sie zielführend für meine Projekte sind oder gebe Zeiten vor, die gut in meinen Rhythmus passen. Es ist wichtig, nicht nur mit agilen Methoden zu arbeiten, sondern auch eine agile Denkweise zu verinnerlichen. Und genau dieser Mindset-Change findet im Moment bei uns im Unternehmen statt – das ist großartig.

Von den Kleinsten lernen

Kinder sind in Sachen agiles Arbeiten für mich große Vorbilder. Sie sind diejenigen, die von Natur aus agil denken und handeln – das sehe ich auch bei meinen eigenen Kindern täglich. Obwohl sie immer wieder scheitern – zum Beispiel, wenn sie Laufen lernen – hören sie nicht auf, es zu versuchen. Sie können mit Frustration umgehen. Schade daran ist, dass ihnen das agile Mindset im Kindergarten, in der Schule und an der Universität wieder "verlernt" wird. Später im Job müssen sie es sich dann wieder mühsam antrainieren.

Bye bye Führungskraft?

Stichwort Führungskräfte – ein weiterer nicht zu vernachlässigender Aspekt beim agilen Arbeiten. Was bedeutet Führung in einer agilen Welt? Wofür brauchen wir Führungskräfte, wenn unsere Mitarbeiter in selbstorgansierten Teams arbeiten? Hier bemerken wir einen enormen Wandel. Wir brechen mit alten Strukturen und Arbeitsabläufen und hören auf, Zeit in Aufgaben zu stecken, die letztlich keinen Nutzen für den Kunden haben. Wir sparen uns interne Meetings, in denen wir unsere Zwischenergebnisse vorstellen, denn das, was zählt, ist das Endergebnis, mit dem der Kunde zufrieden ist. Unsere Teams mit ihren Product Ownern schaffen es selbst, strukturiert und organisiert zu arbeiten. Ich bin froh, dass wir bei Roche die Chance bekommen, Veränderungen voranzutreiben und aus Fehlern zu lernen. Meiner Meinung nach können wir nur so langfristig etwas bewegen und besser werden.

Vorteil Flexibilität

Unser Geschäftsmodell wird noch ein paar Jahre so funktionieren, doch die Digitalisierung bringt weitere Veränderungen mit sich. Wir müssen uns anpassen – wenn wir nicht agil denken und arbeiten, geht der Markt an uns vorbei. Aber das ist das Schöne daran: Man ist anpassungsfähig und kann flexibel reagieren – das wird eine unserer Stärken sein!

Heißt agil gleich digital?

Agiles Arbeiten und Digitalisierung überschneiden sich in vielen Punkten. Man kann digitale Produkte auf eine agile und nicht-agile Weise erstellen und Agilität auch in der nicht-digitalen Welt leben. Da die Digitalisierung den Markt jedoch verändert und wir noch nicht wissen, wie dieser in Zukunft aussehen wird und welche Probleme auf welche Lösungen treffen werden, ist agiles Arbeiten die beste Methode, auf dieses dynamische Marktumfeld zu reagieren.

Mehr als Methoden

Entscheidend ist, dass wir unser Mindset anpassen. Agiles Arbeiten ist nicht mit agilen Methoden gleichzusetzen. Das veranschauliche ich gerne mit der Eisberg-Metapher: Das Sichtbare sind die Methoden. Die Auswirkungen, die du als Unternehmen durch das Anwenden agiler Methoden spürst, sind gering. Der unsichtbare Teil des Eisbergs ist das Mindset, die Denkweise oder innere Haltung zu dieser Arbeitsweise. Dieser Teil hat bedeutende Auswirkungen für das Unternehmen. Jetzt fangen wir mit den Methoden wie zum Beispiel dem Kanban-Board, Scrum, Hackathon oder Design Thinking an. Unser eigentliches Ziel ist aber die Veränderung der Denkweise unserer Mitarbeiter. Das Schöne daran: Unsere Mitarbeiter wollen diesen Weg gehen und das motiviert mich jeden Tag aufs Neue.

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