Partner von:

Banking & Capital Markets – Beratung eines FinTech-Unternehmens

[Quelle: unsplash.com]

Der Bereich Banking & Capital Markets ist eine ideale Einstiegsmöglichkeit für angehende Juristen. In der Fallstudie bekommst du einen ersten Eindruck davon, wie wirtschaftliche Hintergründe juristischer Fragestellungen aussehen können und welche Aufgaben und Herausforderungen dich erwarten.

Rechtsgebietsübergreifende Anwaltstätigkeit

Die Tätigkeit als Rechtsanwalt im Bereich Banking & Capital Markets bietet Einblick in verschiedene Branchen der Wirtschaft und Geschäftsmodelle von Unternehmen. Am Kapitalmarkt werden sowohl internationale Großbanken als auch Industrieunternehmen, Fonds und Staaten, aber auch mittelständische Unternehmen tätig, sei es als Intermediär oder als Emittent, der sich über die Kapitalmärkte finanzieren möchte.

Der Rechtsanwalt wird dabei zu Fragestellungen angesprochen, die verschiedenste Rechtsgebiete berühren. Neben speziellen bank- und finanzrechtlichen Vorschriften begegnen ihm regelmäßig anspruchsvolle Fragen aus dem allgemeinen Zivilrecht und dem öffentlichen Recht. Eine Wirtschaftskanzlei wie Clifford Chance wird für unterschiedliche Rollen mandatiert und berät bei Kapitalmarkttransaktionen auf wechselnden Seiten. Durch den regelmäßigen Perspektivwechsel gestaltet sich die Tätigkeit sehr abwechslungsreich. Hierzu gehören unter anderem die Erstellung von Gutachten, die den Entscheidungsträgern als fundierte rechtliche Grundlage für das weitere Vorgehen dienen.

Im fortgeschrittenen Stadium einer Transaktion erhalten die Rechtsanwälte den Auftrag, die Vertragsdokumentation anzufertigen oder Behördliche Verfahren zu betreuen. Trotz oder gerade wegen dieses umfangreichen Tätigkeitsgebiets haben sich im Bereich Banking & Capital Markets die Teams weiter spezialisiert. Das tägliche Geschäft als Rechtsanwalt erfordert gute Koordination und Teamworking Skills. Wichtig ist dabei stets, die wirtschaftlichen Hintergründe der juristischen Fragestellung zu verstehen und die eigenen Überlegungen auch einem Nichtjuristen nachvollziehbar darlegen zu können. Gleichzeitig muss beispielsweise in Verhandlungen mit Anwälten der Gegenseite auch eine äußerst präzise und umfassende juristische Diskussion geführt werden können.

Aufbau einer Kreditplattform auf Basis einer Kryptowährung – Gutachten zur aufsichtsrechtlichen Zulässigkeit

Eine besonders anspruchsvolle Tätigkeit für einen Rechtsanwalt im Bereich Banking & Capital Markets bietet die Beratung von Unternehmen aus dem Bereich der Finanztechnologie (FinTech). Neben neuen Produkten, Vertriebs- und Beratungskonzepten haben von diesen Unternehmen entwickelte Lösungen regelmäßig den Anspruch, die Transaktionskosten im Vergleich zu etablierten Angeboten in der Banken- und Finanzbranche zu senken. Die neuartigen Geschäftsmodelle und technischen Lösungen treffen allerdings auf Rechtsvorschriften, die nicht selten vor Jahrzehnten erlassen worden sind. Auch wenn das deutsche Recht für aktuelle Entwicklungen teilweise überraschend offen ist, fordern die FinTechs von dem beratenden Rechtsanwalt oft eine besondere Transferleistung.

Als Praxisbeispiel soll die Anfrage einer Investmentbank im Vorfeld der Etablierung einer Finanzierungsplattform dienen. Der Mandant wollte zunächst verstehen, ob für das Geschäftsmodell der Plattform Erlaubnisse durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) notwendig sind. Die Plattform beabsichtigte eine Vermittlung von direkten Darlehen zwischen Unternehmen und Investoren. Um weitere Währungsumtauschkosten zu sparen und die Darlehen nahezu in Echtzeit auszahlen zu können, sollten die Darlehen in einer eigens dafür entwickelten Kryptowährung abgewickelt werden.

Zunächst wurden in einem Mandantengespräch der Sachverhalt und die Anforderungen abgestimmt. Im zweiten Schritt folgte die juristische Recherche. Dabei konnten auch Referendare und wissenschaftliche Mitarbeiter unterstützend tätig werden. Dem Rechercheauftrag ging eine ausführliche Besprechung der Fragestellung voraus. Der Sachverhalt und die Problemschwerpunkte wurden besprochen und bereits erste Gestaltungsideen zusammengetragen.

Bei der rechtlichen Beurteilung wurden gesetzliche Bestimmungen fast aller Rangstufen relevant, von unionsrechtlichen Verordnungen und Richtlinien bis zu Verwaltungsvorschriften. Hier seien insbesondere die Veröffentlichungen der BaFin bzw. der European Banking Authority (EBA) erwähnt. Die jeweilige Behörde äußert darin, wie zahlreiche Vorschriften aus ihrer Sicht auszulegen sind. Daneben mussten natürlich Gerichtsentscheidungen sowie wissenschaftliche Ausführungen gewürdigt und berücksichtigt werden.

Nach der Besprechung des Konzepts für das Gutachten wurde ein erster Entwurf erstellt. Hier konnten die Referendare und wissenschaftlichen Mitarbeiter der anwaltlichen Tätigkeit sehr nah kommen und bei der Erarbeitung einzelner Abschnitte unterstützen.

Als Ergebnis erhielt der Mandant eine Antwort auf die von ihm gestellten Fragen in Form eines Gutachtens mit einer rechtlichen Bewertung des Vorhabens.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.