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"Ich lerne immer noch täglich dazu"

Betina Wunderlich ist Partnerin bei Accenture [Quelle: pexels.com, Autor: Natalie B]

Quelle: pexels.com, Natalie B

Partnerin bei Accenture werden – das stand so nicht auf der Bucket List von Betina Wunderlich. Warum sie schon seit 18 Jahren bei Accenture arbeitet und was sie Studentinnen rät, erklärt die Beraterin im Interview.

Frau Wunderlich, Sie sind Partnerin bei Accenture – sind Sie in dieser Position eine Ausnahme oder haben Sie weibliche Kolleginnen?

Ich habe durchaus Partner-Kolleginnen und die Zahl der Frauen in Führungspositionen wächst, aber es könnten noch mehr sein. Deshalb haben wir uns hier auch ambitionierte Ziele gesteckt und fördern das entsprechend. Das Problem ist nämlich nicht, dass es nicht genügend weibliche Talente gibt. Manche Frauen ticken aber vielleicht anders als Männer, sie definieren sich nicht so sehr über ihren Beruf und ihren Status. Wir möchten daher bei Accenture Frauen motivieren, sie gezielt fördern und ihnen bewusst machen, dass sie mehr können, als sie vielleicht denken. Außerdem tut Diversität den Teams gut, das wissen auch die Männer bei uns.

Was tut Accenture, um Frauen zu fördern?

Accenture fördert Vielfalt generell im Rahmen der offenen Firmenkultur. Für Frauen haben wir zum Beispiel Coaching-Programme, bei denen erfahrene Mitarbeiter talentierte Frauen unterstützen und begleiten. Die Kolleginnen können sich mit ihren Mentoren austauschen, Fragen besprechen und ihre Karriere planen. Auch ich selbst bin Mentorin.

Wir kümmern uns auch um die Vereinbarkeit von Berufsleben und Familie – was natürlich nicht nur Frauen betrifft, sondern auch Männer. Für Eltern haben wir das "Parental Leavers Network" eingerichtet, über das wir auch während der Elternzeit mit den Kollegen Kontakt halten. Wir überlegen uns gemeinsam, wie wir den Wiedereinstieg in den Job so organisieren können, dass Arbeit und Familie gut vereinbar sind.

Wir merken bereits, dass unsere Förderung Wirkung zeigt: Frauen auf Manager-Level sind mittlerweile viel selbstbewusster. Generell ist es wichtig, dass sich Frauen stärker vernetzen und sich aktiver in neue Rollen einbringen.

Wie kann man konkret bei Accenture Karriere und Privatleben vereinbaren?

Accenture hat dafür viele verschiedene Lösungen. Unter anderem ermöglichen wir verschiedene Teilzeitmodelle, wir gehen bewusst auf individuelle Situationen ein. Und das ist nicht nur so dahingesagt – es gibt viele Beispiele dafür, dass Teilzeitmodelle angewandt werden und sehr gut funktionieren, sogar auf Partner-Ebene.

Erfreulicherweise hat das Verständnis bei den Kunden auch zugenommen. Sie akzeptieren es meist, wenn ein Mitarbeiter von uns in Teilzeit arbeitet – das war vor zehn Jahren noch anders. Ein Kunde hat sogar einmal eine Kollegin, die in Teilzeit arbeitet, explizit wieder für das nächste Projekt angefordert, weil sie so gute Arbeit geleistet hat und in ihrer Teilzeit mindestens genau so viel geschafft hat wie manch anderer in Vollzeit.

Allerdings wird bei Accenture durchaus Reisebereitschaft gefordert. Wenn einem das grundsätzlich nicht gefällt, ist man in der Beratung nicht unbedingt richtig aufgehoben. Natürlich gibt es Ausnahmen, wenn zum Beispiel frisch gebackene Eltern wieder zurück in die Arbeit finden wollen.

Was raten Sie Frauen, die in der Beratung Karriere machen möchten?

Ich finde, dass Frauen viele Dinge mitbringen, die im Beratungsgeschäft wichtig sind: Eine sehr gute Ausbildung, viel Empathie, Energie und analytisches Verständnis zum Beispiel. Ich rate Studentinnen: "Probiert es aus! Wenn ihr ein Praktikum macht, werdet ihr merken, ob euch der Beruf gefällt." Manche Frauen trauen sich die Beratertätigkeit nicht zu. In solchen Fällen erzähle ich als Mentorin von mir selbst, von Momenten, in denen ich mir etwas zuerst nicht zugetraut habe und es dann doch gut funktioniert hat. Ich will vermitteln: Ihr könnt das, geht mit euren Ideen nach vorne, und auch wenn ihr drei Mal nicht gehört wurdet – bleibt dran! Das ist meiner Meinung nach das Wichtige: nicht aufgeben!

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Jeder Tag ist anders, das ist gerade das Tolle! Ich habe einen Hauptkunden, bei dem ich häufig vor Ort bin, und zusätzlich verantworte ich weitere Projekte. Dabei beschäftige ich mich hauptsächlich mit strategischen Fragen: Wo sind die Felder, in denen sich der Kunde weiterentwickeln kann? Welchen Bedarf hat er – von dem er selbst vielleicht noch gar nichts weiß? Derzeit ist natürlich Digitalisierung ein großes Thema: Wie sieht eine optimierte Interaktion mit dem Endkunden aus? Welche Kanäle nehmen Endkunden in Anspruch? Welche Rolle wird die Bank-Filiale in der Zukunft spielen? Was passiert, wenn die großen Tech-Unternehmen ins Banking einsteigen?

Das Schöne bei Accenture ist, dass wir nicht nur die strategische Komponente haben, sondern uns auch um die Umsetzung kümmern. Ich finde das spannend, denn man kann den Kunden nur dann guten Gewissens eine Lösung empfehlen, wenn man sie selbst schon einmal umgesetzt hat und die Fallstricke kennt. Darüber hinaus beschäftige ich mich natürlich auch viel mit Personalthemen: Mitarbeiterführung, Recruiting und Weiterentwicklung der Kollegen.

Wieso haben Sie sich für Accenture entschieden und nicht für die Arbeit in einer Bank oder Versicherung?

Vor meinem Studium habe ich eine Banklehre absolviert, anschließend aber festgestellt, dass ich noch andere Bereiche kennenlernen möchte. So kam ich auch zur Beratertätigkeit: Ich hatte Lust auf unterschiedliche Themen. Allerdings hätte ich nie gedacht, dass ich 18 Jahre bei Accenture bleiben würde. Hier hat mir von Anfang an die Firmenkultur sehr gut gefallen – das habe ich schon im Vorstellungsgespräch gemerkt. Da wurde uns vermittelt: "Ihr tretet nicht gegeneinander an, sondern wir nehmen alle, die gut sind." Ellenbogenkultur gibt es bei Accenture nicht. Das starke Team-Gefühl überträgt sich auch auf unsere Arbeit – und wenn wir als Team gut zusammenarbeiten, können wir die beste Leistung für den Kunden erbringen.

Wie haben Sie selbst sich bei Accenture weiterentwickelt?

Ich habe ganz klassisch als Analystin angefangen. Mein erstes Projekt war direkt das damals größte in unserem Bereich "Financial Services". Es dauerte insgesamt um die vier Jahre und war durchaus herausfordernd. Aber die Arbeit daran hat uns Kollegen zusammengeschweißt – von dem Netzwerk, das ich mir dort aufgebaut habe, profitiere ich heute noch.
Ich hatte nie einen Masterplan und habe nie gesagt: "In zehn Jahren möchte ich Partnerin sein!". Ich wollte einfach Spaß an meinem Job haben und meine Arbeit bestmöglich erledigen. Das bringt einen dann schon recht weit.

Was war Ihr spannendstes Projekt?

Mein erstes Projekt, das ich gerade schon erwähnt habe, war das prägendste. Dabei habe ich Beratung von der Pike auf gelernt, vom Fachkonzept bis zum Go Live. Wir haben bei diesem Projekt das komplette System einer Bank erneuert und zusätzlich noch einen Post Merger durchgeführt, also die Zusammenführung von zwei verschiedenen Systemen nach einer Übernahme.

Inhaltlich spannend sind für mich jetzt aber vor allem die Projekte, die ich in letzter Zeit bearbeite. Dabei überlege ich mir zusammen mit den Kunden ein ganzheitliches Konzept für die Arbeit der Bank: Wie kann sich die Bank mit anderen Anbietern vernetzen? Wie kann sie möglichst frühzeitig erkennen, welchen Bedarf der Kunde hat? Mit welchen Unternehmen können Geldinstitute zusammenarbeiten, um sich zu präsentieren? Wie kann eine Kooperation mit FinTechs aussehen? Diese strategischen Fragestellungen bringen auch mich selbst inhaltlich sehr voran, sodass ich täglich Neues lerne.

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