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"Es ist mir wichtig, mein Umfeld selbst zu gestalten"

Frauen in Führungspositionen (©Rob - Fotolia.com)

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Jung, weiblich, gut ausgebildet, sucht... eine Führungsposition. Aber wie steht es wirklich um die Vereinbarkeit von Familie und Führungsjob? Was macht eine gute Chefin aus? Und wieso kann ein weiblicher Boss schon mal die Karnevalsstimmung trüben? Drei Managerinnen von Roche verraten es.

Eine regionale Verkaufsleiterin im Interview

Wollten Sie schon immer Chefin werden?

Ja, ich denke schon. Ich hatte schon früh das Bestreben, Verantwortung für mich und andere zu übernehmen. Mir macht es Spaß, strategisch arbeiten zu können und Dinge selbst zu gestalten. Ich treffe gerne Entscheidungen und versuche, andere für meine Ideen zu gewinnen und zu begeistern. Gleichzeitig ist es mein Ziel, ein Umfeld zu schaffen, in dem ich und meine Mitarbeiter gerne arbeiten und das uns zu Höchstleistungen motiviert. Deswegen habe ich mich auch für das Traineeprogramm "Management Start Up Programm Marketing & Sales“ bei Roche Diagnostics entschieden, das gezielt auf eine Führungsposition vorbereitet.

Haben Sie auch schon mal gedacht: Oh, das ist jetzt vielleicht eine Nummer zu groß?

Ich habe direkt nach dem zweijährigen Traineeprogramm meine jetzige Stelle als Abteilungsleiterin im Vertrieb übernommen. Meine Mitarbeiter waren damals alle älter als ich und hatten deutlich mehr Erfahrung. Ich habe mir anfangs sehr wohl die Frage gestellt, welchen Mehrwert ich in meinem Team leisten kann. Letztlich war es ein Prozess. Ein wichtiger Faktor war, die Erfahrung meiner Mitarbeiter anzuerkennen, sie in Entscheidungen einzubinden und ihre langjährige, erfolgreiche Arbeit wertzuschätzen, und auch von ihnen zu lernen. Gleichzeitig konnte ich mein betriebswirtschaftliches Wissen und meine Fähigkeiten in der Führung einbringen und so das Team auf die Zukunft ausrichten.

Wie viel Freizeit lässt Ihnen Ihr Beruf?

Ich mag meinen Job sehr gerne, arbeite aber auch viel. Trotzdem nehme ich mir ausreichend Zeit für meine Freunde und meine Hobbys wie Beachvolleyball und Joggen. Der Vorteil im Vertrieb ist: Ich habe einen großen Einfluss darauf, wie ich meine Arbeitszeit gestalte. Letztendlich bin ich selbst verantwortlich dafür, mir ausreichend Freiräume zu schaffen, was zugegebenermaßen nicht immer einfach ist.

Wie sieht es bei Roche mit Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus?

Ich selbst habe keine Kinder, daher kann ich nicht aus persönlicher Erfahrung sprechen. Aber es gibt durchaus sehr positive Beispiele in meinem Umfeld. Eine Kollegin hat zum Beispiel noch während ihres Mutterschutzes eine Management-Funktion angeboten bekommen und hat diese Stelle seither inne. Es ist sicher eine Herausforderung, Familie und Beruf zu vereinbaren, aber mit Selbstdisziplin und viel Organisationstalent kann das funktionieren. Außerdem bietet Roche aktive Unterstützung: Es gibt an den Standorten Mannheim und Penzberg jeweils eine Kita, auch werden zum Beispiel für schulpflichtige Kinder Betreuungsprogramme während der Schulferien angeboten.

Was ist für Sie die größte Herausforderung an einer Führungsposition?

Flexibel zu bleiben. Die Balance zu halten zwischen Fordern und Fördern. Ich kann nicht mit jedem meiner Mitarbeiter in jeder Situation gleich umgehen, sondern muss erkennen, wie viel Führung und Unterstützung jeder Einzelne benötigt. Wie viele Freiräume jeder einzelne braucht, damit er sich wohlfühlt und eine gute Leistung erbringen kann. Die Herausforderung ist, seinen Führungsstil immer wieder zu hinterfragen und situativ anzupassen.

Welche Fehler sollte eine Führungskraft vermeiden?

Allein über die Vorgesetztenfunktion zu führen nach dem Motto: "Ich bin der Chef, deswegen habe ich das Sagen",  funktioniert aus meiner Sicht nicht. Ich denke, Erfolg stellt sich dann ein, wenn man den Mitarbeitern auf der einen Seite Verantwortung überträgt und sie nach Möglichkeit in Entscheidungen miteinbezieht. Auf der anderen Seite ist es wichtig, Transparenz zu schaffen, den Mitarbeitern darzustellen, wie bestimmte Entscheidungen zustande gekommen sind – auch in unbequemen Situationen! Darüber hinaus ist es unumgänglich, ihre Belange und Argumente ernst zu nehmen und ihnen ehrliche Wertschätzung entgegenzubringen. Nur so kann man Verständnis für Entscheidungsprozesse erzielen und erreichen, dass die Mitarbeiter hinter dem stehen, was sie tun und sich voll dafür einsetzen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, dann erzielt man mit einem zufriedenen, leistungsstarken Team gute Ergebnisse.

"Als Chefin kann ich festlegen, in welche Richtung es gehen soll"

Wie reagieren Mitarbeiter auf eine junge Frau auf neue Chefin? Teamleiterin Aleksandra Melke hat mit 27 ihre erste Führungsposition übernommen und an ihrem ersten Tag den ein oder anderen überraschten Blick auf sich gezogen.

Was macht einen guten Chef aus?

Ich finde es wichtig, dass ein Vorgesetzter eine Vorbildfunktion einnimmt. Man kann nichts einfordern, was man nicht einhält. Außerdem ist es wichtig, dass man gute Leistungen der Mitarbeiter anerkennt und lobt, andererseits aber auch Kritik offen äußert. Insgesamt halte ich einen offenen und respektvollen Umgang für sehr wichtig. Dabei muss man auch berücksichtigen, dass jeder auf seine eigene Art arbeitet. Wichtig ist es, klare Entscheidungen zu treffen und dann dabei zu bleiben. In jedem Fall muss ein guter Chef für seine Mitarbeiter da sein und sie unterstützen.

Füllen Frauen eine Führungsposition anders aus als Männer?

Nun, man sagt ja manchmal, dass Frauen besser zuhören können als Männer. Aber ich hatte auch schon männliche Vorgesetzte, die prima zuhören können. Ich würde auch nicht sagen, dass Frauen für bestimmte Positionen besser geeignet sind als Männer oder umgekehrt - ich denke, das hängt eher vom Charakter ab als vom Geschlecht. Ich kann nicht sagen, dass ich Vorteile habe gegenüber einem Mann, aber auch keine Nachteile.

Sind die Kollegen erstaunt über eine junge Frau als Chefin?

Ich habe da eine lustige Erfahrung gemacht. Ich war 27 und trat eine neue Stelle als Teamleiterin von 45 Mitarbeitern an. Alle waren deutlich älter als ich und hatten bisher nur männliche Vorgesetzte gehabt. Mein Team war fest davon überzeugt, dass auch der neue Chef ein Mann sein würde. An meinem ersten Tag traf ich im Aufzug zufällig schon auf zwei meiner künftigen Mitarbeiter, die aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, wer ich war. Es war Weiberfastnacht und die beiden Kolleginnen freuten sich schon: "Dem neuen Chef schneiden wir gleich mal die Krawatte ab!". Eine von beiden hatte schon eine Schere dabei. Als ich dann im Meeting als neue Chefin vorgestellt wurde, fielen ein paar Kinnladen. Am Anfang war das schon manchmal schwierig: Keiner war an einen jungen Chef gewöhnt, und dann "auch noch" eine Frau. Aber ich habe meinen Mitarbeitern zugehört, mich ihrer Fragen und Probleme angenommen, und dann hat die Zusammenarbeit gut geklappt.

Was schätzen Sie am Chefsein?

Sehr ansprechend finde ich, dass ich Probleme gemeinsam mit meinen Mitarbeitern lösen kann, und dass ich ihnen helfen kann, wenn sie nicht weiterkommen. Was mich außerdem reizt: Als Chefin kann ich festlegen, in welche Richtung es mit meinem Team gehen soll, ich kann die großen Linien bestimmen.

Wie unterstützt Roche Sie in Ihrer Führungsposition?

Ich kann viele Kurse und Seminare belegen. Dabei üben wir Unterschiedliches: Konfliktlösung im Team, adressatengerechte Kommunikation, Projektleitung über Abteilungsgrenzen hinaus, wie gibt man die Strategie vor? Außerdem unterstützt mich mein Vorgesetzter bei Fragen und Problemen. Und wir haben gute Ansprechpartner in der Personalabteilung, die uns zu Themen wie Elternzeit, Arbeitsverträgen und Arbeitsrecht beraten.

Im Interview verrät Roche-Mitarbeiterin Susanne Arbogast, ob man Führungsqualitäten lernen kann.

Welche Eigenschaften sollte eine gute Chefin haben?

Zum Chef geboren - oder dazu gemacht worden? Welche Eigenschaften sollte ein guter Chef haben? Medizinerin Susanne Arbogast hat Tipps – und berichtet, wie sie Familie und Job unter einen Hut bringt.

Kann man Führungsqualitäten lernen?

Ja, kann man. Ich denke, Führungsqualitäten sind eine Mischung aus persönlichen Voraussetzungen und Lernen. Es ist gut, wenn man seine Führungsqualitäten schon mal austesten konnte, zum Beispiel als Klassensprecher oder im Verein. Aber es gibt niemanden, der sich nicht noch verbessern kann. Man muss sich bewusst sein, dass es auch unangenehme Seiten am Chefsein gibt. Manche tun sich zum Beispiel schwer damit, negatives Feedback zu geben. Außerdem muss man lernen, sich auf Leute einzulassen und sie zu entwickeln.

Wie lernt man Chefsein?

Aus der Erfahrung selbst lässt sich schon viel lernen. Dann gibt es Trainings, die einem Situationen aufzeigen und Lösungen bieten. Man muss dann für sich entscheiden, ob einem diese Lösungen liegen, und natürlich sind sie auch nicht immer auf alle Situationen anwendbar. Hilfreich ist auch der Austausch mit Kollegen über Führungsangelegenheiten.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Führungspersönlichkeiten?

Authentizität, denn damit sind Chefs einschätzbar für die Mitarbeiter. Zuverlässigkeit. Charisma – das kann man nicht unbedingt lernen. Wichtig ist auch Transparenz: Chefs sollten offenes und unmittelbares Feedback geben. Verlässlichkeit ist auch wichtig - es erleichtert die Interaktion, wenn man sich auf Absprachen verlassen kann.

Stichwort Work-Life-Balance: Wie finden Sie den Ausgleich zwischen Beruf und Freizeit?

Das ist manchmal schwierig und klappt sicher nicht immer. Man muss erst lernen, auch mal abzuschalten und sich gezielt anderen Dingen zu widmen: Sport, Freunde, lesen, einfach nur ausspannen. Sport ist mir auch wichtig, ich fahre Ski und schwimme im Sommer viel.

Und wie steht es mit der Vereinbarkeit von Job und Familie?

Ich habe drei Kinder und arbeite Vollzeit. Daheim unterstützt mich eine Kinderfrau. Ich versuche es so einzurichten, dass ich einmal pro Woche am frühen Nachmittag nach Hause komme, um meinen Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen und Fahrdienste zu übernehmen. Die Organisation ist nicht immer ganz einfach und ein Lernprozess. Man kann zwar planen, aber gerade, wenn man Kinder hat, kommt oft etwas dazwischen. Dann ordnet sich die Freizeit ganz unter und der Beruf muss mitgemanagt werden.

Wie sieht es mit der berühmten gläsernen Decke aus - haben Sie das Gefühl, Frauen haben es manchmal schwerer, nach oben zu kommen?

Eigentlich sind die Voraussetzungen nicht spürbar unterschiedlich für Männer oder Frauen. Bei Roche wird Chancengleichheit gelebt. Aber das Problem ist vielschichtig: Nach wie vor bekommen die Frauen die Kinder, daher fallen sie für eine gewisse Zeit aus. Die eigentliche Herausforderung ist es aber, Familie und Beruf zu vereinbaren – da wird in der Arbeitswelt noch nicht genug getan. Andererseits kann der Arbeitgeber auch nicht alles leisten, viel hängt auch davon ab, wie Mann und Frau die

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