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Partner im Profil - Der frische Blick von außen

Frau Hau, wie ging es weiter, nachdem Sie von Basel nach Mannheim gewechselt waren?

2004 kam unsere Tochter auf die Welt, worauf ich eine kurze Auszeit nahm. Nach drei Monaten konnte ich aber schon wieder auf meine Position zurückkehren - mit einer reduzierten Wochenarbeitszeit von 30 Stunden. Das klappt auch bis heute weitestgehend sehr gut. Mittlerweile bin ich Abteilungsleiterin für Projektreporting und -steuerung im Site Engineering. Das Engineering koordiniert alle Bauvorhaben hier im Mannheimer Werk. Ende des Jahres kommt unser zweites Kind zur Welt - und auch in meiner jetzigen Funktion werde ich die Möglichkeit nutzen, während einer halbjährigen Elternzeit die Kinderbetreuung selbst zu übernehmen.

Was sind Ihre Aufgaben?

In meinem Team gibt es vier Mitarbeiter, zwei Ingenieure und zwei Assistentinnen mit wirtschaftlichem Hintergrund. Zusammen mit weiteren externen Planern stellen wir sicher, dass die von unserer Abteilung durchgeführten Projekte immer nach den gültigen Anforderungen gesteuert werden. Das bedeutet die Durchführung einer professionellen Termin- und Kostenkontrolle sowie die regelmäßige Berichterstattung über den Status der Projekte unter anderem an die Lenkungsgremien. Wir kümmern uns um die Schnittstellen zwischen Projektbeteiligten und dem Einkauf sowie der Unternehmensbuchhaltung. Meine Hauptaufgabe ist es, diese Prozesse zu etablieren und zu koordinieren sowie fachliche Ansprechpartnerin zu sein.

Könnten Sie sich Ihre Tätigkeit auch für ganz andere Produkte in einem ganz anderen Unternehmen vorstellen?

Grundsätzlich ist meine Arbeit ja relativ produktunabhängig - die Themen der Projeksteuerung sind in allen Unternehmen etabliert. Daher kann ich mir schon vorstellen, auch mit anderen Produkten zu arbeiten. Ein anderes Unternehmen kann ich mir aber momentan nicht vorstellen. Ich identifiziere mich sehr mit Roche und arbeite gerne im mir gebotenen internationalen Umfeld. Der Vorteil eines solch großen und globalen Unternehmens ist ja auch, dass man leicht in andere Positionen und Aufgabenfelder wechseln kann.

Sie arbeiten in einem Ingenieur-Beruf. Stellen Sie Unterschiede zu Ihren männlichen Kollegen fest?

Unterschiede gibt es natürlich immer, aber die sind nicht vorrangig geschlechterspezifisch. Menschen sind einfach nicht alle gleich, und das merkt man auch in der Arbeit. Außerdem ist es ja auch so, dass Frauen, die sich für ein Ingenieur-Studium entschieden haben, den 'Umgang mit Männern' gewohnt sind. Wir sind ein eingespieltes Team und nutzen Unterschiede eher zur Auflockerung und zum meist humorvollen Umgang miteinander.

Sie haben Familie – wie bringen Sie diese mit Ihrem Beruf unter einen Hut?

Die Stadt Mannheim und Roche haben eine verhältnismäßig gute Infrastruktur zur Kinderbetreuung. Seitens des Unternehmens gibt es zum Beispiel eine Krippe, die finanziell unterstützt wird. Außerdem kann ich mir meine Arbeitszeit zu einem gewissen Grad flexibel einteilen. Als Abteilungsleiterin ist eine 30-Stunden-Woche zwar manchmal herausfordernd, aber bisher möglich. Dank moderner Kommunikationsmittel kann ich auch gut von zu Hause aus arbeiten, wenn das nötig ist.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehören für mich und eine wachsende Anzahl an Kolleginnen und Kollegen bei Roche einfach dazu. Falls es die Rahmenbedingungen zulassen, bringe ich meine Tochter auch zu Veranstaltungen außerhalb des Büros mit - manche Kolleginnen und Kollegen sind dann überraschend angetan.

Haben Sie Tipps für e-fellows, die den frühen Kontakt zur Wirtschaft suchen?

Das Wichtigste ist eigentlich, schon früh im Studium Kontakte zu knüpfen. Netzwerke helfen jedem ungemein, vor allem aber Frauen. Indem man mit anderen Leuten über deren Arbeit spricht, erweitert man seinen Horizont. Da tauchen dann auch schon mal Dinge auf, mit denen man so nicht gerechnet hätte. Was ich auch für wichtig halte: Kommunikationsfähigkeit. Man sollte nicht auf den Mund gefallen sein, denn gerade in einem männlich geprägten Umfeld muss frau sich durchaus auch wehren können.

Woran erkennt man eigentlich, ob ein Traineeprogramm gut ist, Herr Wiggermann?

Es gibt zwei Sorten von Programmen: Beim einen ist man schlicht der Edelpraktikant und bekommt auch entsprechende Aufgaben. Beim anderen gibt es ein hohes Maß an Förderung und Betreuung sowie Aufgaben, an denen man wachsen kann. Zur Unterscheidung reicht oftmals die Frage, was aus vorherigen Trainees nach dem Programm geworden ist! Als ich im Dezember 2003 im Assessment Center von Roche saß, wurde mir klar, dass es sich beim Management Start Up Program Global Logistics um ein echtes und ernst gemeintes Führungskräfte-Nachwuchs Programm handelt, das mich fordern und weiterbringen würde.

Wie kommt man als Wirtschaftsingenieur auf Roche Diagnostics?

Zugegebenermaßen gar nicht so einfach. Zunächst hatte ich die üblichen Vertreter der Automobilbranche im Kopf, als ich an einen Einstieg in der Logistik dachte. Außerdem konnte ich mir auch einen Berufsstart im Ausland, zum Beispiel in Frankreich, vorstellen. Eine Mail von e-fellows.net mit Informationen zum Management Start Up Program, dem Traineeprogramm bei Roche, klang allerdings so vielversprechend, dass ich mich beworben habe. Und das, obwohl es eigentlich noch viel zu früh für mich war, da ich noch mitten in einem Auslandspraktikum steckte und zusätzlich die Diplomarbeit noch vor mir hatte.

Wie hat man Sie dennoch überzeugen können?

Überzeugt im Gespräch mit Roche hat mich vor allem die Unternehmenskultur. Es gibt hier ein offenes Miteinander im Team, spannende Aufgaben und hervorragende Perspektiven. Dass auch die Gehaltsperspektiven überdurchschnittlich gut waren, erleichterte natürlich die Entscheidung.

Worauf sollte ein Trainee bei Roche gefasst sein?

Meiner Meinung nach vor allem darauf, dass man schnell eigenverantwortlich arbeiten kann und muss. Außerdem kann es schnell passieren, dass der noch frische Blick von außen auch von erfahrenen Managern gefragt und geschätzt wird. Das hat mich anfangs überrascht, weil ich mir vor allem erst mal selbst einen Überblick über die Prozesse verschaffen wollte. Das Training on und off the job fordert einen und man sollte hier von Anfang an bereit sein, sich aktiv einzubringen. Durch Fragen und die hilfsbereite Atmosphäre unter den Kollegen konnte ich aber schnell dazu lernen und entwickelte den gewünschten Helikopterblick. Dass gute Leistung honoriert wird und dass das Programm tatsächlich auf Führungsaufgaben vorbereitet, sieht man daran, dass ich nach den knapp zwei Jahren schon eine erste Führungsposition übernehmen konnte. Und danach ging es schnell weiter: Nach gut 18 Monaten konnte ich den nächsten Schritt unternehmen und eine Abteilung im Einkauf leiten. Heute bin ich verantwortlich für die Schnittstelle zwischen dem Einkauf von Roche Diagnostics in Deutschland und unserer hauseigenen IT.

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