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Direkt nach dem Einstieg ein Projekt in den USA leiten

Meeting Besprechung Gespräch Kollegen (© pressmaster - Fotolia.com)

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Von der Unterstützung und der Erfahrung anderer profitieren - das konnte Constantin Klein im Junior Managers Program. Um sich zu revanchieren, gibt der Ingenieur nun als Mentor in der e-fellows.net community selbst Ratschläge an Studenten weiter. Im Interview berichtet er außerdem von seinem Auslandsprojekt in den USA.

Wie sind Sie zu Bosch Rexroth gekommen und was gefällt Ihnen am Unternehmen?

Ich bin seit 2007 Mitglied bei e-fellows.net, weil mich die vielfältigen Förderangebote überzeugt haben. Besonders gefiel mir die Möglichkeit, auf Veranstaltungen zu gehen. Dieses Angebot habe ich genutzt und war unter anderem bei einem Event von Bosch in Abstatt. Der Standort war damals noch ganz neu und schon an der Konstruktion der Büros hat man gesehen, welchen hohen Stellenwert die Mitarbeiter bei Bosch haben. Die Gebäude sind nach ökologischen Gesichtspunkten gestaltet und schaffen ein angenehmes Arbeitsklima. In der Mitte des Hauptgebäudes ist ein Park, die Abwärme der Transformatoren wird für die Warmwasser-Aufbereitung in der Küche genutzt und die Ingenieure haben besonders viel Tageslicht in ihren Büros. Auch die Produkte des Unternehmens haben mich begeistert. Nicht zuletzt war mir wichtig, dass Bosch eine Stiftung ist und ein Teil des Gewinns somit in gemeinnützige Zwecke fließt. Nach dem Event stand für mich fest, dass ich später in dieser Firma arbeiten möchte.

Warum haben Sie das Trainee-Programm für den Einstieg gewählt?

Ein Trainee-Programm ist besonders dann gut, wenn man viele Abteilungen und Funktionen in kurzer Zeit kennenlernen will. Als Student sagen einem viele Unternehmensbereiche noch gar nichts und man kann sich nicht vorstellen, mit welchen Themen man sich dort auseinandersetzt und ob einem diese Themen liegen. Ich dachte mir: Vielleicht gibt es eine Abteilung, die genau zu meinen Interessen passt, die ich aber noch gar nicht kenne. Später hat sich das übrigens bewahrheitet. Bestandteil des Junior Managers Program ist außerdem ein Auslandsprojekt. Zudem hat man als Absolvent des Programms sehr gute Karrieremöglichkeiten bei Bosch. Verglichen mit anderen Trainee-Programmen ist das Junior Managers Program sehr flexibel, man wird sehr gut betreut und kann relativ lange ins Ausland gehen - für ein halbes Jahr. Wenn man verschiedene Bereiche kennenlernen, Führungsverantwortung übernehmen und sich in die Breite entwickeln möchte, dann ist das Junior Managers Program das Richtige.

Und wenn ich schon genau weiß, welche Position im Unternehmen mich interessiert?

Dann kann man sich entweder für den Direkteinstieg bewerben oder für das Graduate Specialist Program, die Expertenlaufbahn.

Welche Stationen haben Sie im Junior Managers Program durchlaufen?

Im Junior Managers Program bewirbt man sich für einen bestimmten Fachbereich, in dem man dann verschiedene Stationen durchläuft – bei mir war das die Entwicklung. Man bleibt aber trotzdem noch flexibel und kann zum Beispiel für den Einstieg auf eine Planstelle nach dem Programm auch einen anderen Fachbereich wählen beziehungsweise sich schon während des Programms umorientieren, wenn man merkt, dass einem dieser mehr liegt. Wichtig ist, dass die einzelnen Stationen nicht zu kurz sind, damit man genug Zeit hat, sich in die neuen Aufgaben einzuarbeiten und auch, um die Kollegen gut kennenlernen zu können. Die erste Station stand bei mir von Beginn an fest - was ich positiv fand, da ich das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt noch nicht gut kannte. Ich habe im Innovationsmanagement in der Entwicklung angefangen und war dort sechs Monate. Besonders gut gefallen hat mir dort, dass ich gleich mit aktuellen Technologien zu tun hatte. Außerdem habe ich dort mit vielen anderen Bereichen zusammengearbeitet wie dem Produktmanagement und der Fertigung – das war ein guter Einstieg.

Wie haben Sie die nächsten Stationen geplant?

Jeder Teilnehmer des Junior Managers Program bekommt einen Mentor aus dem höheren Management zur Seite gestellt - mit ihm habe ich mich in unseren Treffen abgestimmt. Wir haben bei der Planung darauf geachtet, dass die Einsatzorte Unterstützung benötigen, die Aufgabe zu meinen Fähigkeiten passt und dass sie insgesamt einem roten Faden folgt.

Wie ging es nach der ersten Station weiter?

Anschließend habe ich drei Monate lang die Kollegen im technischen Produktmanagement unter anderem bei der Portfolio-Analyse unterstützt. Daraufhin war ich in der Abteilung Fertigungskoordination tätig. Dort habe ich mich auf mein Auslandsprojekt vorbereitet - der Fertigungsumstellung eines Hydraulik-Ventils. Diese Umstellung haben wir später dann in den USA durchgeführt. Ich hatte schon von Deutschland aus Kontakt mit den amerikanischen Kollegen und bin dann im März 2013 für sechs Monate nach Bethlehem in die USA gegangen, um als Projektleiter direkt vor Ort die Umstellung zu betreuen. Unser Projekt in den USA ist super gelaufen, wir haben das Projektziel innerhalb des sehr engen Zeitplans erreicht, da alle sehr gut mitgearbeitet haben.

Da empfohlen wird, dass man während des Junior Managers Programs auch einen Bereichswechsel macht, bin ich anschließend nach Leinfelden bei Stuttgart zu Bosch Power Tools gegangen. Dort habe ich bei einem Logistik-Projekt mitgearbeitet. Das Programm dauert ungefähr 24 Monate, aber man hat da durchaus Spielraum – bei mir waren es zum Beispiel nur 23 Monate.

Was haben Sie in den USA erlebt?

Der Aufenthalt am Standort Bethlehem war eine tolle Erfahrung – mein Team dort war einfach super. Alle haben mich sehr nett aufgenommen. Bei uns in Deutschland wird mehr geplant und im Vorhinein überlegt, die Amerikaner sind dynamischer und legen einfach mal los. Wenn es dann nicht klappt, versuchen sie es einfach nochmal. Bethlehem ist eine schöne Stadt, dort findet unter anderem eines der größten freien Musikfestivals der USA statt - das auch tatsächlich deutsch "Musikfest" genannt wird. Außerdem ist Bethlehem nicht weit von New York und Philadelphia entfernt, also war ich öfter dort und habe auch sonst die Gegend erkundet.

Für welche Abteilung haben Sie sich nach dem Junior Managers Program entschieden?

Mittlerweile arbeite ich im technischen Produktmanagement. Die Abteilung ist unter anderem Schnittstelle zu Entwicklung, Einkauf und Fertigung und hat darüber hinaus die Verantwortung für die technische Dokumentation der Produkte. Außerdem entwerfen wir die sogenannte Product Road Map, die die technische Weiterentwicklung der Produktlinien beschreibt. Wir müssen auch einen Blick auf das Gesamtportfolio haben und uns überlegen, wo sich die Produkte hinentwickeln müssen und was technisch gefordert ist. Ich kümmere mich dabei im Speziellen um Sensoren, Ventilverstärker und elektronisches Zubehör. Wir haben auch ein Auge auf die Herstellkosten – wir müssen darauf achten, dass alle Anforderungen erfüllt werden, dass wir aber auch preislich attraktiv bleiben. Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, weil ich viele Schnittstellen zu anderen Abteilungen und täglich mit vielfältigen Aufgaben zu tun habe.

Wie ist die Work-Life-Balance in Ihrem Job?

In meinem Job bin ich relativ flexibel. Ein Vorteil ist, dass Bosch Rexroth es uns ermöglicht, in Gleitzeit zu arbeiten – das wird im Alltag auch wirklich so gelebt und von den Chefs unterstützt. Es ist zum Beispiel kein Problem, wenn ich mal tagsüber einen privaten Termin habe – den kann ich einfach wahrnehmen und die Zeit am Abend wieder aufarbeiten. Ich kann morgens schon um 7 Uhr mit der Arbeit beginnen oder auch erst um 10 Uhr. Überstunden baue ich mit Freizeitausgleich ab.

Warum engagieren Sie sich nun als Mentor in der e-fellows.net community?

Ich möchte die Chance nutzen, etwas zurückzugeben, weil ich selbst viel von den Ratschlägen und der Unterstützung anderer profitiert habe. Ich finde, die Meinung eines anderen ist generell hilfreich, man bekommt einfach nochmal einen anderen Blickwinkel. Das ist auch für Mentees nützlich, denke ich. Wenn man im Berufsleben steht, macht man nochmal ganz andere Erfahrungen als in der Studienzeit – und mit diesem Wissen möchte ich den Mentees gerne weiterhelfen. Auch für mich ist es wiederum interessant zu erfahren, was sich aktuell an den Universitäten tut: Welche Forschungsprojekte gibt es gerade, welche Studien sind aktuell? Ich nutze das Mentorenprogramm auch dafür, selbst auf dem Laufenden zu bleiben.

Wobei unterstützen Sie Ihre Mentees?

Mittlerweile betreue ich drei Mentees. Ich habe mit allen ein längeres Telefonat zum Kennenlernen geführt. Dabei haben wir besprochen, was die Mentees studieren, was sie gerne machen, welche Pläne sie haben. Nun telefonieren wir je nach Bedarf, das haben sich auch meine Mentees so gewünscht. Wenn jemand zum Beispiel langsam mit dem Bachelor fertig wird und sich fragt, ob er einen Master machen und direkt ins Berufsleben einsteigen soll, haben wir mehr Kontakt und diskutieren das. Ein anderes Thema ist die Frage: Soll ich an meiner Hochschule bleiben oder ins Ausland gehen?

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