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Wo kauft man eigentlich eine Orgel?

Orgel [Quelle: freeimages, Autor: hapekla]

Quelle: freeimages, hapekla

Mal eben eine Orgel fürs Bolschoi-Theater besorgen - das kann eine Aufgabe im technischen Einkauf bei Bosch Rexroth sein. Maja Schmidt, Teilnehmerin im Graduate Specialist Program, erzählt, wieso sie bei Bosch Rexroth über eines der Nachwuchsprogramme eingestiegen ist und was ihr an der Arbeit am meisten Spaß macht.

Wieso haben Sie sich für das Trainee-Programm entschieden und nicht für einen Direkteinstieg?

Bosch an sich war immer schon ein Wunscharbeitgeber von mir: groß, international, breit aufgestellt und zudem noch mit sozialer Verantwortung. Ich habe dort viele Möglichkeiten gesehen, mich weiterzuentwickeln. Dass es Bosch Rexroth geworden ist, war eine glückliche Fügung.

Das Graduate Specialist Program von Bosch Rexroth, das Nachwuchsprogramm für die Fachlaufbahn, ist meiner Meinung nach gut konzipiert, unter anderem weil kein festes Schema existiert, sondern das Programm individuell gestaltet werden kann. Da ich mehrere Abteilungen innerhalb des Einkaufs durchlaufe, habe ich die Gelegenheit, mir einen guten Überblick über den Bereich zu verschaffen und mich somit intensiv auf spätere Aufgaben im Einkauf vorzubereiten. Während des Programms werde ich von einem Mentor unterstützt, dem Bereichsleiter Einkauf Bosch Rexroth. Er berät mich bei der Stationsplanung und bei Problemen oder Fragen. Die Möglichkeit einer Auslandsstation stellte für mich natürlich einen zusätzlichen Anreiz dar.

Wie läuft das Graduate Specialist Program ab?

Das Programm dauert 24 Monate und ist sehr flexibel. Meist durchläuft man vier bis fünf Abteilungen für jeweils mindestens drei und höchstens sechs Monate. Aber ich habe zum Beispiel kurzfristig eine Station verlängert, weil es schwierig geworden wäre, das Projekt zum ursprünglich geplanten Stationsende zu verlassen.

Den Plan für den Ablauf des Trainee-Programms erstelle ich zusammen mit meinem Mentor. Er hat einen guten Überblick über den gesamten Bereich und kann gut einschätzen, welche Stationen sinnvoll sind und in welchen Abteilungen im entsprechenden Zeitraum die Möglichkeit besteht, an interessanten Projekten mitzuwirken. Die Wünsche und Fähigkeiten von mir als Trainee werden bei der Planung ebenfalls berücksichtigt. Toll fand ich, fünf Monate lang in den USA im Projekteinkauf zu arbeiten - eine tolle Möglichkeit, einen der ausländischen Standorte und die Arbeitsweise dort kennenzulernen. Gerade im Einkauf ist es meiner Meinung nach wichtig, internationale Erfahrungen zu sammeln, von denen man zum Beispiel im Umgang mit Zulieferern im Ausland profitieren kann. Ich halte regelmäßig Rücksprache mit meinem Mentor, kann mich mit Fragen aber auch jederzeit an meinen direkten Vorgesetzten oder an meine Personalverantwortliche wenden - wir werden wirklich gut betreut.

Können Sie eines Ihrer Projekte beschreiben?

Bisher habe ich im Einkaufscontrolling und im Qualitätsmanagement für den Einkauf gearbeitet, also in eher strategischen Abteilungen. Bei Bosch Rexroth hat 2010 eine Umstrukturierung des Einkaufs stattgefunden: Weg von separat agierenden, dezentralen Einkaufsabteilungen hin zu einem Standort- und Ländergrenzen-übergreifenden, global agierenden Zentraleinkauf. Dadurch haben sich die Prozesse und Verantwortlichkeiten grundlegend geändert. Diese neuen Prozesse auf operativer Ebene optimal zu gestalten und vollständig zu etablieren, ist Inhalt mehrerer Projekte im Einkauf.

An drei dieser Projekte habe ich mitgearbeitet. Mein letztes Projekt war die Einführung eines von Bosch eigens entwickelten IT-Tools, das den Einkaufsprozess - insbesondere das Projektmanagement im Einkauf - unterstützt. Wir haben das Tool an die Prozesse im Einkauf von Bosch Rexroth angepasst und Schnittstellen zu weiteren IT-Tools implementiert. Die von uns definierten Anforderungen haben wir mit den Entwicklern des Tools auf Bosch-Seite und mit den anderen Bosch-Geschäftsbereichen abgestimmt und Lösungsmöglichkeiten für die Realisierung erarbeitet, damit die Anforderungen schließlich technisch umgesetzt werden konnten.

Welche Produkte kaufen Sie ein?

In meiner letzten Station habe ich im Projekteinkauf für Kundengroßprojekte in Bühnentechnik und Verkehrstechnik gearbeitet. Diese Abteilung hat schon das Bolschoi-Theater in Moskau mit Zukaufteilen beliefert und ist im Moment am Bau der Schleuse für den Panama-Kanal beteiligt. Das Bühnentechnik-Projekt Bolschoi-Theater ist inzwischen abgeschlossen. Von Bosch Rexroth stammen dabei rund sechshundert elektrische und hydraulische Antriebe, die beispielsweise die 80 Tonnen schweren Bühnenpodien anheben und senken.

Da wir dem Kunden ein Komplettpaket liefern, kaufen wir alles, was Bosch Rexroth nicht selbst herstellt, zu - das geht über die Stahlkonstruktion der Hebebühnen über den Bühnenboden bis hin zur Orgel. Das ist natürlich etwas ganz anderes als der Einkauf des Seriengeschäfts. Da es sich hier größtenteils um Einmalbedarfe handelt, kommt es häufig vor, dass man Lieferanten suchen muss, um die speziellen Wünsche des Kunden erfüllen zu können.

Welche Aufgaben haben Sie in der aktuellen Abteilung?

Ich stelle Anfragen bei möglichen Lieferanten, kläre Fragen und werte die abgegebenen Angebote aus. Wir betreuen ein Projekt vom Eintreffen der Anfrage des Kunden bis das gesamte Material schließlich vor Ort ist. Daher koordinieren wir auch die Liefertermine - da ist der Zeitdruck oft hoch. Manchmal bekommen wir Anrufe, dass ein bestimmtes Material bereits am nächsten Tag auf einer Baustelle sein muss - da muss man sofort agieren. Diese Arbeit ist viel operativer als in meinen bisherigen Stationen. Die Arbeitsweise unterscheidet sich grundlegend - aber Spaß macht beides und gerade die Unterschiede machen den Abteilungswechsel sehr interessant.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Ich arbeite mich gerne in komplexe Sachverhalte ein und entwickle Lösungsansätze dafür. Es macht mir Spaß, das im Team zu tun, denn dabei spornt man sich gegenseitig an. Schön finde ich, dass man bei Bosch Rexroth so positiv und konstruktiv zusammenarbeiten kann. Die "Ellenbogenmentalität", die man heutzutage in vielen Unternehmen vorfindet, gibt es hier nicht.

Was muss man für Ihren Job mitbringen?

Für das Trainee-Programm ist es meines Erachtens wichtig, dass man sich schnell in unterschiedliche Themen einarbeiten kann. Manche Stationen sind recht kurz - da kann man mehr mitnehmen, wenn man schnell im Thema ist. Generell sollte man Motivation und Engagement mitbringen und sich für seine Aufgaben begeistern können. An seinen Schwächen kann man immer arbeiten, aber die persönliche Einstellung muss stimmen.

Für die Arbeit im Einkauf sollte man zudem technisches Verständnis besitzen. Wirtschaftsingenieure eignen sich beispielsweise sehr gut für den Einkauf, denn sie bringen sowohl technisches als auch wirtschaftliches Verständnis mit. Insbesondere in der Abteilung "Qualität Zukauf" haben meine Kollegen auch Ingenieurwesen, zum Beispiel Maschinenbau und Elektrotechnik, studiert.

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