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Karriere bei Amazon: am Beispiel eines ehemaligen Beraters

Jobwechsel (Quelle: fotolia, Autor: stockphoto-graf)

© stockphoto-graf - Fotolia.com

Kunden können bereits fast alles bei Amazon kaufen. Philipp Stählin sorgt dafür, dass auch mittelgroße und kleine Hersteller erfolgreich Amazon-Lieferant werden können. Da trifft es sich gut, dass auch im eigenen Unternehmen Start-up-Atmosphäre herrscht.

Was bedeutet "New Vendor Business"?

Es geht um die spezifische Ansprache und Unterstützung von mittelständigen und kleineren Unternehmen und die damit verbundene Angebotsausrichtung auf diese Unternehmensgruppe. Großunternehmen und Konzerne wie z.B. Samsung, P&G können durchaus auf eine grundsätzlich unterschiedliche Infrastruktur (IT, Vertrieb, Logistik) zurückgreifen als dies für mittelständige und kleine Lieferanten möglich oder sinnvoll wäre. Um dieser Herausforderung zu begegnen, darf ich in meiner Position bei Amazon die Frage beantworten: Was muss passieren, damit jedes Unternehmen Amazon beliefern kann, ohne dafür zusätzliches Personal in IT, Logistik oder Vertrieb einstellen zu müssen?

Und welche Maßnahmen werden ergriffen, um  kleineren Lieferanten die Zusammenarbeit mit Amazon zu erleichtern?

Wir haben Lieferanten nach Verbesserungspotenzialen in der bisherigen Kooperation befragt, an denen wir jetzt arbeiten. Ein Beispiel: Wo wir bei Großunternehmen eine Anbindung zum vollautomatischen Informationsaustausch mit unserem Lieferantenportal voraussetzen können, ist dies bei kleineren Lieferanten nicht immer der Fall. Für diese Unternehmen entwickeln wir eine neue Plattform, die eine vereinfachte Interaktion zwischen uns und den Lieferanten ermöglicht.

Wer arbeitet in Ihrer Abteilung?

Viele haben einen BWL-Hintergrund, wir haben aber auch beispielsweise Ingenieure. Gern gesehen wird Erfahrung aus der Unternehmensberatung, wie in meinem Fall. Das Schöne ist, dass bei dieser Mischung jeder etwas ins Team einbringt, was seine Kollegen nicht haben. Wir nennen das "raise the bar". Jeder neue Mitarbeiter muss das bestehende Team besser machen. Bei Berufserfahrenen und Absolventen haben wir einen ebenso ausgewogenen Mix.

Welche Soft Skills sind am wichtigsten?

Entscheidend sind Kommunikationsfähigkeit und eine starke Affinität für Zahlen.

Warum sind Sie damals zu Amazon gegangen?

Ich wollte die in der Beratung übliche Reisetätigkeit reduzieren, um somit meinem Kinderwunsch nachzukommen und den hierfür notwendigen Rahmen zu schaffen. Trotzdem wollte ich weiterhin innovativ und abwechslungsreich arbeiten, wie ich es aus dem Consulting gewohnt war, und suchte ein Unternehmen mit entsprechendem Arbeitsklima. Da traf es sich gut, dass mir ein Ex-Beratungskollege von Amazon erzählte, wo er selbst vor Kurzem eingestiegen war.

Welches Arbeitsklima herrscht bei Amazon?

"Dynamik" beschreibt es ganz gut: Jeder will etwas zur Erfolgsgeschichte von Amazon beisteuern, jeder will Verantwortung übernehmen und jeder bringt eine große Portion Entrepreneurship mit. Diese Kultur begeistert mich immer wieder. Amazon ist von der Arbeitsatmosphäre her immer noch ein Start-up.

Start-up-Atmosphäre klingt aber auch ein bisschen nach unregelmäßigen Arbeitszeiten und Wochenendarbeit.

Das ist bei mir nicht der Fall, es war übrigens auch in der Beratung nicht der Fall. Ich bringe meine beiden Kinder morgens in die Krippe, bin dann um 8:30 Uhr im Büro und um 18:30 oder 19:00 Uhr wieder daheim, um Zeit mit meiner Frau und meinen Kindern zu verbringen. Und ich habe meine Arbeit schon immer so organisiert, dass meine Wochenenden frei bleiben.

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