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Arbeitslos wegen Jura- oder Wirtschaftsstudium?

Junge Frau sitzt vor Laptop [Quelle: unsplash.com, Autor: Magnet.me]

Quelle: unsplash.com, Autor: Magnet.me

Mit deinem Abschluss liegt dir die Arbeitswelt zu Füßen? Pustekuchen! Corona verhagelt auch Akademikern die Aussichten auf den Arbeitsmarkt. Besonders hart könnte es einer Studie zufolge Juristen und Wirtschaftswissenschaftler treffen.

Nicht nur Geringqualifizierte, auch Berufseinsteiger der Fachgruppen Jura und Wirtschaftswissenschaften leiden unter Corona, so lautet die Prognose einer Studie des Prognos-Instituts. Insgesamt 640.000 Menschen haben durch die Pandemie bis Juni 2020 ihren Job verloren – und die Krise ist noch nicht vorbei.

Warum könnte es WiWis und Juristen besonder hart treffen?

Vor allem Hochschulabsolventen aus den Bereichen Jura, Wirtschaftswissenschaften und Kunst werden es zukünftig schwer haben, einen Job zu finden. Das haben die Autoren der Studie herausgefunden, indem sie Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt untersucht und zwei Szenarien gegenübergestellt haben – mit und ohne Corona.

Dabei wird deutlich: Ohne Krise steigt in diesen Fachgruppen das Angebot an Arbeitskräften schon überdurchschnittlich stark an. Mit Pandemie nimmt diese Entwicklung noch mehr zu, da die Nachfrage der Unternehmen nach Studis aus diesen Bereichen sinkt.

Diese Fachrichtungen kommen wohl gut durch die Krise

Eine überraschend positive Entwicklung ist dagegen der Rückgang des Fachkräftemangels. Da Unternehmen durch die Coronakrise weniger Stellen ausschreiben, geht die hohe Nachfrage nach top ausgebildeten Arbeitnehmern zurück, unter anderem bei Medizinern und Ingenieuren – allerdings nur kurzzeitig.

Auf lange Sicht wird das Problem bestehen bleiben. "Deutschland steuert weiterhin auf einen Fachkräftemangel zu", sagt Dr. Oliver Ehrentraut, einer der Studienautoren. Er empfiehlt den Unternehmen deshalb gut qualifizierte Arbeitskräfte durch die Krise zu halten, "denn sofern die Krise nur von temporärer Dauer ist, wird sich der Wettbewerb um ebendiese Arbeitskräfte zukünftig mit dem Renteneintritt der Babyboomer deutlich verschärfen."

Bei Medizinern und Ingenieuren gibt es aktuell eine hohe Nachfrage. Zudem sind in diesen Fachrichtungen jeweils über 25 Prozent der Erwerbspersonen bereits heute über 55 Jahre alt, das heißt diese Fachkräfte gehen bald in Rente. Studenten der Medizin und Ingenieurswissenschaften können sich also freuen, denn sie werden nach der Krise vermutlich noch mehr gefragt sein.

Weiterbildung schafft Abhilfe

Die Zukunft muss nicht ganz so düster aussehen, wie beschrieben, denn die Studie nennt zwei zentrale Lösungsvorschläge, wie die Ungleichgewichte verringert werden können.

Weiterbildung heißt das Zauberwort. Besonders in den Fachgruppen, in denen ein Angebotsüberschuss herrscht – wie Jura, Wirtschaftswissenschaften, aber auch Sprach- und Kulturwissenschaften – helfen Weiterbildungsmaßnahmen, sich von der Masse abzuheben und erleichtern den Einstieg in aktuell stärker nachgefragt Berufsgruppen. Qualifiziert eine Fachrichtung für mehrere Berufe, erhöht dies grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit eines Übergangs in andere Arbeitsbereiche.

Neben der Eigeninitiative der Studis ist aber auch der Staat in der Pflicht. Ein höheres Angebot an Medizin-Studienplätzen würde helfen und die Abbrecherquote bei den Ingenieurswissenschaften müsste gesenkt werden. Dadurch erhöht sich die Zahl der Absolventen in diesen Bereichen.

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