Partner von:

Von Brüssel bis Bagdad - Jobs auf internationalem Parkett

Bis vor einigen Jahren arbeiteten in internationalen Organisationen fast ausschließlich Juristen. Heute werden auch Wirtschafts- und Kulturwissenschaftler, Soziologen oder Statistiker gesucht. Dennoch: Juristen machen weiterhin den größten Anteil aus. Gesucht werden sie häufig für internationales Privatrecht oder völkerrechtliche Verträge. Doch gerade die sprachlichen Anforderungen sind besonders hoch, denn es reicht nicht, wenn sie Englisch, Französisch oder die Landessprache fließend beherrschen. International arbeitende Juristen müssen vor allem mit der Rechtssprache vertraut sein. Reine Übersetzungen reichen dabei meist nicht aus, denn die Begriffe können zwar identisch sein, nicht selten aber verbirgt sich in der Fremdsprache dahinter ein ganz anderes Rechtskonzept.

Als Referendar zu den Vereinten Nationen

Immer mehr Juristen absolvieren eine Station ihres Referendariats bei einer internationalen Organisation. Für die Organisationen gelten die meist dreimonatigen Aufenthalte der Nachwuchsjuristen als Praktikum. Ob das Praktikum allerdings anerkannt wird, müssen die Referendare vorher individuell mit ihrem Landesjustizamt klären. Unproblematisch ist in der Regel die Anerkennung von Praktika beim United Nations High Commissioner for Refugees (UNHCR) in Berlin, bei den Vereinten Nationen in Genf, New York oder Wien und bei den Internationalen Gerichtshöfen in Den Haag. Beratung und Unterstützung bei der Bewerbung bietet das Büro Führungskräfte zu Internationalen Organisationen (BFIO) in Bonn. Regelmäßig lädt das BFIO an Hochschulen auch zu Vorträgen über Einstiegschancen und Karrieremöglichkeiten bei internationalen Organisationen.

Einsatz in der Welt - die Heimat zahlt

Wegen des großen Andrangs empfehlen die Organisationen, sich für ein Praktikum bereits sieben bis zehn Monate vor dem gewünschten Einsatz bei mehreren Organisationen zu bewerben. Eine Zu- oder Absage erhält man in der Regel jedoch erst vier bis sechs Wochen vor Praktikumsbeginn. Während ihres Praktikums werden die Rechtsreferendare weiterhin von ihrer deutschen Dienststelle bezahlt und erhalten daher kein Gehalt der jeweiligen Organisation.

Für Jung-Juristen: Beigeordneter Sachverständiger

Eine Nachwuchsinitiative, die von der Bundesregierung besonders gefördert wird, ist das Programm "Beigeordnete Sachverständige". Neben vielen anderen Fachrichtungen eignet es sich besonders für Juristen mit erster Berufserfahrung. Mit rund 20 internationalen Organisationen hat die Bundesregierung derzeit Abkommen zur Förderung von deutschen Nachwuchskräften. Der Einsatz ist in der Regel auf zwei Jahre begrenzt, bietet einen tiefen Einblick in die Arbeit einer internationalen Organisation und verbessert die Chancen auf eine spätere Festanstellung deutlich. Neben hervorragenden Noten sollten Bewerber sich in ihrer Diplom- oder Magisterarbeit oder anderweitig bereits mit entwicklungspolitischen und internationalen Fragestellungen beschäftigt haben.

Erfahrung ja, Festanstellung nicht unbedingt

Die Ausschreibungsfrist für das Programm der Beigeordneten Sachverständigen beginnt am 1. Januar und endet Mitte Februar. Auf der Website des BFIO finden Interessenten dann die konkreten Stellenausschreibungen. Das BFIO wählt die Kandidaten aus, die zum Auswahlverfahren zugelassen werden, die endgültige Entscheidung über die Vergabe der Plätze trifft jedoch die jeweilige Organisation selbst. Die zugelassenen Kandidaten bereiten sich in Seminaren gemeinsam auf ihren Aufenthalt vor und absolvieren eine mehrwöchige Hospitation in dem für ihre Organisation zuständigen Fachministerium. Nicht alle Beigeordneten Sachverständigen erhalten jedoch nach Ende des Programms auch einen weiterführenden Vertrag.

Michael, womit beschäftigt sich die UNCTAD?

Die UNCTAD ist ein Organ der Generalversammlung der Vereinten Nationen und beschäftigt sich mit Investitionsschutzrecht. Das heißt, dass sie sich um völkerrechtliche Verträge zwischen Staaten kümmert. Es geht darum, wie Investitionsverträge allen Beteiligten dabei helfen, wirtschaftlich voranzukommen, und welche Risiken die Abmachungen bergen können.

Um welches Projekt ging es während deines Referendariats?

Eine Investitionsgesellschaft aus Arabien wollte Anteile an einem Hafen in New York kaufen. Die USA befürchteten, dass dadurch wesentlich leichter Waffen ins Land geschmuggelt werden könnten. In so einem Fall hat der betroffene Staat die Möglichkeit, die Investoren vor einem internationalen Schiedsgericht zu verklagen.

Und was war deine Aufgabe?

Über alle Fälle verfasst die UNCTAD umfangreiche Berichte. In diesen Reports berät die Organisation die beteiligten Parteien. Am Bericht zu dem genannten Fall habe ich mitgearbeitet. Neben den Schriften gibt die UNCTAD Newsletter und eine Reihe weiterer Publikationen zum Investitionsschutzrecht heraus. Auch daran war ich beteiligt. Für Regierungsvertreter gibt es immer wieder Workshops zu Investitionsschutz, für die ich mit anderen Mitarbeitern Präsentationen und Unterlagen vorbereitet habe.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, wenn ich einen Teil meines Referendariats bei der UNCTAD absolvieren möchte?

Die Mitarbeiter der UNCTAD haben ganz verschiedene Fächer studiert. Die vielfältigsten Möglichkeiten hat man mit einem Abschluss in Politik, Wirtschaft oder Recht, aber auch Kulturwissenschaftler oder Statistiker arbeiten dort. Gerade für Juristen, die sich für internationales Handels- und Wirtschaftsrecht interessieren, kann ich die Organisation sehr empfehlen. 

Was hat dir während deines Referendariats am besten gefallen?

Besonders toll war die lockere und multinationale Atmosphäre. Meine Kollegen kamen zum Beispiel aus Frankreich, Neuseeland, Ägypten oder Äthiopien. Ich hatte das Gefühl, in einer richtigen Weltorganisation zu arbeiten. Das war sehr spannend.

Kannst du dir vorstellen, nach deiner Promotion bei der UNCTAD einzusteigen?

Generell finde ich die Arbeit in einer UN-Organisation sehr spannend und kann mir schon vorstellen, dort zu arbeiten. Allerdings muss man für so einen Job auch sehr flexibel sein und die Bereitschaft mitbringen, viel im Ausland unterwegs zu sein. So ein Job ist mit einer Familie häufig schwer zu meistern. Ob ich mich wirklich bei der UNCTAD bewerbe, hängt hauptsächlich von meiner privaten Situation nach der Promotion ab.

nach oben

"Perspektiven für Juristen" gibt einen Überblick über Berufsbilder und bietet hilfreiche Tipps für die Studien- und Karriereplanung für angehende Juristen.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (2)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

  1. Anonym

    schon sehr gebiased, dass nur zwei private e-fellows-Partneruni-Studiengänge genannte werden unter den vielen BA Studiengängen die einen gut für INt. Organisationen vorbereiten

  2. Anonym

    Guten Tag Da ich nicht an die UNO rankomme können sie mir fileicht helfen . Warum sind die BRD-GmbH mitarbeiter in der UNO ? ↑ a b Handelsregister B des Amtsgerichts Frankfurt am Main: HRB 51411, 25. Mai 2009, S. 1 und 2 (Abruf vom 22. März 2010) ↑ Handelsregister Frankfurt am Main: Neueintragung HRB 51411, 18. Januar 2001 ↑ Handelsregister Berlin: HRB 40774, 21. Februar 2001 Wie so werden meine E-Mails nicht beantworten ? Sol das Deutsche Volk es selber regeln ( Verfassung und Friedensvertrag) so wie die Menschenrechte ? Mit freundlichem Gruß Detlef Spaniol

Das könnte dich auch interessieren