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Nicht alle Themen eignen sich für einen unverbindlichen Small Talk. Das gilt besonders für viele interessante Gegenstände des Gesprächs: Persönliches, Klatsch, Geld und Politik. Denn was die Menschen wirklich berührt, kann sie auch leicht verletzen. Die gut gemeinte Frage nach dem Wohlergehen der Ehefrau führt schnell zum peinlichen Schweigen, wenn die Ehe im Monat davor geschieden wurden. Das Geplauder sollte persönlich, aber nicht intim sein. 

Small Talk über Sport funktioniert

Prinzipiell als Themen geeignet sind Hobbys. Jeder redet gerne über das, was er in seiner Freizeit tut: Wandern, Ski fahren, Inline skaten, in ferne Länder reisen oder in die Oper gehen. Wie finden nun ein Schachfanatiker und ein Wellenreiter zusammen? Ganz einfach: Indem sie sich das Hobby des anderen erklären lassen. 

Aktualität verbindet, Geld trennt

Aktuelle Ereignisse sind meist ein guter Einstieg: Der neue Blockbuster, der vergangene Bundesliga-Spieltag oder die Europa-Tournee der weltbekannten US-Sängerin. Vorsicht mit politischen Themen: Hier gehen die Meinungen bekanntlich auseinander, was einerseits zu wirklich interessanten Diskussionen führen kann, andererseits aber auch zu Streit. Small-Talk-Trainer Künneth führt weitere Tabus auf: Krankheit und Tod, Religion, ethnische Zugehörigkeit und last but not least - Geld: "Es ist durchaus in Ordnung anzumerken, dass einem die schöne neue Uhr am Arm des Kollegen aufgefallen ist. Die Frage nach dem Preis ist da schon viel problematischer." 

Privat ist Privat

Die heikle Frage nach dem richtigen Anteil von persönlicher Information im Small Talk beantwortet Künneth so: Auf der allgemeinen Ebene sollte man mit Personen bleiben, mit denen man sich siezt, mit Duz-Kollegen kann mehr Privates einfließen. "Persönliche Probleme und die eigenen Geheimnisse gehören aber nicht ins Büro." 

"Und was machen Sie so beruflich?"

Früher oder später streift der Small Talk sowieso das Berufsleben. Nach der reinen Lehre ist es zwar verboten, in der Freizeit über die Arbeit zu sprechen - erst recht wenn sich Geschäftspartner treffen - aber in der Praxis lässt sich dieser Vorsatz kaum einhalten. "Wer Berufliches ganz aus dem Small Talk heraushalten will, kennt die Berufswelt nicht", sagt Karl Hermann Künneth.
 
Schließlich definieren sich gerade in der Geschäftswelt viele Menschen über ihre Arbeit. Am besten fährt, wer sich für die Arbeit seines Gegenübers interessiert zeigt und die seine möglichst anschaulich schildert - ohne Interna auszuplaudern. 

Der globale Fettnapf beim Small Talk

So weit, so gut. Wer diese Grundregeln beachtet, kann nicht viel falsch machen - in Deutschland. In anderen Länder herrschen andere Kommunikationsregeln. Was Europäer akzeptieren, führt anderswo direkt in den größten Fettnapf. So ist es in den USA durchaus üblich, sich gegenseitig nach dem Jahresgehalt zu fragen, in Europa und Japan dagegen undenkbar. Manche Italiener könnten beleidigt sein, wenn man sich nicht nach ihrer Familie erkundigt. Und in Japan und China ist vor dem Gespräch ein ausgiebiges Bewundern der Visitenkarte angesagt. 

Empfehlungen von Jürgen Rixgens, Kommunikationsberater:

Small-Talk-Zonen

Der britische Biologe Desmond Morris hat das Small-Talk-Verhalten in verschiedenen Ländern untersucht und in drei verschiedene Zonen eingeteilt: In Spanien, Italien, Griechenland, Türkei, Indien und Südamerika kommen Fremde beim Gespräch sehr schnell zu persönlichen Themen. In Frankreich, USA, Russland, den arabischen Ländern, China und Australien ist ein lockerer Umgangston angesagt, man redet aber eher über gemeinsame Erlebnisse als über das persönliche Umfeld. In Deutschland, England, den skandinavischen Ländern, Kanada und Japan werden dagegen Diskretion und körperliche Distanz großgeschrieben.
 
Bei deutschen Small Talkern löst die Frage "Wie geht es?" bisweilen ein bizarres Verhalten aus: Sie plaudern detailliert aus der eigenen Krankenakte. "In Deutschland ist Gesundheit zwar durchaus ein beliebtes Small-Talk-Thema", sagt Kommunikationsberater Rixgens. "Details über Verdauungsprobleme und die letzte Operation haben aber im Small Talk nichts zu suchen. Insbesondere englischsprachige Gesprächspartner sind pikiert, wenn sie auf das obligatorische 'How are you' eine Krankheitsgeschichte aufgetischt bekommen."
 
Wird es international, ist beim Small Talk also auch kulturelles Fingerspitzengefühl gefragt. Das Schöne: Der Gesprächsstoff kann eigentlich nicht ausgehen. Andere Länder, viele Themen.

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Ohne Stil zum Erfolg? Davon kann auch heute keine Rede sein. Im Gegenteil, Etikette gewinnt wieder an Bedeutung. Was es bei der geschäftlichen Kommunikation zu beachten gibt.

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