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Strategie 3: Den Trends folgen

Wenn die Finanzindustrie für Coronaprofiteure trommelt, dann ist die beste Zeit an der Börse für sie vorbei. Streaminganbieter Netflix beispielsweise erscheint vorerst ausgereizt. Allerdings gibt es echte Megatrends: Digitalisierung, Energiewende oder Elektromobilität.

Mitunter treibt der Staat den Strukturwandel voran. So macht die EU derzeit Druck auf die Finanzbranche, nachhaltige Investments transparent zu machen. Zudem verlangen Investoren wie der Norwegische Pensionsfonds von Unternehmen mehr Elan bei Ethik und Ökologie. Laut einer BCGUmfrage glauben 58 Prozent der Investoren, dass die Konzerne, bei denen sie Geld angelegt haben, zu wenig für Nachhaltigkeit tun.

Kürzlich hat das Bundesverfassungsgericht Deutschland verdonnert, die Interessen künftiger Generationen beim Klimaschutz stärker zu berücksichtigen. Schon jetzt müssen europäische Konzerne im Emissionshandel mehr für CO2-Verschmutzungsrechte ausgeben. Und die EU will die Klimaziele verschärfen.

Dass sich Klimaschutz für Aktionäre nachhaltig auszahlen kann, beweist das US-Unternehmen Enphase Energy. Wer Anfang 2016 investiert war, hätte bis Ende 2020 aus Kursgewinnen und Dividenden stolze 119 Prozent Rendite pro Jahr erzielt.

Enphase produziert Wechselrichter zur Umstellung von Gleichspannung auf Wechselspannung sowie Kabel und Batterien für Solaranlagen. Die Aktie stieg bis Januar kräftig. Inzwischen ist sie zu teuer, kostet das 67-Fache des für 2021 geschätzten Gewinns. Günstiger ist der amerikanische Grünstromspezialist NextEra, dessen Aktie das 30-Fache des Gewinns kostet. Das US-Unternehmen mit Sitz in Florida betreibt Wind- und Solarparks sowie Atomkraftwerke und besitzt ein Erdgasnetz.

Techaktien aus der zweiten Reihe

Technologieaktien halten viele Investoren für überteuert. Uwe Eilers, Vorstand bei FV Frankfurter Vermögen, hat bereits im Februar deren Anteil im Portfolio reduziert. Für Apple, Alphabet oder Facebook zahlen Anleger Aufschläge weit über dem Durchschnitt des US-Technologieaktienindex Nasdaq 100. Kult-Investor Warren Buffett hält zwar noch Apple, hat Positionen aber abgebaut. Eilers schaut jetzt auf die Zulieferer.

Das ist sinnvoll, weil Technologieaktien im Schnitt nicht zu teuer sind. Ihr Bewertungsaufschlag zum Gesamtmarkt hat sich zuletzt sogar verringert. Ablesbar ist das am durchschnittlichem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Beim Technologie-Aktienindex Nasdaq 100 zahlen die Anleger prozentual einen geringeren Aufschlag als vor dem Coronacrash 2020 (siehe Grafik).

Die zweite Reihe verspricht also noch überdurchschnittliche Renditen. Dabei fällt etwa die in Hongkong notierte Sunny Optical auf, die Fotolinsen für Smartphones liefert. Das wachsende Geschäft mit iPhones von Apple hilft Sunny Optical, wegfallende Aufträge von Huawei wettzumachen, die US-Sanktionen unterliegen.

Auch der Schweizer Halbleiterproduzent STMicroelectronics gehört zu den übersehenen Perlen im Techsektor. STM-Chips werden auch in Autos verbaut – und sind knapp. Bei den Autobauern herrscht derzeit Chip-Notstand. STM-Aktien dagegen lassen sich problemlos kaufen. Nachschub gibt es an der Börse – ohne Lieferengpass.

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