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Strategie 2: Dauerbrenner kaufen

Resilienz steht in der Börsenlogik für krisenfeste Geschäftsmodelle. Ein Blick in die BCG-Zahlen zeigt, dass Konsum und Pharma gut durch die Pandemie gekommen sind. Solche Unternehmen sind keine Überflieger an der Börse, aber die Aktien verlieren im Crash weniger als der Gesamtmarkt.

Oft sind die Geschäftsmodelle scheinbar langweilig. So ist es auch bei der brasilianischen Handelskette Magazine Luiza. Das Geschäftsmodell Einzelhandel verspricht wenig Rendite. Dennoch gehört das brasilianische Unternehmen zu den Dauerbrennern im BCG-Ranking. Frühzeitig haben die Brasilianer auf E-Commerce gesetzt. Auch als Onlineshopping noch kein Massenphänomen war, konnten sie bei Magazine Luiza elektronisch Sportartikel oder Fernseher kaufen. Gemessen am Gesamtertrag von 2016 bis 2020 ist die Aktie weltweit am besten, mit plus 226 Prozent – pro Jahr!

Trotz des Börsenwerts von 31 Milliarden Dollar ist Magazine Luiza nach wie vor ein Familienunternehmen. Vorstandschef ist Frederico Trajano, Sohn der Gründerin Luiza Helena Trajano. "Er will Magazine Luiza nicht nur zur führenden Handelsplattform Brasiliens, sondern auch zum Wettbewerber großer Konzerne wie Amazon machen", sagt der Digitalexperte Alberto Serrentino von der Beratung Varese Retail. Dafür habe Trajano Magazine Luiza in eine Übernahmemaschine verwandelt. Seit Anfang 2020 hat das Unternehmen 16 Start-ups gekauft: Shoppingkanäle, elektronische Buch- und Schuhhändler, einen digitalen Zahlungsabwickler.

Grafik HB Abstand verringert [Quelle: Handelsblatt, Autor: Bloomberg]
Grafik HB Noch Luft nach oben [Quelle: Handelsblatt, Autor: BCG]

Trotz erfolgversprechender Digitalstrategie ist die Aktie von Magazine Luiza schon zu teuer. Mehr Luft nach oben verspricht Burlington Stores, ein US-Handelskonzern für Bekleidung. Im März 2020 sah das Unternehmen noch nicht nach einem Kauf aus. Kurz vor dem Coronacrash schloss Burlington seine E-Commerce-Seite. Eigentlich schlechtes Timing. Doch anders als in Europa mussten in den meisten US-Bundesstaaten die Geschäfte nur wenige Monate schließen. Im letzten Quartal, das im Januar endete, machte Burlington wieder Gewinn.

Medikamente sind ebenfalls ein krisenfestes Geschäftsmodell. In der Coronapandemie sind Kurse von Impfstoffherstellern wie Biontech durch die Decke gegangen. Deren Erfolg hängt jedoch oft an einem Produkt. Kommt dann kein Blockbuster nach, kann es schnell wieder nach unten gehen.

Der US-Tierarzneihersteller Zoetis verdient dagegen mit einer breiten Produktpalette (US98978V1035). In der Coronapandemie haben sich mehr private Haushalte Tiere zugelegt. Für Zoetis bedeutet das ein Viertel mehr Umsatz in der Haustiersparte, die 54 Prozent vom Gesamtgeschäft ausmacht. Die übrigen 46 Prozent kommen aus der Landwirtschaft. Laut JPMorgan erwarten US-Tierärzte in diesem Jahr elf Prozent mehr Umsatz pro Patientenbesuch.

Ferrari wird elektrisch

Luxus geht immer – auch in Krisen. Laut dem Internationalen Währungsfonds IWF haben die Superreichen ihr Vermögen seit Beginn der Pandemie in China sogar um 50 Prozent erhöht. Der italienische Sportwagenhersteller Ferrari musste jedoch sein Gewinnziel für 2022 auf 2023 verschieben. Dafür soll der erste elektrische Bolide aus Maranello schon 2025 kommen, statt wie ursprünglich geplant erst 2030. Die neue Demut lässt Luft aus den zuletzt überschießenden Kursen. Eine Gelegenheit zum Kauf.

Kein Kauf mehr, weil zu teuer, ist dagegen der chinesische Marktführer für Sportartikel, Li Ning. Gegründet wurde die Firma von dem gleichnamigen erfolgreichen Kunstturner. Nach dem Ende seiner Sportkarriere gründete der 1989 das Unternehmen. Wie Ferrari gilt Li Ning in China als Premiummarke. Anlegern brachte die Aktie in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 66 Prozent Ertrag pro Jahr.

Weil die Börse hier schon viel Positives vorweggenommen hat, drängt sich Anlegernals Alternative Puma auf (DE0006969603). Der kleine Bruder von Adidas hat es in der Sportartikelbranche auf Platz 7 des BCG-Rankings geschafft. Mehrwert für Anleger schaffte Puma vor allem mit höheren Gewinnmargen. Zwar litten die Herzogenauracher unter Engpässen in der Lieferkette. Im ersten Quartal aber stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 26 Prozent.

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