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Rückenwind für Unternehmensberater

[Quelle: unsplash.com, Autor: Marten Bjork]

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Die Branche wächst und wächst. Welche Beratungshäuser vom Höhenflug besonders profitieren.

Die führenden Beratungshäuser in Deutschland rechnen trotz eingetrübter Konjunkturaussichten mit einem ungebrochen starken Wachstum ihrer Branche in den kommenden Jahren. Die zehn größten Management-Beratungshäuser mit Hauptsitz in Deutschland erwarten in diesem Jahr ein Umsatzplus von rund 10,3 Prozent. Auf diesem Niveau liegen auch ihre Vorhersagen für die Folgejahre bis 2022. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Lünendonk unter den führenden Beratungshäusern. Zwar trübten sich die Aussichten in wichtigen Kundenbranchen wie der Automobilindustrie und den Banken ein, sagt Marktforscher Jonas Lünendonk. Doch wegen der Umwälzungen im Zuge der Digitalisierung in fast allen Branchen steige der Beratungsbedarf dennoch. Schon in diesem Jahr sind die zehn größten deutschen Beratungshäuser laut der Untersuchung mit 9,5 Prozent fast zweistellig gewachsen. Insgesamt haben sich die Umsätze der Branche in Deutschland innerhalb eines Jahrzehnts fast verdoppelt.

Die Liste der größten deutschstämmigen Beratungshäuser wird weiterhin von Roland Berger angeführt. Das Beratungshaus, das vor fünf Jahren fast seine Unabhängigkeit verloren hätte und unter das Dach der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte geschlüpft wäre, hat sich nach schwierigen Zeiten wieder gefangen. Der Umsatz des Unternehmens ist im vergangenen Jahr um rund 9 Prozent auf etwa 600 Millionen Euro gestiegen.

Dahinter folgt das auf Preispolitik spezialisierte Beratungsunternehmen Simon-Kucher, das dank eines Umsatzwachstums von fast 23 Prozent erstmals die Umsatzschwelle von 300 Millionen Euro überschritten hat. Die Preis-Spezialisten beraten etwa Unternehmen bei Digitalthemen wie dem sogenannten "Dynamic Pricing", bei dem sich der Preis für ein Produkt auf Basis automatischer Algorithmen ständig ändert. Solche Modelle sind bislang vor allem in der Tourismusbranche üblich – zunehmend erproben aber auch andere Branchen, ob sich damit der Gewinn steigern lässt.

Beratung, Berater, Managementberatung
Beratung, Berater, Managementberatung

Am schnellsten gewachsen unter den deutschen Beratungshäusern ist mit 24,5 Prozent Porsche Consulting, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Sportwagenherstellers Porsche. Deutlich größer als die Beratungshäuser mit deutschen Wurzeln sind allerdings die großen internationalen Beratungshäuser wie die beiden IT-Beratungskonzerne Accenture und Capgemini, die sogenannten "Big Four" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – Deloitte, EY, KPMG und PWC – sowie die klassischen Strategieberater McKinsey und Boston Group.

Anders als früher weisen viele Berater ihre Umsätze in Deutschland nicht mehr gesondert aus. Erschwerend kommt hinzu, dass die publizierten Gesamtumsätze der großen internationalen Gesellschaften neben der Managementberatung oft auch in großem Umfang andere Geschäftszweige umfassen, weshalb die Marktforscher von Lünendonk die Management-Beraterumsätze teilweise schätzen müssen. Als Rangliste wollen sie ihre Aufzählung auf internationaler Ebene daher nicht verstanden wissen. "Die Umsätze hier sind sehr heterogen", sagt Marktforscher Jonas Lünendonk über die Auflistung der multinationalen Beratungskonzerne.

Sehr stark gewachsen sind international die Umsätze der Boston Consulting Group. Der Umsatz stieg von 6,3 Milliarden Dollar im Jahr 2017 auf 7,5 Milliarden Dollar im Jahr 2018 - das entspricht einem Wachstum von rund 19 Prozent. Da die Marktforscher von Lünendonk die Umsätze in Euro umrechnen und sich der Wechselkurs geändert hat, wird die Wachstumsrate in der Vergleichstabelle mit lediglich 14 Prozent angegeben. Aufgrund solcher Wechselkursänderungen und der Umrechnung aller Umsätze in Euro ist auch die Vergütungsberatung Willis Towers Watson ganz leicht ins Minus geraten, Lünendonk taxiert das Minus auf rund ein Prozent. Gemessen in Dollar ist der Umsatz der amerikanischen Beratung allerdings von 8,2 Milliarden Dollar auf 8,5 Milliarden Dollar um rund 4 Prozent gestiegen.

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