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Träumen vom Vorstandssessel

Chef, Boss [Quelle: unsplash.com, Hunters Race]

Quelle: unsplash.com, Hunters Race

Welche Branchen sind für Top-Talente am attraktivsten? Welche Position streben sie langfristig an? Und wie sieht ein Arbeitsumfeld aus, in dem sie sich wohlfühlen? Antworten auf diese Fragen liefert die jüngste "Most Wanted"-Studie von e-fellows.net und McKinsey. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Seit 2004 erhebt die Studie "Most Wanted" einmal jährlich die Berufswünsche von High Potentials und ihre Erwartungen an potenzielle Arbeitgeber. Befragt werden dazu aktuelle und ehemalige Stipendiaten von e-fellows.net. 2017 haben sich rund 6.300 e-fellows an der Studie beteiligt, davon rund 50 Prozent Studenten, 30 Prozent Absolventen und 20 Prozent Young Professionals.

Die attraktivsten Branchen für Frauen und Männer

Das Fokusthema der "Most Wanted"-Studie ist jedes Jahr ein anderes – doch eine Frage bleibt gleich: die nach der Wunschbranche der Top-Talente. Beim Spitzenreiter gibt es keine große Überraschung: Wie in den Vorjahren wählen die e-fellows die Unternehmensberatung auf Platz 1. Den zweiten Rang nimmt das Gesundheitswesen ein (2016: Rang 4) und den dritten der akademisch-wissenschaftliche Bereich (2016: Rang 2). Vielleicht auch in Folge des Dieselskandals verliert die Automobilindustrie ihren Platz auf dem Podest und rutscht 2017 auf Platz 4 ab.

Schlüsselt man das Branchen-Ranking nach den Geschlechtern auf, verschieben sich die Platzierungen geringfügig: Unter den Männern belegt die Unternehmensberatung Platz 1, gefolgt von der Automobilindustrie und der Wissenschaft. Bei den Frauen landet die Unternehmensberatung nur auf Rang 3, es führt das Gesundheitswesen vor dem akademisch-wissenschaftlichen Bereich.

Attraktivste Branchen nach Geschlecht [Quelle: e-fellows.net]

"Most Wanted" erfragt nicht nur, welche Branchen von High Potentials favorisiert werden, sondern auch, warum sie sich für diese Branchen entscheiden. Dabei gibt es bei den vier am häufigsten genannten Gründen keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Sowohl Männer als auch Frauen wählen ihre Wunschbranche aufgrund der erwarteten herausfordernden Aufgaben, den Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung, der Innovationskraft und der Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Erst bei den Faktoren, die insgesamt weniger häufig genannt wurden, zeigen sich Diskrepanzen: Während Männer mehr Wert auf ein hohes Einstiegsgehalt und Gehaltssteigerungen legen, setzen Frauen auf einen sicheren Arbeitsplatz und einen guten Ruf bei Freunden und Bekannten.

Das perfekte Arbeitsumfeld

Nette Kollegen und flache Hierarchien spielen laut "Most Wanted" nur eine untergeordnete Rolle, da-mit jemand gerne zur Arbeit kommt. Den Studenten unter den Studienteilnehmern ist stattdessen am wichtigsten, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Ob sie beim Antworten wohl die hippen Büros von Google, Facebook & Co. vor Augen hatten, die ihre Mitarbeiter mit kostenlosem Essen, Spielzimmern, Fitness-Studios und allerlei mehr bei Laune halten? Für die Befragten mit Berufserfahrung ist hingegen die Wertschätzung gegenüber der eigenen Person der entscheidende Faktor; das Wohlfühl-Büro rangiert bei ihnen auf Platz 2.

Karriere machen – aber nicht zu viel

Dass Frauen seltener nach Führungspositionen streben als Männer, haben schon viele Studien belegt. Doch gilt das auch für Top-Studentinnen? Um das zu überprüfen, fragte "Most Wanted" die Studienteilnehmer, welche Position sie langfristig anstreben. Bei den Frauen sehen sich 10 Prozent in einer operativen Funktion, 5 Prozent im unteren Management, 33 Prozent im mittleren Management, 39 Prozent im höheren Management und 13 Prozent als Geschäftsführerin oder Vorstand. Unter den Männern ist der Anteil derer, die sich ins Top-Management berufen fühlen, fast doppelt so groß: 27 Prozent nehmen sich den Posten als Geschäftsführer bzw. Vorstand zum Ziel. Im oberen Management wollen 43 Prozent und im mittleren Management 19 Prozent der männlichen Befragten arbeiten. Das untere Management und operative Funktionen sind mit 2 bzw. 9 Prozent für Männer eher unattraktiv.

Dass Wunsch und Wirklichkeit auseinanderklaffen, ist aber auch den e-fellows bewusst. Als realistisch erachten eine Vorstandsposition nur 6 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer. Die meisten Frauen (nämlich 48 Prozent) rechnen damit, dass sie langfristig im mittleren Management landen, die meisten Männer (nämlich 43 Prozent) verorten sich im oberen Management.

Kinder haben und in Vollzeit arbeiten?

Zum Berufseinstieg nehmen es die e-fellows in Kauf, auf Freizeit zu verzichten – wenig verwunderlich angesichts ihrer Affinität zur Unternehmensberatung, die für lange Arbeitszeiten bekannt ist. Weibliche Studienteilnehmer sind dazu bereit, 49 Stunden pro Woche zu arbeiten, Überstunden inklusive. Die Männer setzen sogar noch vier weitere Stunden oben drauf. Mit der Familiengründung wendet sich das Blatt allerdings: Frauen möchten dann nur noch 33 Stunden für ihren Job aufbringen, Männer noch 42. Die Bereitschaft zur Mehrarbeit steigt bei den Männern aber bereits mit dem Kindergarten-eintritt ihrer Sprösslinge wieder an. Frauen möchten hingegen bis zur Einschulung warten, bevor sie ihre Arbeitszeit aufstocken. Eine Tätigkeit in Vollzeit, das heißt im Umfang von 40 Stunden, können sie sich erst nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule vorstellen.

Erwartungen an die Arbeitszeit [Quelle: e-fellows.net]

In Stein gemeißelt sind die Erwartungen der e-fellows allerdings nicht: Viele Studienteilnehmer können sich vorstellen, deutlich mehr zu arbeiten als angegeben, wenn sie sich stark mit ihrem Job identifizieren, ihre Aufstiegschancen gutstehen oder ihr Arbeitgeber sie mit flexibleren Arbeitszeiten, Home-Office oder Kinderbetreuungsmöglichkeiten unterstützt.

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