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Mit Google zum neuen Job

Google, Suche, Suchfeld [Quelle: unsplash.com, Autor: Christian Wiediger]

Quelle: unsplash.com, Christian Wiediger

Eine neue Erweiterung der Google-Suche verspricht Jobsuchenden bessere Treffer und Arbeitgebern mehr Reichweite für ihre Stellenanzeigen. Fünf drängende Fragen – und Antworten.

Zwei, drei Worte. Mehr braucht es nicht auf dem Weg zum Traumjob. Zumindest, wenn es nach dem Suchmaschinen-Riesen Google geht. Wer beispielsweise "Jobs Wirtschaftspsychologe Hamburg" in der wohl bekanntesten Suchzeile der Welt eingibt, bekommt seit Mittwoch einen kleinen Kasten mit passenden Stellenangeboten bei Google angezeigt. Auch andere Kombinationen wie "Jobs Ingolstadt" oder "Stellen Lufthansa" führen direkt zu Jobangeboten auf der Suchmaschine.

Als Google-Manager Nick Zakrasek die neue Funktion in kleiner Runde in Berlin vorstellt, sagt er: "Wir möchten Menschen die relevantesten Informationen zur Verfügung stellen." Tatsächlich ist Googles neue Jobsuche-Funktion nicht weniger als der nächste große Angriff des Suchmaschinen-Riesen: Nach Reisen, Restaurants, Kinoprogrammen, Preisvergleichen und Nachrichten will der US-Konzern nun auch den Jobmarkt umkrempeln. Die Stellenanzeigen kommen dabei – wie für Google üblich – gar nicht aus dem Datenfundus des Unternehmens selbst, sondern greifen auf bereits vorhandene Stellenausschreibungen von Unternehmen und Online-Jobbörsen zu.

Gerade in Deutschland ist der Stellenbörsen-Markt jedoch unübersichtlich. Fast 1.200 Jobportale zählen Branchenbeobachter hierzulande. Jede Stellen-Suchmaschine hat ihre eigene Menüführung. Bei manchen müssen sich Nutzer registrieren, bei anderen können Bewerber einfach so stöbern, wieder andere Portale verlangen für ihre Dienste Geld. "Das ist schlimmer als ein Besuch im Arbeitsamt und völlig unzeitgemäß", sagt Shahriar Kamali, Recruiting-Stratege beim Beratungs- und Technologieunternehmen Accenture.

Die wichtigsten Anbieter in Deutschland sind die Marktführer Indeed und Stepstone sowie das Angebot der Bundesagentur für Arbeit. Sie listen Jobs aus allen Bereichen. Hinzu kommen unzählige Spezialanbieter– mit besonderen Angeboten für Mediziner, Informatiker oder Ingenieure. Exklusive Web-Plattformen wie Experteer arbeiten vorwiegend Headhuntern zu, die aber nur Posten für zahlende Fach- und Führungskräfte vermitteln. Nicht zuletzt bieten die meisten Unternehmen auch auf ihren eigenen Karriereseiten Stellen im Netz an. Das sorgt für zahlreiche Dubletten. Etwa 79 Millionen Online-Stellenanzeigen kursieren auf dem deutschen Jobmarkt, laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sind aber nur 1,4 Millionen Stellen derzeit vakant.

Ideale Voraussetzungen also für die nächste große Google-Disruption. Das sehen auch Experten so. "Google kann wegen seiner Marktmacht Jobinformationen in einer intelligenten Art und Weise verknüpfen, die man von den Jobbörsen aktuell nicht kennt", sagt Jörg Breiski, Partner bei der Personal- und Managementberatung Kienbaum. Ein anderer Brancheninsider findet hingegen: "Gerade für die kleinen Jobportale ist eine Kooperation mit Google zunächst das süße Gift, um mehr Reichweite zu erzielen." Der Skeptiker fürchtet, dass sich einzelne Portale am Ende selbst schaden könnten, wenn die Nutzer einmal lernten, dass sie künftig Jobangebote direkt bei Google finden – und die Seiten, von denen die Treffer eigentlich kommen, im Zweifel nicht mehr anzusteuern brauchen.

Wie massiv Stellenportale durch Googles Jobsuche an Bedeutung verlieren können, zeigt ein Blick nach Amerika. Im Google-Heimatland startete bereits vor zwei Jahren das übergeordnete Programm "Google for Jobs", zu dem auch die neue Suchfunktion gehört. Damals verzeichnete etwa die Jobbörse Monster noch 26 Millionen Zugriffe von Wechselwilligen pro Monat, wie Zahlen des Analysetools Similiarweb zeigen. Im April 2019 waren es nur noch gut zwölf Millionen – ein Einbruch von 53 Prozent. Wie stark sich der Jobbörsenmarkt in Deutschland verändert, dürfte sich erst in ein paar Jahren abzeichnen. Doch welche Auswirkungen wird die neue Google-Jobsuche für Bewerber schon jetzt haben? Das Handelsblatt beantwortet die wichtigsten Fragen.

1. Wie funktioniert die Jobsuche von Google?

Sehr einfach, das macht es für andere Anbieter ja so schwierig. Wer über Google nach freien Stellen sucht, tippt einfach in das bekannte Googlesuchfeld ein, welchen Job oder welches Unternehmen er sucht. Wichtig dabei: Ein Bewerber muss Google über Schlagworte wie "Job", "Jobs", "Stelle" oder "Stellen" einen Hinweis geben, dass nach offenen Stellen gesucht werden soll. Wird kein zusätzlicher Ort angegeben, spuckt die Suche anhand der eigenen IP-Adresse Jobangebote in der Nähe aus. Ausgeschriebene Stellen werden in einem blauweißen Kasten angezeigt. Klickt der Nutzer auf eines der Angebote, kann er den Umkreis seiner Jobsuche verändern, zwischen Teilzeit und Vollzeit wählen oder Arbeitgeber ausschließen. Er sieht über ein Sterne-System auch, als wie gut der Arbeitgeber von früheren und aktuellen Mitarbeitern eingeschätzt wird. Hat ein Nutzer die passende Stelle gefunden, kann er sich per Klick bewerben. Dazu wird er auf die Seite des Unternehmens oder Jobportals weitergeleitet, von dem die Stellenanzeige kommt. Bislang sahen Anwender lediglich Links zu verschiedenen Stellenbörsen. Diese rutschen in der Trefferübersicht nun weiter nach unten.

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