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Großer Staubsauger aus Seattle

Vorstellungsgespräch, Bewerbung, Erfolg, Vertrag [Quelle: djile/stock.adobe.com]

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Amazon mischt den Arbeitsmarkt auf: Der Internetkonzern stellt massenhaft MBA-Absolventen ein – und macht damit Unternehmensberatungen und Investmentbanken das Leben schwer.

Erst waren es die Buchhändler, dann die Kaufhäuser und Musikkonzerne. Jetzt ist das drittgrößte Internetunternehmen der Welt dabei, einen weiteren Markt aufzumischen. "Amazon nimmt alles auf, was es an Absolventen bekommen kann, wie ein Staubsauger", heißt es an einer internationalen Business-School. "Amazon ist der größte Rekrutierer hier", hört man an einer anderen. Das Onlinekaufhaus ist auf Shopping-Tour – und MBA-Absolventen stehen ganz oben auf der Einkaufsliste.

Neue Rivalen für McKinsey

Der aus den USA stammende Wirtschaftsabschluss Master of Business Administration gilt als einer der renommiertesten akademischen Titel für Manager, umfassend und praxisnah zugleich. Genau die richtige Qualifikation für den eigenen Führungsnachwuchs, befand Amazon. Und wie alles, was der Versender tut, wird auch dieses Thema in großen Dimensionen verfolgt. Mehr als 1.000 Absolventen habe der Onlineriese 2017 an den 20 führenden Business-Schools der Welt rekrutiert, ließ Miriam Park, in der Amazon-Zentrale in Seattle verantwortlich für Universitätskontakte, Ende letzten Jahres wissen.

Und nicht nur Amazon hat eine Einstellungsoffensive für MBA-Absolventen gestartet: Auch andere Technologiekonzerne wie Google, Microsoft, Sales Force, Uber, Expedia oder Wipro heuern mittlerweile regelmäßig eine große Zahl von Studienabgängern der bekannten MBA-Kaderschmieden an, wie der Blick auf die Absolventenstatistik etwa des IESE Business-School in Barcelona oder der London Business-School (LBS) verrät. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre haben sich die Internetkonzerne in der Liste der bevorzugten Arbeitgeber weit nach vorn geschoben – und damit dem Führungsnachwuchs eine neue Welt eröffnet. In der vordigitalen Zeit kannte die Mehrheit der Absolventen der Top-Hochschulen nur zwei Richtungen in die Berufswelt: Wer einen Abschluss von Harvard, Wharton, Insead oder IESE in der Tasche hatte, wählte in den meisten Fällen den Einstieg bei einer großen Unternehmensberatung oder nahm einen Job im Investmentbanking an. Je nach Ausbildungsstätte wählten 40 bis 60 Prozent der Studienabgänger Arbeitgeber aus diesen beiden Branchen, weil es hier das meiste Geld und die besten Aufstiegschancen gab.

Doch inzwischen müssen sich McKinsey, Boston Consulting Group (BCG) und Bain auf der einen und Goldman Sachs, UBS und Citibank auf der anderen Seite auf neue Konkurrenten mit strahlkräftigen Arbeitgebermarken einstellen. An der LBS etwa stieg der Anteil der Absolventen, die bei einem Unternehmen im Technologiesektor anheuerten, innerhalb von vier Jahren um 50 Prozent. Jeder fünfte Absolvent tritt seine erste Stelle heute bereits bei einem Arbeitgeber an, der aus der Digitalwirtschaft kommt. Allen voran: Amazon. Bis vor wenigen Jahren noch ein No-Name auf dem Rekrutierungsmarkt für MBA-Absolventen, bestimmt das Onlinekaufhaus an einigen Schulen inzwischen die Regeln. An der Ross School of Business (University of Michigan) sowie an der spanischen IESE ist Amazon schon jetzt der größte Rekrutierer, wie der Informationsdienst "MBA-Journal" ermittelt hat. Und an der Business-School Chicago Booth liest sich die Liste der beliebtesten Arbeitgeber heute so: 1. McKinsey, 2. Amazon, 3. BCG, 4. Bain.

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