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Vorbereitung durch interkulturelle Trainings

 

Wer zu intercultures kommt, den erwartet eine intensive Vorbereitung auf seinen beruflichen Auslandseinsatz: "Für uns ist zunächst ganz wichtig, welche Erfahrung die Person bereits hat. War er oder sie schon im Ausland? Wie gut sind die Gepflogenheiten der Zielkultur bereits bekannt?", erklärt der Geschäftsführer von Intercultures in Berlin. "Ideal wäre es, drei Monate Zeit zu haben, um Menschen auf die neue Kultur vorzubereiten. Aber die haben wir oft nicht. Deshalb muss die Zeit, die uns bleibt, umso intensiver genutzt werden." Immer häufiger berät intercultures die Leute telefonisch auch noch dann, wenn sie bereits im Ausland sind. 

Vorgesetzte einbeziehen

Ein gezieltes Coaching gibt es ebenso für die Rückkehrer. "Dabei sollten mindestens der Vorgesetzte und der zuständige Personaler der Firma im Heimatland mit einbezogen werden", erklärt Stefan Meister. "In so genannten Repatriation-Coachings helfen wir, nachvollziehbar zu vermitteln, welche neuen Kompetenzen Mitarbeiter im Ausland erworben haben. Dann klären wir, wie diese gewinnbringend im Unternehmen eingesetzt werden können. Sonst besteht die große Gefahr, dass der Mitarbeiter nach seiner Rückkehr schnell frustriert ist, weil er das Gefühl hat, dass sein neues Wissen gar nicht gebraucht wird."

Harte Arbeit - hoher Zeitaufwand

Unabhängig vom Zielland gibt es einige Grundlagen, mit denen sich alle Expatriates - also Menschen, die für längere Zeit ins Ausland gehen - beschäftigen sollten. "Das Wichtigste ist die so genannte "Ambiguitätstoleranz": Die Menschen müssen lernen, mit Mehrdeutigkeiten umzugehen", erläutert Meister. "Viele erwarten, dass sie von uns eine Art Anleitung bekommen, wie sie sich in der neuen Kultur verhalten sollen. Aber wie soll man eine Gebrauchsanweisung beispielsweise für das Verhalten gegenüber Indern geben? Kultur ist ein komplexes Orientierungs- und Bezugssystem." Die Vorbereitung auf eine fremde Kultur bedeutet daher immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung und verlangt viel Zeit und Motivation.

Die Trainer: 55 Experten aus 40 Kulturen

Gemeinsam mit seinem Team aus 55 Experten, die aus rund 40 verschiedenen Kulturen stammen, versucht Meister, den Expatriates eine Balance zu vermitteln zwischen grundlegenden Prinzipien der neuen Kultur und dem Wissen, dass diese Prinzipien nicht allgemeingültig sind.

Kulturschock online

Schlüsselkompetenz Kommunikation

Welche Situationen die Experten von Intercultures mit ihren Kunden trainieren, hängt davon ab, welche Position der Kunde im Ausland einnehmen wird. Die Trainer haben meist selbst in ihrer Heimatkultur in Führungspositionen gearbeitet. "Eine wichtige Rolle spielt die Kommunikation", so Meister. "Wir lassen die Leute beispielsweise E-Mails schreiben. Oder wir simulieren Mitarbeitergespräche, wenn der Expatriate im Ausland Leute führen soll."

Es ist wichtig die Bereitschaft mitzubringen, von anderen Kulturen zu lernen, sich auf unsichere Situationen einzulassen und auch zwischen den Zeilen zu lesen. Man muss sich selbst ein Stück zurücknehmen können und problemorientierte Flexibilität beweisen.

Dr. Audebert

Auf unsichere Situationen einlassen

Auch andere Unternehmen bieten Hilfe bei der Vorbereitung von Auslandsaufenthalten an: Die ICUnet.AG hat beispielsweise das Verfahren für die Internationale Potenzialanalyse entwickelt. In verschiedenen Tests ermittelt sie das interkulturelle Potenzial von Mitarbeitern: Welche Stärken und Schwächen haben sie im Umgang mit anderen Kulturen? Zu welcher fremden Kultur passen sie besonders gut? So unterstützt die ICUnet.AG Firmen bei der Personalauswahl für Auslandseinsätze. Vorstandsvorsitzender Dr. Fritz Audebert, weiß, worauf es dabei ankommt: "Die Bereitschaft, von anderen Kulturen zu lernen, sich auf unsichere Situationen einzulassen und auch zwischen den Zeilen zu lesen, sich selbst ein Stück zurücknehmen zu können und problemorientierte Flexibilität zu beweisen."

Fazit: Viel Spaß dank strikter Vorbereitung

Ein beruflicher Auslandsaufenthalt bedeutet also mehr als nur einen spannenden Ausflug in eine fremde Kultur: Die Vorbereitung ist zeitintensiv und es ist häufig ein langer Prozess, bis man sich an die Gepflogenheiten der fremden Kultur gewöhnt hat. Doch der Aufwand lohnt sich: Der Einblick in andere Kulturen befähigt zur Reflektion des eigenen Verhaltens und der eigenen Gesellschaft. - Und die hat garantiert mehr zu bieten als deutsche Miesepetrigkeit.

Buchtipps

Aus der Reihe "Gebrauchsanweisung für...", Piper Verlag, zum Beispiel

Aus der Reihe "Kulturschock", Reise Know-How aus dem Verlag Rump, beispielsweise

Geert Hofstede:

Hans-Jürgen Lüsebrink:

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