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Bei welchem mysteriösen Handyanbieter sind die?

Beim Schreiben hingegen kann niemand mithören. Man sollte allerdings aufpassen, dass man sensible Mails nicht versehentlich an die Falschen weiterleitet oder aus Gewohnheit den ganzen Verteiler ins CC setzt. Ein weiterer Pluspunkt für die E-Mail: die Beweiskraft. Wer schreibt, der bleibt. Man muss nicht mehr darüber grübeln, was der Gesprächspartner letzte Woche genau gesagt hat – man schaut einfach im Posteingang nach. Auch für den Absender selbst ist es oft hilfreich zu wissen, welche Infos er irgendwann an den Kollegen geschickt hatte. Ich mag auch, dass ich beim Schreiben meine Gedanken sortieren und eine logische Struktur aufbauen kann – gerade bei komplexen Themen ist das am Telefon manchmal schwierig. Und ich muss nicht unter Zeitdruck antworten. Wenn Kunden plötzlich am Telefon wissen wollen: "Was nehmen Sie denn dafür?", dann sage ich oft: Angebot folgt – per E-Mail.

Rausch, knack, schnurz

Viele Menschen glauben, dass Telefonieren im Gegensatz zum Schreiben nebenbei geht und man dadurch Zeit spart. So manche Chefin meldet sich am Telefon mit dem hoffnungsfrohen Satz: "Hallo, ich bin gerade drei Stunden auf der Autobahn und dachte, ich erledige ein paar Telefonate." Ja, schön, aber hast du auch bedacht, dass du in Deutschland unterwegs bist? Dem Land, wo das Handynetz so viele Löcher hat wie ein Schweizer Käse? Rausch, knack, schnurz – bis einer aufgibt und doch eine E-Mail oder Nachricht schickt. Die geht auch bei schlechtem Netz noch durch. Mir sind auch Anzugträger in der Bahn ein Rätsel, die stundenlang telefonieren. Ohne Unterbrechung! Bei welchem mysteriösen Handyanbieter sind sie? Bei mir ist nämlich alle paar Minuten Sense mit der Verbindung. Ungefähr nach dem sechsten Versuch, das Gespräch fortzusetzen (natürlich rufen beide einander an, sodass ständig besetzt ist), kriegt mindestens einer der Gesprächspartner richtig schlechte Laune.

Ich gebe zu, telefonieren kann in manchen Situationen auch ganz schlau sein. Wenn man nicht präzise formuliert, wird schriftliche Kommunikation nämlich schnell mehrdeutig. Dann lohnt es sich, doch mal anzurufen, bevor eine Endloskette von Missverständnissen entsteht, und zu fragen: "Wie war das genau gemeint?" Viele meiner Kunden sind so nett und machen Telefontermine aus, wenn es etwas zu besprechen gibt. Dann können sich beide Seiten vorbereiten – und man ist sicher, niemanden auf dem Klo zu erwischen.

Plaudertaschen am anderen Ende der Leitung

Der größte Nachteil am Telefonieren ist: Wenn man Pech hat, gerät man an eine Plaudertasche. Per E-Mail reicht oft ein kurzer Satz: "Hey, bitte schick mir mal die Zahl rüber." Hat man aber jemanden am Hörer, den man auch ein bisschen privat kennt und der sich einfach nicht vom Hörer trennen kann, kann es dauern. Jeder Versuch, sich zu verabschieden, prallt an solchen Menschen ab.

"Na, tschüss dann, schönen Feierabend!"

"Feierabend? Ha! Bei mir noch lange nicht. Ich habe gerade erst angefangen, mir die Akte vorzunehmen. Ich kann dir sagen, mein lieber Scholli ..."

"Okay, dann frohes Schaffen noch!"

"Froh! Froh bin ich erst wieder, wenn Wochenende ist. Da fahre ich nämlich mit meiner Frau an den See. Da haben wir ja seit den Siebzigerjahren ein Häuschen …"

"Na, denn mal tschau, schöne Grüße an die Frau!"

"Ach, der gehts gar nicht gut. Hat wieder mit ihrem Rücken zu tun …"

Und wenn sie nicht gestorben sind, so telefonieren sie noch heute.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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