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Immer weniger Frauen steigen in die Geschäftsführung auf

Frau Büro Aussicht Tisch Telefonierend [Quelle: Unsplash.com, Autor: Dane Deaner]

Quelle: Unsplash.com, Dane Deaner

Eine Studie legt die Vergütung von GmbH-Chefs detailliert nach mehr als 60 Branchen offen – und zeigt auch, welche Dienstwagen sie am liebsten fahren.

So sieht er aus, der durchschnittliche Chef einer deutschen GmbH: Jede Woche arbeitet er 47,5 Stunden für seinen Betrieb, hat Führungsverantwortung über 37 Mitarbeiter und schafft eine Umsatzrendite von fünf Prozent. Er ist männlich und 52 Jahre alt. Zur Firma fährt er mit einem Dienstwagen im Wert von 74.000 Euro, gern mit einem Audi A6 oder einem BMW X5. Und seine Arbeit wird im Schnitt mit 178.000 Euro jährlich vergütet.

Es sind ganz überwiegend Männer, die die meistverbreitete Form von Unternehmen in Deutschland führen. Frauen finden sich in den Führungsgremien von GmbHs selten, ihr Anteil ist im vergangenen Jahr noch weiter gesunken. Und sie verdienen im Schnitt auch deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.

Diesen Blick in das Innenleben kleiner und mittelgroßer Firmen liefert eine breit angelegte neue Studie zu den GmbH-Geschäftsführergehältern im Jahre 2019, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Sie wurde von der zum LPV-Verlag gehörenden BBE Media gemeinsam mit dem Deutschen Steuerberaterverband erstellt. Rund 3000 angestellte Manager und geschäftsführende Gesellschafter haben daran teilgenommen.

Die beiden Studienpartner liefern jedes Jahr eine hochangesehene Sammlung an Gehaltstabellen aus rund 60 Wirtschaftszweigen – vom Pharmamanager über Händler bis zum Hotelgeschäftsführer. Die Chefs können mithilfe der Daten prüfen, ob sie ihrer Branche entsprechend gut genug bezahlt werden – und ob sie mit dem Status der Kollegen mithalten können, etwa was den Firmenwagen angeht.

Diagramm Statistik Chefgehalt Handwerk Industrie [Quelle: Handelsblatt]

Noch bedeutender aber ist: Die Tabellen landen auch auf den Tischen der deutschen Finanzämter. Die Beamten nehmen die Daten aus dieser Untersuchung als Orientierung, etwa bei Betriebsprüfungen der GmbHs. Für sie sind die Gehälter Richtwerte, mit denen sie Schummeleien auf die Spur kommen wollen. Starke Abweichungen bei den Chefgehältern lassen die Beamten aufhorchen.

Der Blick durch die Branchen zeigt deutliche Unterschiede: Wer am meisten verdienen will, sollte die Geschäftsführung eines Chemie- oder Pharmaunternehmens anstreben. Dort bekommen die Chefs eine jährliche Vergütung von 246.000 Euro, bestehend aus einem Festgehalt von rund 182.000 Euro und einer Tantieme von knapp 64.000 Euro.

Dabei handelt es sich um Median-Werte, sie liegen also genau in der Mitte aller Angaben. Die eine Hälfte der Geschäftsführer aus der Branche verdient mehr, die andere weniger.

Schon deutlich dahinter liegen die Geschäftsführer von Firmen aus dem Fahrzeugbau, bei denen der Median-Wert beim Festgehalt 168.000 Euro und bei der Tantieme 42.000 Euro erreichte. Kaum verwunderlich: Insgesamt verdienen die GmbH-Chefs in der Industrie am besten, hier liegt die Gesamtvergütung über die Branchen hinweg bei 187.000 Euro.

Am Ende der Gehaltstabellen rangieren vor allem Firmen aus dem Handel. So kommen Geschäftsführer im Kfz-Gewerbe (Handel und Handwerk) auf eine Gesamtvergütung von rund 117.000 Euro. Wer die Geschäfte eines Onlinehändlers führt, kommt der Studie zufolge auf insgesamt etwa 143.000. An der Spitze eines Hotels oder eine Hotelkette werden Chefs mit 125.000 Euro Festgehalt und 31.000 Euro Tantieme vergütet.

Diagramm Statistik Chefgehalt Handel Dienstleitung [Quelle: Handelsblatt]
DIagramm Statistik Chefgehalt Einzelhande [Quelle: Handelsblatt]

Die Spannen sind aber auch innerhalb der Branchen groß, wie die Studie von BBE Media zeigt. Bei Firmen mit einem Umsatz von weniger als fünf Millionen Euro liegt die Vergütung der Geschäftsführer bei 148.000 Euro, dies ist in der Studie kein Median-, sondern ein Durchschnittswert. Erreicht der Umsatz bis zu 25 Millionen, steigt das durchschnittliche Gehalt auf 226.000 Euro. Bei noch größeren GmbHs streichen die Chefs dann im Schnitt 340.000 Euro ein.

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