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Hechtsprung statt Bauchplatscher

Gleich nach dem Studium ergatterte die damals 26-jährige Wirtschaftsingenieurin Paula Hedtkamp* eine Trainee-Stelle im Vorstand eines Logistikunternehmens. Volltreffer! Die Nähe zu wichtigen Personen im Unternehmen reizte sie und versprach schnelle Aufstiegsmöglichkeiten. Doch zu früh gefreut: Ihren Chef bekam Hedtkamp fast nie zu sehen, zu tun hatte sie deshalb kaum etwas. Hedtkamp fühlte sich schnell unterfordert und dem Boreout nah. Auch der Versuch, innerhalb des Unternehmens zu wechseln und in einer Niederlassung weiter zu arbeiten, schlug fehl, da ihr die neue Aufgabe nicht gefiel.

Enttäuschungen wie diese kommen im ersten Job oft vor. Denn neben dem Gehalt muss auch das Arbeitsklima stimmen, die Förderung durch den Arbeitgeber sowie die Aufstiegs- und Entwicklungschancen. Gerade High Potentials sind nicht nur mit Geld zu locken.

Als Hedtkamps Chef sich trotz großer Unzufriedenheit auf beiden Seiten den Problemen seiner Mitarbeiterin gegenüber verschlossen zeigte, blieb der 26-Jährigen nur noch die Kündigung. Die ließ sich Hedtkamp mit etwas Verhandlungsgeschick immerhin noch mit einer Abfindung versüßen. Nach ihrem Ausscheiden schulte die Wirtschaftsingenieurin in Assessment-Center-Trainings ihre rhetorischen Fähigkeiten. Zudem absolvierte sie ein Praktikum in der Strategieabteilung der Lufthansa. Mit dem Jobabbruch kommt die junge Frau gut zurecht. "Ich gehe offensiv damit um und sage ehrlich, dass der erste Job eben nicht meinen Vorstellungen entsprach und ich mich in eine andere Richtung entwickeln wollte. Wenn man Brüche im Lebenslauf begründet, dann werden sie auch akzeptiert."

Worauf es beim (neuen) Arbeitgeber ankommt

Als Assistent des Leiters Controlling bei L'Oréal hatte Alexander Baasner einen guten Einstiegsjob, fühlte sich aber schlecht betreut. Als dann auch noch nach kurzer Zeit ein interner Jobwechsel anstand, entschloss er sich zur Kündigung – allerdings nicht aus dem Affekt heraus. "Ich habe erst gekündigt, als ich den neuen Job sicher hatte." Außerdem trennte er sich im Guten und ohne Groll von seinem Arbeitgeber.

Baasner begann ein Trainee-Programm Finance im Healthcare-Konzern Johnson & Johnson in Düsseldorf. Wichtig bei der Wahl seiner neuen Stelle waren ihm die Betreuung sowie feste und verantwortungsvolle Aufgaben. "Auf der Suche nach einem Trainee-Programm muss man schon im Bewerbungsgespräch klären, ob man nicht doch nur als 'vergoldeter' Praktikant behandelt wird. Klar definierte Karriereziele sind ein Muss."

Wie findet man einen neuen Job?

Die besten Informationen zu neuen Karrierechancen bekommt man über das eigene Netzwerk, beispielsweise von Menschen im Bekanntenkreis mit Erfahrungen in den ersehnten Berufen. Gerade für Berufseinsteiger, die wenig Kontakt in andere Branchen haben, empfehlen sich außerdem Online-Karrierenetzwerke oder Social Networks für junge Leistungsträger. Stephan Rieger sagt dazu: "Man sollte ständig die Fühler nach anderen Joboptionen ausstrecken – das schadet nie. Und man muss sich frühzeitig bewerben, denn schließlich können von der Bewerbung bis zum ersten Arbeitstag leicht fünf Monate vergehen." Nach Beginn seines Trainee-Programms in einem pharmazeutischen Unternehmen in Berlin veränderte sich Riegers Stellenbeschreibung im Zuge unvorhergesehener Umstrukturierungen: Die neue Arbeit aber lag Rieger nicht. Gut, dass er sich aus seiner Praktikumszeit bei L'Oréal Kontakte bewahrt hatte, die zu einem Einstiegsangebot beim Düsseldorfer Kosmetikriesen führten. 

*Name von der Redaktion geändert.

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