Partner von:

Arbeitgeber zur Auszeit

Herr Dr. Fritz, viele Hochschulabsol- venten möchten nach einigen Jahren im Beruf gerne eine Auszeit nehmen. Welche Möglichkeiten bietet McKinsey hier?

Bei uns steigt jeder Hochschulabsolvent, der einen
Magister-, Diplom- oder Masterabschluss hat, als Fellow ein. Das Fellow-Programm sieht vor, dass man zwei Jahre lang als Berater arbeitet und dann im dritten Jahr die Möglichkeit hat, einen weiteren akademischen Abschluss zu erwerben, also zu promovieren oder einen MBA zu machen.

Wie finanzieren Ihre Mitarbeiter die akademische Auszeit?

Unsere Berater bekommen nach dem Ausstieg auf Zeit ein Jahr lang ihr volles Gehalt. Dauert das akademische Programm länger, wird die darüber hinausgehende Zeit nicht vergütet. Allerdings ist das Gehalt unserer Berater so bemessen, dass sich auch eine längere Promotionszeit finanzieren lässt.

Gibt es bei McKinsey auch die Möglichkeit, eine Auszeit zu nehmen, um eine Weltreise zu machen oder sich um seine Kinder zu kümmern

Ja, auf jeden Fall. Unsere Mitarbeiter können alle zwei Jahre in den so genannten  "leave" gehen und sich eine Auszeit nehmen. Wie lange die dauert, besprechen wir individuell. Ein Kollege hat vor kurzem an der Rallye Paris-Dakar teilgenommen und im Anschluss eine Weltreise gemacht. Er war insgesamt sechs Monate unterwegs. Aber auch längere Auszeiten sind möglich.

Wie profitiert McKinsey von den Auszeiten seiner Mitarbeiter?

Wir möchten, dass unsere Berater nicht nur im Beruf mit Leidenschaft und vollem Einsatz bei der Sache sind. Auch privat sollen sie die Chance haben, Dinge mit Begeisterung zu machen. Wenn jemand leidenschaftlich gerne reist, Sprachen lernt oder sich eine Zeit lang nur seiner Familie widmet, wird er entspannt und zufrieden zu uns zurückkehren. Und davon profitieren natürlich auch das Arbeitsklima und sein Einsatz im Beruf.

Frau Stroh, wie reagieren Sie, wenn ein Mitarbeiter mit der Bitte zu Ihnen kommt, eine Auszeit nehmen zu dürfen?

Generell ist es bei uns möglich, für einige Zeit aus dem Job auszusteigen. Ich schaue dann zunächst, wie lange der Mitarbeiter bereits bei uns ist. Hat jemand gerade erst die Probezeit beendet, ist natürlich noch kein günstiger Zeitpunkt für eine Auszeit gekommen. Wichtig ist auch, dass der Mitarbeiter zu unseren Leistungsträgern gehört.

Bietet Accenture spezielle Programme für eine Auszeit an?

Wir bieten sehr viele verschiedene Modelle an, je nach Bedürfnis: Die Jüngeren möchten häufig einen weiteren akademischen Abschluss machen, zum Beispiel einen MBA oder eine Promotion. Wir kooperieren unter anderem mit der Goethe-Universität in Frankfurt und unterstützen es, wenn unsere Mitarbeiter dort einen Executive MBA absolvieren. 50 Prozent der Studien-, Reise- und Unterbringungskosten erstatten wir ihnen und stellen sie natürlich für die Präsenzphasen frei. Momentan bauen wir ein ähnliches Modell für Promovenden auf.

Wie viele Ihrer Mitarbeiter nehmen an diesen Programmen teil?

Wir haben das Executive-MBA-Programm mit der Goethe-Universität vor fünf Jahren eingeführt. Es gibt allerdings noch viele weitere Möglichkeiten, die Auszeit zu gestalten. Insgesamt bilden sich über verschiedene Modelle etwa ein bis zwei Prozent unserer Mitarbeiter in einem MBA oder PhD-Studium weiter.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, die Auszeit zu gestalten?

Viele Mitarbeiter nutzen die Zeit, um sich in einem sozialen Projekt zu engagieren. Dafür gibt es beispielsweise die Accenture Development Partnership, in der es um die Beratung von Entwicklungshilfe-Organisationen geht. Unsere Mitarbeiter erhalten während dieser Zeit 50 bis 75 Prozent ihres regulären Gehalts. Eine weitere Möglichkeit ist unsere VSO-Partnerschaft (Voluntary Service Overseas). Dabei kann die Kollegin oder der Kollege für sechs oder neun Monate an einem sozialen Projekt mitarbeiten. Das kann ganz unterschiedlich aussehen: Es gibt beispielsweise die Möglichkeit, die eigenen IT-Kenntnisse in Projekte einzubringen, Flüchtlingscamps mitaufzubauen oder als Englischlehrer zu arbeiten.

Welche Möglichkeiten zur Finanzierung bietet Accenture seinen Mitarbeitern noch an?

Unsere Mitarbeiter haben die Chance, Überstunden abzubauen oder mit einem Gehaltssparmodell beispielsweise zwei Jahre lang regulär zu arbeiten und derweil auf einen Teil des Gehalts zu verzichten. Der angesparte Teil wird ihnen dann während der Auszeit bezahlt.

Was antworten Sie einem Mitarbeiter, der Zeit für eine Weltreise haben möchte?

Mir ist es besonders wichtig, dass ich einem Mitarbeiter nicht einfach für irgendetwas freigebe. Ich möchte grundsätzlich verstehen, welche Ziele ein Mitarbeiter mit einer Auszeit verfolgt. Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital und daher ist es uns wichtig, sie in jeglicher Hinsicht zu fördern und zu unterstützen.

nach oben

Du hast eine zündende Idee für einen Artikel auf e-fellows.net? Schreib für uns als Gastautor. Wir freuen uns auf deine Beiträge!

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren