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Die Kunst des Absetzens

Sparschwein, Geldscheine [Quelle: pixabay.com, Autor: Stefan Schweihofer]

Quelle: pixabay.com, Stefan Schweihofer

Eine Anleitung in sechs Lektionen für alle, die dem Staat nicht mehr Geld geben wollen, als ihm zusteht.

Wenn prominente Steuerhinterzieher wie Uli Hoeneß auffliegen, gibt es große Schlagzeilen. Die allermeisten Fälle erledigen Finanzbeamte aber still und heimlich. Mehr als 15.000 Selbstanzeigen gingen 2015 bei den Finanzämtern ein, im Jahr zuvor meldeten sich sogar 40.000 reuige oder ängstliche Steuerschummler.

Angesichts dieser Zahlen und der vielen prominenten Beispiele könnte man die Bundesrepublik fast für ein Land der Steuerhinterzieher halten. In Wahrheit aber ist Deutschland ein Land der Steuerverschenker.

Dass viele Bürger zu viel Steuern zahlen, ist fast nie ein Thema. Dabei passiert es jedes Jahr millionenfach. Vielen Arbeitnehmern wird zu viel Geld von ihrem Gehalt abgezogen. Sie können es sich zurückholen. Das gilt sowohl für diejenigen, die bis zum 31. Mai sowieso eine Steuererklärung abgeben müssen, als auch für jene, die eine Steuererklärung freiwillig machen können und dafür sogar volle vier Jahre Zeit haben. Sie könnten dabei Ausgaben aus dem vergangenen Jahr geltend machen, die ihre Steuerlast mindern würden.

Nur: Viele Menschen tun es nicht. Weil sie den Papierkram scheuen und sich nicht auskennen, verschenken sie Geld an den Staat.

1. Lektion: Wann man eine Steuererklärung machen sollte

Nach dem Gesetz steht es vielen Bürgern frei, ob sie eine Steuererklärung machen oder nicht. Arbeitnehmern etwa, deren Arbeitgeber die Steuern an das Finanzamt abführt. Bei den monatlichen Abzügen vom Lohn wird oft sogar schon die 1.000-Euro-Pauschale pro Jahr freigestellt, der sogenannte Arbeitnehmerpauschbetrag. Wer mehr Geld ausgegeben hat, etwa für Fahrtkosten, für den kann sich eine freiwillige Steuererklärung lohnen.

Das gilt vor allem für solche Menschen, bei denen die berufsbedingten Kosten (die komischerweise Werbungskosten heißen) höher sind als 1.000 Euro im Jahr. Wenn sie ihre Einnahmen und Ausgaben nach Ablauf des Jahres deklarieren, erhalten sie einen Teil der vom Gehalt abgezogenenen Steuern zurück. Ähnlich ist es bei Eheleuten, die in ungünstige Steuerklassen eingestuft waren und denen ihre Arbeitgeber deshalb zu hohe Steuern von ihrem Verdienst abgezogen haben. Geld zurückholen können sich auch jene, von deren Gehältern Kirchensteuer abgeführt wurde. Diese Beträge sind Sonderausgaben und führen zu einer geringeren Steuer sowie einer Erstattung. Genauso ist es mit Spenden.

Eine freiwillige Steuererklärung sollten auch all jene machen, die Unterhalt an einen früheren Ehe- oder Lebenspartner zahlen. Das Finanzamt berücksichtigt dabei maximal 13.805 Euro. Und es macht zur Bedingung, dass der Empfänger das Geld als Einkommen versteuert.

Für Familien lohnt sich die Steuererklärung vor allen Dingen, wenn die Eltern für Kinderbetreuung zahlen mussten. Bei nachgewiesenen Kosten von bis zu 6.000 Euro pro Kind und Jahr wertet das Finanzamt zwei Drittel davon (also maximal 4.000 Euro) als Sonderausgabe, die dann die Steuer mindert. Man bekommt quasi einen Teil des Geldes wieder zurück.

Teppich verlegen, Fenster auswechseln: Auch die Kosten für Handwerker, Haushaltshilfen und Pflegekräfte kann man geltend machen – allerdings nur den Teil der Rechnung, der auf Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten entfällt, nicht das Material. Und die Kosten werden auch nur zu einem Fünftel anerkannt. Außerdem berücksichtigt das Finanzamt grundsätzlich nur Rechnungen, die nicht bar bezahlt wurden.

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