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Geld, Gehalt, Berechnung [Quelle: unsplash.com, Autor: rawpixel.com]

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Wo lässt sich in mittelgroßen Unternehmen das meiste Geld verdienen? Der neue Gehaltsatlas von F.A.Z. und Gehalt.de wirft einen Blick auf die Welt jenseits der Konzerne.

Wer abseits der ganz großen Unternehmen arbeiten möchte, kann in München am meisten Geld verdienen. Dort zahlen Betriebe mit einer Beschäftigtenzahl zwischen 100 und 1.000 Mitarbeitern fast 22 Prozent mehr als das Durchschnittsunternehmen dieser Größe. Besonders gutes Geld lässt sich in mittelgroßen Unternehmen auch in Stuttgart, Frankfurt am Main, Wiesbaden und Erlangen verdienen. Das zeigt der neue "Gehaltsatlas Mittelstand", den das Gehaltsvergleichsportal Gehalt.de für die F.A.Z. aus mehr als 553.000 Gehaltsdaten zusammengestellt hat.

Treiber für hohe Gehälter in mittelgroßen Unternehmen sind nach Angaben des Gehalt.de-Geschäftsführers Philip Bierbach vor allem die einflussreichen Konzerne. "Wenn Großunternehmen mit hohen Gehältern locken können, muss das kleinere Unternehmen in der Nachbarschaft, das um dieselben Mitarbeiter wirbt, ebenfalls ein attraktives Gehalt zahlen", sagt er. Allein fünf Dax-Konzerne aus unterschiedlichen Branchen sind am Standort München vertreten: BMW, Allianz, Linde, Munich Re und Siemens. "In Hessen, vor allem im Frankfurter Raum, geben Konzerne aus der Bankenbranche, dem Versicherungswesen und der Pharmaindustrie den Ausschlag für ein überdurchschnittlich hohes Gehalt", sagt Bierbach. Beispielsweise sitzen Commerzbank und Deutsche Bank in Frankfurt, Fresenius und Merck in der Nähe. In Baden-Württemberg, besonders im Raum Stuttgart, sind viele Großunternehmen aus der Autoindustrie ansässig, allen voran Daimler. Sie ziehen das Gehaltsniveau nach oben und nehmen die Mittelständler mit in ihren Sog.

Überdurchschnittliche Gehälter in mittelgroßen Unternehmen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Betrieben mit noch höherer Mitarbeiterzahl im Schnitt auch noch höhere Gehälter gibt. "Auch in einem Gebiet mit einem hohen Gehaltsniveau wird das Einkommen für eine Position in einer Konzerngröße höher ausfallen als für dieselbe Position in einem kleineren Familienunternehmen", sagt Bierbach. Andererseits hat das Arbeiten abseits der Konzerne auch einige Vorteile: Bei den Mittelständlern gehe es weniger anonym zu, die Aufgaben seien oft vielfältiger. Weil Großunternehmen in der Tendenz bürokratischer seien, gestalte sich die Arbeit beim Mittelständler oft flexibler und mit mehr eigenverantwortlichem Handlungsspielraum. Großunternehmen punkten hingegen neben den Gehältern häufig mit besseren Weiterbildungsmöglichkeiten, besseren Aufstiegschancen und attraktiveren Altersvorsorgemodellen.

Unterdurchschnittliche Gehälter zahlen den Daten zufolge mittelgroße Unternehmen in Leipzig, Dresden, Berlin und Bremen. Hier zeigt sich ein typisches Ost-West-Gefälle. Im Osten Deutschlands fehlt die Sogwirkung der großen Spieler: "Der ausschlaggebende Grund für das schwache Abschneiden der Städte Leipzig, Dresden und Berlin ist das Fehlen von ortsansässigen Konzernen und der dadurch fehlende Druck im Bewerbermarkt", sagt Bierbach. Ein ähnlicher Effekt wirkt im Stadtstaat Bremen.

Für die Rekrutierung von Personal in höheren Gehaltsebenen sei das Ost-West-Gefälle allerdings größtenteils irrelevant, sagt Bierbach. "Angestellte in verantwortungsvollen Positionen, die dringend benötigt werden und schwer zu besetzen sind, wie zum Beispiel die Stelle eines Geschäftsführers, verdienen unabhängig von der Region dasselbe." Das gelte auch für Spezialisten aus Bereichen wie der IT, die auf dem Arbeitsmarkt stark begehrt sind. "Das regionale Gefälle macht sich am stärksten bei weniger qualifizierten Personen bemerkbar, weil der Markt genug potentielle Bewerber hergibt, um diese Positionen auf die Schnelle problemlos nachzubesetzen."

Und welche Berufe sind im Mittelstand die am besten bezahlten? Angeführt wird die Liste von Fachärzten, die im Schnitt 92.364 Euro Jahresbruttogehalt verdienen. Hier gibt es sogar die Besonderheit, dass sich in mittelgroßen, spezialisierten Praxen und Kliniken mit 100 bis 1.000 Mitarbeitern im Durchschnitt mehr verdienen lässt als in den großen Krankenhäusern mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Andere Berufe mit Topgehältern im Mittelstand sind zum Beispiel Fondsmanager, Rechtsanwälte und Patentingenieure.

Auch wenn es um die Chefgehälter im Mittelstand geht, haben die Ärzte die Nase vorn: Chefärzte und niedergelassene Ärzte mit Personalverantwortung führen die Liste mit im Schnitt 202.051 Euro Bruttojahresgehalt mit großem Abstand an. Dahinter folgen Geschäftsführer und Unternehmensberater. Auf Platz vier tauchen abermals Mediziner auf: Dort rangieren Oberärzte, die durchschnittlich ein Jahresgehalt von knapp 123.300 Euro verdienen.

Grafik Gehaltsatlas [Quelle: FAZ]

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