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Was Studis angesichts Corona beachten sollten

Student Coronavirus [Quelle: unsplash.com, pixabay.com]

Quelle: unsplash.com, pixabay.com

Hamsterkäufe bei Desinfektionsmittel und Toilettenpapier, abgesagte Konzerte und Events: Das Coronavirus erfasst alle Bereiche des täglichen Lebens – und damit auch die Hochschulen. Das solltest du jetzt über den Umgang mit dem Virus wissen.   

HINWEIS: DIESER BEITRAG IST AM MITTWOCH, 11. MÄRZ ENTSTANDEN. UPDATES FINDEST DU AM ENDE DES BEITRAGS.

Corona breitet sich in Europa aus und stellt das Leben vieler Studis auf den Kopf: Seit diesem Dienstag haben italienische Studenten unfreiwillig Semesterferien, das ganze Land steht vorerst für drei Wochen unter Quarantäne. Auch Österreich und Polen machen ihre Hochschulen dicht.

1.296 Corona-Fälle in Deutschland (Quelle: WHO; Stand: 11.03.2020) werfen auch hierzulande einige Semesterpläne um. Bayern verschiebt den Start des Sommersemesters an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Kunst- und Musikhochschulen auf den 20. April. Ob weitere Bundesländer mit ähnlichen Maßnahmen nachziehen, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest.

Coronavirus [Quelle: unsplash.com]

Warum das Corona-Virus das (Uni-)Leben auf den Kopf stellt 

Im Vergleich zur umgangssprachlich als Grippe bezeichneten Influenza wirkt das Coronavirus SARS-CoV-2 scheinbar harmlos: In der Saison 2017/2018 schätzte das Robert Koch Institut die Zahl der Grippetoten auf 25.100. Dem gegenüber stehen aktuell lediglich drei Todesfälle durch SARS-Cov-2, so die offizielle Bezeichnung für die Erkrankung. 

Dennoch warnen Behörden vor dem Coronavirus, dessen Ursprungsort Forscher in der chinesischen Stadt Wuhan vermuten. Die wichtigsten Gründe:  

  • Corona-Fälle bleiben länger unentdeckt: Die Inkubationszeit von SARS-Cov beträgt bis zu sechs Tage, bei der Influenza sind es nur zwei Tage. So steigt die Gefahr, dass ein Corona-Infizierter mehr Menschen ansteckt. 
  • Es gibt keine Medikamente: Anders als bei der Influenza gibt es keine speziellen Impfstoffe und Arzneien gegen Corona. 
  • Corona ist leicht übertragbar durch Tröpfchen- (Niesen) oder Schmierinfektion (Berührung kontaminierter Oberflächen). 
  • Das Virus ist noch verhältnismäßig unbekannt: Forscher können noch nicht abschätzen, wie tödlich SARS-Cov-2 ist. 
Leerer Hörsaal [Quelle: unsplash.com, Changbok Ko]

Schließen jetzt deutsche Unis wegen Corona? 

Bayern reagiert auf das Virus mit Verlängerung der Semesterferien. Eine Maßnahme, die das Deutsche Studentenwerk unterstützt. "Die Gesundheit und Sicherheit der Studenten geht vor", sagt der Sprecher Stefan Grob gegenüber e-fellows.net. Der zum 20. April verschobene Semesterstart sei auch mit Blick auf den BAföG-Antrag problemlos.

Sicher ist aktuell, dass es deutschlandweit keinen Uni-Stopp geben wird. Auch wenn an großen Hochschulen die Ansteckungsgefahr ähnlich groß ist wie auf Großveranstaltungen. Die Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abzusagen, greift hier nicht. Das Hochschulsystem bleibt Sache der Bundesländer, dasselbe gilt beim Infektionsschutzgesetz.

Gegen eine bundesweite Schließung sind auch die Kultusministerkonferenz und das Deutsche Studentenwerk. "Wichtig ist eine vernünftige Risikobewertung vor Ort", so Studentenwerk-Sprecher Grob. In Hannover habe beispielsweise ein Angestellter einer Mensa verdächtige Symptome gezeigt, so Grob. Die Hochschule schloss daraufhin die Mensa, bis medizinische Entwarnung gegeben wurde. Die LMU München sagt wiederum Veranstaltungen mit mehr 1.000 Teilnehmern ab. 

Frau Maske Virus [Quelle: pixabay.com, Juraj Varga]

Wie groß ist die Corona-Gefahr an der Uni?

An Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen, steigt das Risiko einer Infektion. Ein Grund: Der empfohlene Sicherheitsabstand von ein bis zwei Metern lässt sich nicht einhalten. Das gilt gerade für Studenten, die mit Bus, Bahn und Tram zur Vorlesung fahren, in der Mensa essen und in Hörsälen sitzen. Hier gilt: Das Risiko muss jeder einzelne für sich abwägen – und im Zweifelsfall mit dem Fahrrad statt dem Bus zur Uni fahren.

Aus Angst vor Corona nicht in die Uni zu gehen, ist aber laut Grob die falsche Entscheidung. "So lange die Hochschule den Lehrbetrieb aufrecht erhält, kann ich zudem auch guten Gewissens in die Bibliothek und die Mensa gehen." An Studenten, die verdächtige Symptome zeigen, appelliert Grob: "Wenn ich in der Vorlesung sitze, niese und mich schlapp fühle, muss ich raus."

Über die Lage auf dem Campus informieren sich Studenten am besten regelmäßig auf der Website ihrer Hochschule. Im Campusalltag gelten die allgemeinen Hygiene-Tipps der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wie: 

  • gründliches und regelmäßiges Händewaschen (Dauer: mindestens 30 Sekunden = zweimal "Happy Birthday" singen)
  • mindestens einen Meter Sicherheitsabstand zu anderen Personen
  • Verzicht auf Händeschütteln
  • richtiges Niesen und Husten (von anderen Personen wegdrehen; Armbeuge vor Mund und Nase halten) 
Mann Student Globus Ausland [Quelle: Unsplash, Icons8 Team]

Was müssen Studenten jetzt bei Auslandsaufenthalten beachten?   

Das geplante Auslandssemester in Italien wird diesen Sommer wahrscheinlich ausfallen. Studenten, die einen Auslandsaufenthalt planen, rät Stefan Grob, engen Kontakt zur Partnerhochschule der Uni zu halten.

Studenten, die sich bereits im Ausland in einem Risikogebiet aufhalten, befolgen am besten die Quarantäne-Bedingungen vor Ort. Zeigen sich innerhalb von 14 Tagen nach der Rückkehr nach Deutschland Krankheitssymptome, sollten Betroffene diese Regeln befolgen:

  • Vermeidung unnötiger Kontakte zu weiteren Personen
  • nach Möglichkeit zu Hause bleiben
  • Telefonat mit dem Hausarzt (nicht unangekündigt die Praxis aufsuchen)
  • Benachrichtigung des zuständigen Gesundheitsamts 
Klausur Studenten Prüfung [© Robert Kneschke - Fotolia.com]

Welche Auswirkungen hat Corona auf Uni-Prüfungen? 

Wer wegen Corona nicht zur Klausur erscheint, fällt durch – selbst wenn an der Hochschule bereits Coronafälle aufgetreten sind. "Ich kann einer Prüfung nicht aus Angst fernbleiben, wenn der Hochschulbetrieb aufrechterhalten wird", sagt Rechtsanwalt Arne-Patrik Heinze. Ob das Coronavirus ein hinreichender Grund ist, eine Klausur nicht zu besuchen, kann eine Uni im Einzelfall entscheiden oder allgemein in ihrer Prüfungsordnung festlegen. Ruft eine Behörde wegen Corona Notstand aus, hat das auch rechtliche Auswirkungen auf Uni-Prüfungen.

Wo sollten sich Studenten informieren? 

Die Websites der Hochschulen bieten in der Regel Informationen zum aktuellen Stand an der Uni. 

UPDATE:

12.03.2020

Nach Bayern ziehen Berliner Hochschulen nach und verschieben den Semesterstart auf 20. April.

Der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs), ein Dachverband für Studierendenvertretungen, bewertet die aktuellen Maßnahmen gegen Corona positiv. "Was noch fehlt, ist den Studis klarzumachen, dass sie durch die zeitliche Verschiebung des Semester und den Ausfall der Lehrveranstaltungen keine Nachteile bekommen", sagt fzs-Vorsitzender Jacob Bühler. Das laufende Semester dürfe auch mit Blick auf BAföG-Anträge nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden.   

Das Deutsche Studentenwerk appelliert an Bundesländer, Unis und das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Verschiebung des Sommersemesters so zu organisieren, dass Studenten keine BAföG-Probleme haben. Damit die Förderung weiter ausgezahlt wird, solle die Zeit bis zum tatsächlichen Semesterstart als "vorlesungsfreie Zeit" deklariert werden, so Studentenwerk-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. Für Studienanfänger und diejenigen, die ein Masterstudium beginnen, wünscht sich Meyer auf der Heyde eine "Kulanzlösung": An sie solle BAföG ab dem ursprünglich angesetzten Starttermin ausgezahlt werden.   

 

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