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Sechs Geschichten aus dem Lockdown-Alltag

Positive Veränderungen, Corona, Tasse, Frau [Quelle: pexels.com, Autor: Kristina Paukshtite]

Quelle: pexels.com, Kristina Paukshtite

Seit mittlerweile über einem Jahr stellt ein Virus unsere Welt auf den Kopf. Doch nicht alle Seiten der Pandemie sind schlecht. Wir haben uns im Team umgehört und dabei überraschend viele positive Veränderungen festgestellt. Sechs Geschichten, die ohne Corona wahrscheinlich nie stattgefunden hätten.

Luzia findet mehr Zeit für alte Freunde

Durch die vielen Wochen und Monate zuhause habe ich nach Alternativen für den Zeitvertreib gesucht – und so ging es offensichtlich auch vielen anderen. Denn durch Corona habe ich wieder deutlich mehr Kontakt zu alten Schulfreunden und ehemaligen Kollegen. Das finde ich richtig schön. Sonst war die Zeit immer viel zu knapp, Freundschaften auch über eine große Distanz hinweg zu pflegen. Neben all den Verabredungen fehlte einfach die Zeit.

Jetzt, wo sowieso nichts anderes möglich ist, haben alle weniger Termine und mehr Zeit für ein nettes Pläuschchen am Telefon oder einen witzigen Online-Spieleabend. Ich genieße diesen Austausch sehr und hoffe, dass dieser regelmäßige Kontakt auch bestehen bleibt, wenn der Lockdown vorbei ist.

Pascal hat jetzt seine eigene Bar

Im ersten Lockdown war ich noch in der Schweiz im Hotel Mama einquartiert und habe gerade meine Masterarbeit geschrieben. Nach einem Netflix-Überdruss und gesegnet mit zu viel Zeit, bin ich im Internet auf ein richtiges Männer-Gadget gestoßen: eine aus einem Benzinkanister angefertigte Mini-Bar. Da es für mich demnächst sowieso in die erste eigene Wohnung gehen sollte, kam mir der Gedanke, solch eine "Kanister-Bar" selbst anzufertigen.

Mein Vater ist ein DIY-Fachmann, weswegen ich mir um das notwendige Werkzeug keine Sorgen machen musste. Ausgerüstet mit Säge, Hammer und Winkelschleifer machte ich mich also ans Werk. Das präzise Anfertigen der Innenverkleidung sowie die Berechnung der jeweiligen Fächer für Cocktail-Gläser, Coca-Cola-Dosen und die Whiskey-Flasche waren zwar eine Herausforderung, doch dank YouTube-Tutorials und einem geschickten Händchen kam schlussendlich ein richtiger Blickfang heraus, der sich gut in meine Wohnung einfügt.

Insofern hatte der Lockdown auch sein Gutes: Ich habe meine kreative Seite neu entdeckt. Und wer weiß, vielleicht geh ich mit der "Kanister-Bar" bald in Serienproduktion.

Isabel freut sich über neue Möglichkeiten

Ich kann mich noch genau an mein erstes Zoom-Meeting erinnern. Alle waren gespannt: Klappt technisch alles? Und wie um Himmelswillen funktioniert diese Technik überhaupt? Doch langsam aber sicher wissen wir alle, dass wir die Sicherheitseinstellungen unserer Computer für Zoom freigeben und die Stummschaltung beim Sprechen aufheben müssen. Und wir erkennen die unzähligen Möglichkeiten, die sich durch Zoom und Co. ergeben.

Klar, Online-Meetings (vor allem seeeeehr lange Online-Meetings, in denen der Veranstalter scheinbar noch nichts von Pausen gehört hat) können anstrengend sein. Aber in der Prä-Zoom-Welt konnten wir nicht mal eben an der Yogastunde unserer Lieblingslehrerin teilnehmen, ohne dafür aus dem Haus zu gehen. Zoom sei Dank kann ich jetzt mit einer Freundin in London quatschen, mich mit meiner Arbeitsgruppe in Würzburg austauschen und mit meinen Kollegen und Kolleginnen in München Meetings veranstalten – und das alles an einem Tag. 

Ich bin neugierig, welche spannenden Events, Vorträge und Lesungen die Welt noch für mich bereithält – in Berlin, Hamburg, Zürich oder vielleicht auch in Kapstadt? Zoom & Co. machen es möglich. 

Elena lernt ihr Heimatdorf lieben 

Ich bin in einem klitzekleinen Dorf aufgewachsen. Viele Kühe, viele Felder, wenige Menschen und noch weniger Gleichaltrige – das Landleben eben. Jeder kennt jeden und jeder redet über jeden. Nach dem Abitur bin ich in das anonyme Treiben der Großstadt geflüchtet und habe es viele Jahre wirklich genossen. Doch dann kam Corona und plötzlich war nichts mehr wie zuvor. Die vielen Menschen wirkten beklemmend, Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen raubten der Stadt ihre Vorzüge.

Und wieder einmal flüchtete ich. Diesmal zurück aufs Land zu meinem Freund. Plötzlich waren die vielen Felder und die wenigen Menschen ein Segen – denn sie brachten Freiheit und Ruhe. Das friedliche, fast spießige Landleben, das ich viele Jahre so sehr verflucht habe, gibt mir jetzt Halt. Jedes Wochenende, wenn ich die Großstadt hinter mir lasse und mit einem Lächeln auf der Autobahn in die ländliche Freiheit brause, weiß ich, dass ich mich bei meinem Heimatdorf entschuldigen muss. Was bin ich nur für ein Glückspilz!

Maria wagt sich an eine längst aufgegebene Sportart

Im Sportunterricht in der Schule war ich beim Ausdauerlauf immer eine der Letzten und wurde sogar von meinen Mitschülern überrundet. Man könnte also sagen, dass ich in dieser Disziplin eine richtige Niete war. Daran hat sich auch später nichts geändert – wann immer ich einen Gang zulegte, um den Zug zu erwischen, musste ich mich danach sehr bemühen, um die Mitfahrer nicht mit meinem lauten Luftholen zu belästigen.

Dann kam der erste Lockdown und dank Homeoffice hatte ich plötzlich mehr Zeit, da der Weg zur Arbeit wegfiel. Ich fing an, joggen zu gehen, auch wenn ich das eigentlich immer langweilig fand. Ich dachte, das wäre der einfachste Weg, um mich mehr zu bewegen und meine Ausdauer ein wenig zu verbessern. Nach ein paar Wochen stellte ich aber tatsächlich fest, dass es mir sogar Spaß macht. Die Motivation schwankt natürlich und es gibt bessere und schlechtere Tage, aber ich habe es geschafft, dranzubleiben. Ich bin zwar immer noch nicht wahnsinnig schnell und die Fortschritte sind sehr klein, aber immerhin sind es Fortschritte. Und vielleicht laufe ich ja doch noch irgendwann einen Marathon.

Sarah etabliert neue Rituale

Vor der Corona-Zeit waren meine Tage immer ziemlich durchgeplant mit Seminaren an der Uni, meinen Nachhilfe-Kids, Fechten und Bouldern. Nachdem das alles dem Lockdown zum Opfer gefallen war, hatte ich plötzlich viel Zeit zuhause und wenig Bewegung. Also suchte ich nach einem Ausgleich, den ich auch in meinem Wohnzimmer machen konnte.

So entstanden die wöchentlichen Yoga-Stunden mit meiner Mama. Sie macht seit über zehn Jahren Yoga und weiß, worauf man achten muss und so facetimen wir regelmäßig, machen Yoga und quatschen nebenbei. Da meine Mama in Oberösterreich wohnt und wir uns deswegen nur selten sehen, ist es sehr schön, etwas gemeinsam machen zu können. Unser Yoga ist jetzt ein fester Bestandteil meiner Woche. Auch wenn es deprimierend ist, wie viel beweglicher sie ist, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. 

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