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Ist er der Richtige?

Doktor Promotion Abschluss Studium (Quelle: Jonathan Daniels, unsplash.com)

Quelle: Jonathan Daniels, unsplash.com

Eine Promotion hängt auch von einer guten Betreuung ab – was dabei wichtig ist.

Er hat Kontakte

Das ist recht bedeutend. Besonders wenn man eine wissenschaftliche Karriere anstrebt, sollte man wenigstens einige Expertinnen und Experten im Fach persönlich kennen – und diese einen auch. Dabei kann der Betreuer helfen. Aber Vorsicht: Auch in der Wissenschaft gibt es Blender. Die trinken ihren Kaffee zwar noch aus der Tasse der amerikanischen Elite-Uni, aber kennen dort niemanden mehr.

Ob der Professor Kontakte hat, kann man aus dem Lebenslauf ableiten, den die meisten online stellen. Wann und wo war er vor der Pandemie? Bei welchen Tagungen stand sein Name im Programm? In wie vielen Co-Publikationen wird er genannt? Daran sieht man, mit welchen Kollegen er zusammenarbeitet. Und die Kontakte nützen natürlich nur dann, wenn der Betreuer sie auch teilt: wenn er also einen guten Zweitbetreuer vorschlägt, Doktoranden auf Tagungen mitnimmt oder sie für die Postdoc-Stelle an seiner ehemaligen Uni empfiehlt. Falls das bei ehemaligen Doktoranden der Fall war, stehen die Chancen gut.

Sie hat Geld

Gerade erst hat die Wunschbetreuerin ein großes Drittmittelprojekt angeworben. Erst mal super. Geld ist in der Wissenschaft enorm wichtig. In vielen Fächern ist man auf gute Ausstattung und teure Experimente angewiesen. Bevor man sich aber für die Professorin mit dem dicksten Budget entscheidet, sollte man abwägen, welche Labore und Arbeitsräume oder welche Geräte man wirklich braucht und wie hoch in etwa die Material- und Reisekosten tatsächlich sein werden. Denn viel Geld weckt auch hohe Erwartungen beim Drittmittelgeber: Bei gut finanzierten Drittmittelprojekten ist der Erfolgsdruck höher, sowohl für die Professorin als auch für die Doktoranden.

Das wichtigste finanzielle Kriterium ist im Übrigen nicht das Geld der Professorin, sondern das eigene. Man braucht eine Stelle, die den Lebensunterhalt sichert und lang genug läuft, damit man seine Promotion abschließen kann. Außerdem sollte im Alltag genug Zeit sein, die Doktorarbeit voranzutreiben und nicht nur der Professorin zuzuarbeiten.

Ich mag seine Leute

Promovieren kann einsam sein. Gut, wenn man mit einer Arbeitsgruppe oder anderen Doktoranden Fortschritte vergleichen, Lektüretipps austauschen und nach Feierabend Wein bei Zoom trinken kann. Um die potenziellen Kollegen an der Fakultät kennenzulernen und ein paar Einblicke zu gewinnen, kann man fragen, ob man auf Probe ein paar Tage im Institut verbringen darf. Alle nett? Gut.

Trotzdem sollte man klären, ob und wie sehr man miteinander um wissenschaftliche Veröffentlichungen oder Postdoc-Stellen konkurriert. Eine zu große Doktoranden-Gruppe kann ein Warnzeichen sein. Vielleicht schart der Prof Doktoranden um sich, um sein Ansehen zu erhöhen oder weil er seine Zeit überschätzt. Fragen Sie nach, wie er betreut, wie lange die anderen schon an ihrer Promotion arbeiten und was aus Ihren Vorgängern geworden ist. Vernetzen und austauschen kann man sich sonst auch bei Doktoranden-Stammtischen oder über Promovenden-Netzwerke, aktuell meist digital. Auch das hilft, durchzukommen.

Sie ist begehrt

Ihren Namen kennt man seit dem ersten Semester, sie hat das Standardwerk zum Thema geschrieben und wird auf jede wichtige Konferenz eingeladen. Eine Koryphäe als Erstbetreuerin schafft oft Aufmerksamkeit für die Artikel, die man mit ihr schreibt. Das hilft, die Dissertation bei einem Verlag unterzubringen.

Gut werden muss die Arbeit trotzdem. Dafür muss die Professorin sich Zeit nehmen, die vielleicht neben all den anderen Verpflichtungen nicht da ist. Deutlich weniger wert ist der Name auch, wenn die Betreuerin Sie annimmt, aber Ihnen keine Stelle anbietet und Sie sich mit Nebenjobs durchschlagen müssen. Manchmal besser, man schreibt eine erfolgreiche Doktorarbeit bei einer weniger bekannten Person, als es im schlimmsten Fall bei der Koryphäe nicht zu schaffen. Immer wichtig: eine Betreuungsvereinbarung abschließen, in der man festlegt, wie häufig man sich trifft.

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