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Die sieben größten Hochschul-Skandale

Totenkopf Schädel Gold Skelett [Quelle: Unsplash.com, Autor: Luke Southern]

Quelle: Unsplash.com, Luke Southern

Verbrechen, dunkle Seilschaften und lang gehütete Geheimnisse: Diese sieben Uni-Skandale bewegen uns bis heute. Die Hauptrollen in diesen Hochschulaffären spielen unter anderem ein toter Indianerhäuptling, die Elite Hollywoods und ein Stück Stoff.   

Sie erschüttern das Leben aller Beteiligten, dominieren Alltagsgespräche und bewegen gleichermaßen Medien und Politik: Große Skandale haben ihre Wurzeln in der Vergangenheit und wirken bis heute nach – auf und neben dem Campus.

Ob ein Eklat seine volle Wirkung entfaltet, hängt auch von der Inszenierung ab. Bestes Beispiel ist die sogenannte "Uni-Ferkelei" vom 7. Juni 1968: Drei Künstler stürmen die Veranstaltung "Kunst und Revolution" an der Wiener Universität. Sie ritzen sich die Haut, übergeben sich und pinkeln in den Hörsaal. Ein Künstler masturbiert auf der Bühne.

Mit der Aktion will die 68er-Studentenbewegung das konservative Österreich provozieren – die unappetitliche Rechnung geht auf. Die Aktionskünstler werden vor Gericht gestellt und zu Haftstrafen verurteilt. Einer von ihnen flieht für kurze Zeit nach Deutschland. Heute gilt die "Uni-Ferkelei" jedoch als eine der größten Kunstaktionen Österreichs. 

Obwohl dieser Skandal bedeutsam ist, hast du wahrscheinlich noch nie von ihm gehört. Vermutlich fehlt ihm das gewisse Etwas, um uns heutzutage noch zu beeindrucken.

Diese sieben Uni-Skandale werden uns dagegen mit größter Wahrscheinlichkeit noch länger beschäftigen.   

1. Geronimos Schädel 

Symbolbild [© Pexels via Pixabay]

Symbolbild [© Pexels via Pixabay]

Die Zutaten für diesen Uni-Skandal

Man nehme: eine Ivy-League-Uni, mehrere US-Präsidenten, eine dubiose Geheimgesellschaft und einen toten Indianerhäuptling. 

Darum geht's

Die 1832 an der Uni Yale gegründete Studentenverbindung "Skull and Bones" ist bekannt für ihre verschwiegenen und einflussreichen Mitglieder. Unter ihnen befindet sich Prescott S. Bush, der Vater beziehungsweise Großvater der US-Präsidenten George Bush und George W. Bush. Letztere sind ebenfalls "Skull and Bones"-Mitglieder .

Ebenjener Prescott S. Bush soll das Grab des berühmten Apachenhäuptlings Geronimo geplündert haben. Seitdem – so besagt es die Legende – liegen Geronimos Schädel und Knochen im Klubhaus des Geheimbundes, auch bekannt als "Tomb" (zu Deutsch: Grab).

Deshalb bleibt der "Schädel-Skandal" relevant

Ob der Grabraub wirklich passiert ist, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen. 1928 zementierte die US-Army das Grab des Apachenhäuptlings, was eine Untersuchung so gut wie unmöglich macht.

Das ungelöste Rätsel um Geronimos Schädel beschäftigt die Öffentlichkeit immer wieder. Geronimos Nachkommen verklagen 2009 US-Medien zufolge "Skull and Bones", die Uni Yale und die US-Regierung. Der Uni-Skandal wird also nicht in der Versenkung verschwinden, bietet er doch Stoff für mindestens zehn Hollywoodfilme.      

2. Die Todesstudie

Tuskegee Syphillis Experiment [Quelle: National Archives]

Das Tuskegee-Syphilis-Experiment [Quelle: National Archive]

Die Zutaten für diesen Uni-Skandal

In den Hauptrollen: eine Geschlechtskrankheit, eine skrupellose Regierungsbehörde und rassistische Ärzte.

Darum geht's

Ab dem Jahr 1932 rekrutieren Ärzte des U.S. Public Health Service in Alabama schwarze Erntehelfer, um unter Afroamerikanern die Langzeitfolgen der Geschlechtskrankheit Syphilis zu studieren. Die Mediziner werben mit kostenloser medizinischer Behandlung – für viele Teilnehmer ein attraktives Angebot. Als Probanden finden sich 399 infizierte und 201 gesunde Männer, letztere stellen die Kontrollgruppe.

Das Perfide an der Studie: Die Ärzte verschweigen den Männern ihre Erkrankung und behandeln sie nicht, um den Verlauf der Krankheit ungestört zu studieren. Das "Sterben unter Beobachtung" endet erst 1972, als ein Mitarbeiter des U.S. Public Health Service die Presse informiert.  

Die Forschung für das menschenverachtende Experiment findet ausgerechnet am Tuskegee Institute (heute: Tuskegee University) statt. Die Hochschule ist eine der bedeutendsten afroamerikanischen Bildungseinrichtungen. Der Bürgerrechtler Booker T. Washington gründet sie 1881, um ehemaligen Sklaven Bildungschancen zu ermöglichen. 

Deshalb bleibt der "Syphilis-Skandal" relevant       

Die Syphilis-Studie von Tuskegee verdunkelt das strahlende Vermächtnis der Tuskegee University. Die Folgen des rassistischen Experiments sind bis heute spürbar – trotz einer offiziellen Entschuldigung durch US-Präsident Bill Clinton im Jahr 1997. Das Misstrauen der schwarzen US-Bevölkerung gegenüber Behörden sitzt bis heute tief. Zum Beispiel hält sich unter Afroamerikanern die Aids-Verschwörungstheorie besonder hartnäckig, der zufolge das HI-Virus in einem Regierungslabor entstanden ist.     

3. Trubel um ein Tuch

[Symbolbild: Junge Muslima mit Kopftuch © Artur Aldyrkhanov via unsplash.com]

Symbolbild: Junge Muslima mit Kopftuch © Artur Aldyrkhanov via unsplash.com

Die Zutaten für diesen Uni-Skandal

Bei diesem Hochschulaufreger dreht sich alles um ein Kleidungstück und die Debatte um Religion im öffentlichen Raum. 

Darum geht's 

In der Vorlesung "Einführung in die Internationalen Beziehungen" fordert die Professorin Gisela Müller-Brandeck-Bocquet 2017 Studenten auf, ihre Kopfbedeckungen abzunehmen. Im Hörsaal der Uni Würzburg sitzt auch eine junge Muslima, die sich weigert, ihr Kopftuch abzunehmen. Einige Studenten solidarisieren sich mit ihrer Kommilitonin und verlassen aus Protest die Vorlesung.

Nachdem viele Medien über den Vorfall berichtet, beginnt deutschlandweit eine Debatte: Hat die Professorin die Religionsfreiheit ihrer Studentin eingeschränkt? Die Dozentin entschuldigt sich öffentlich bei der Muslima, die ihre Entschuldigung annimmt.

Deshalb bleibt der "Kopftuch-Skandal" relevant 

Wo hört Religionsfreiheit auf? Wie viel Platz haben Religionen an einem säkularen Ort wie der Universität? Diese Fragen beschäftigen unsere Gesellschaft sicher auch noch in den nächsten Jahren.    

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