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"Es gibt mehr Betrugsmöglichkeiten"

[Quelle: Canva]
Elli: viertes Fachsemester Psychologie an der Universität Wien

Wie lief deine erste Corona-Prüfung?

Meine erste Corona-Prüfung lief online über die Plattform Moodle ab. Da nur schlecht verhindert werden kann, dass Lösungen gegoogelt werden, wurde sie als Open-Book-Klausur konzipiert. Wir konnten also jederzeit in den Büchern nachsehen, was wir dazu gemacht haben.

Ich habe die Prüfung ganz normal zu Hause geschrieben an meinem Laptop. Da wir in den Unterlagen nachschauen konnten, wurde uns ein knappes Zeitlimit gesetzt. Der erste Teil war Multiple-Choice, der zweite Teil offene Fragen. Durch das Limit war es sehr stressig und lief nicht so gut, wie ich gedacht hätte.

Bist du der Meinung, du hättest du bei einer "normalen" Prüfung besser abgeschnitten?

Ja, ich denke in einer normalen Prüfung hätte ich besser abgeschnitten. Wir konnten bei Multiple-Choice-Fragen in dem Online-Tool nicht mehr zurückgehen, wenn wir die Frage bereits beantwortet hatten. Am Anfang ist man aber besonders nervös und es schleichen sich schnell Flüchtigkeitsfehler ein, die ich im Nachhinein gerne verbessert hätte. Durch den Zeitdruck hilft auch das erlaubte Nachsehen im Buch nichts.

Wie findest du, ist deine Uni auf die aktuelle Situation vorbereitet?

Meine Uni war nur halbwegs gut vorbereitet. Es gibt so viele Studiengänge oder Universitäten, die ausschließlich Online-Lehre anbieten. Die entsprechenden Tools müssten eigentlich vorhanden sein, aber meine Hochschule hat sehr lange gebraucht, bis das vernünftig umgesetzt wurde.

Am Anfang wurde uns per E-Mail mitgeteilt, wie es während Corona weitergeht. Dann haben wir viel über Zoom, Powerpoint-Präsentationen und Videos gearbeitet. Trotz der Schwierigkeiten war es so am Ende möglich, alles zu lernen, was wir sonst auch gelernt hätten. Zum Ende hin hatten wir in Wien sogar wieder Präsenz-Klausuren.

Wie betrugssicher sind die Corona-Prüfungen deiner Uni deiner Meinung nach?

Da die meisten unserer Klausuren Open-Book-Klausuren waren, haben die Dozenten übergreifende Fragen gestellt, deren Lösung man nur schwer nachsehen konnte. Durch das Zeitlimit war man eigentlich die meiste Zeit gestresst und hatte nicht so viel Zeit zu betrügen.

Aber natürlich haben sich viele Kommilitonen bei leichteren Klausuren in Gruppen getroffen und die Prüfungen einfach gemeinsam geschrieben. Ich würde schon sagen, dass es mehr Betrugsmöglichkeiten gibt. Trotzdem hatte das meiner Meinung nach keine großen Auswirkungen auf das Endergebnis.

Ich hatte nur das Gefühl, dass man Prüfungen nicht so ernst nimmt, wenn man sie zu Hause schreibt und deswegen vielleicht auch nicht so gut lernt, wie man es normalerweise getan hätte.

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