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Klausuren im Pandemie-Modus

Uni-Prüfungen während Corona[Quelle: pexels.com, Ivan Samkov]

Quelle: pexels.com, Ivan Samkov

Vom Prüfungsmarathon im Audimax zur Leistungsabnahme vor dem PC: Uni-Prüfungen werden während Corona zu Extremsituationen. Vier Studis erzählen von ihren Klausuren während der Pandemie.

Ob verspäteter Semesterstart, Pandemie-Praktikum oder Nothilfe-Antrag: SARS-CoV-2 hat dein Leben und dein Studium sicher auf die ein oder andere Weise durcheinandergewirbelt. Spätestens während der Prüfungsphase.

Doch wie liefen Uni-Prüfungen während der Pandemie für Studenten? Vier Kommilitonen erzählen von ihren Corona-Klausuren.

[Quelle: Canva]
Stefan*: zweites Fachsemester VWL (Master) an der Università Bocconi

Wie lief deine erste Corona-Prüfung?

Meine erste Prüfung war mündlich und wurde per Skype abgehalten. Eigentlich hat es sich gut angefühlt, kaum anders als im persönlichen Gespräch. Ich habe meinen Prüfern noch genauer zugehört als sonst und mehr auf verbale Signale wie "Mhm" und "Ja" geachtet.

Online geht viel von der Körpersprache verloren, die ich in einer normalen Prüfungssituation wahrnehme: Wenn der Prüfer zum Beispiel unruhig auf dem Stuhl hin und her rutscht, merke ich, dass ihm gerade nicht passt, was ich sage, und stoppe erst mal.

Dass das Gespräch via Skype nach hinten losgehen kann, habe ich beobachtet, als ich vorher einer mündlichen Prüfung als Zeuge beisaß. Sollen sich Frage und Antwort abwechseln, stockt es schnell. Wenn sich die Kommunikation bereits ohne Skype schwierig gestalten würde, wird sie digital noch zäher. Ein bisschen so, als ob du bereits schlecht hörst und dann versuchst, dich in einer Kneipe zu unterhalten, in der laute Musik läuft.

Bist du der Meinung, du hättest bei einer "normalen" Prüfung besser abgeschnitten?

Schwer zu sagen. Meine weiteren Prüfungen habe ich im Respondus-LockDown-Browser absolviert, einem speziell gesicherten Browser. Ich habe meine Webcam für meine Prüfer einmal durch den Raum geschwenkt und wurde während der Prüfung gefilmt.

Für mich hat sich alles gewohnt-ungewohnt angefühlt. Ungewohnt, weil ich meine Prüfungen normalerweise in einer großen Halle schreibe. Und gewohnt, weil ich sie zu Hause geschrieben habe, wo ich wochenlang gelernt habe. Ich war deshalb weniger nervös.

Manche Prüfungen liefen genauso gut wie sonst. Ob ich einen Essay per Hand oder Tastatur schreibe, macht für mich keinen Unterschied. Bei anderen Prüfungen war es schwieriger: Mathematische Aufgaben mit Formeln und Variablen lassen sich nicht so gut digitalisieren. Dadurch änderte sich das Prüfungsformat im Vergleich zum Vorjahr, was wiederum die Vorbereitung durch Altklausuren schwieriger machte.

Wie findest du, ist deine Uni auf die aktuelle Situation vorbereitet?

Vorbereitet war meine Uni nicht, denn Corona hat uns in Italien mitten im Semester erwischt. Aber sie hat sehr schnell und gut reagiert. Im Februar hatte die Università Bocconi eine Woche lang geschlossen. Danach lief der Regelbetrieb vollkommen reibungslos digital weiter.

Wie betrugssicher sind die Corona-Prüfungen deiner Uni deiner Meinung nach?

Technisch kenne ich mich zu wenig aus, um das zu beurteilen. Uns wird gesagt, dass alles sicher sei. Einige Sicherheitsvorgaben stören mich jedoch schon. Zum Beispiel, dass ich bei der Prüfung gefilmt werde. Die Prüfungen – wenn möglich – ein halbes Jahr später "normal" abzulegen, ist für mich aber keine Alternative. Da nehme ich möglicherweise leichte Einbußen beim Datenschutz in Kauf.

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