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Semesterferien in Schanghai

Schanghai China Skyline (Quelle: freeimages.com, GoldDuck)

Quelle: freeimages.com, GoldDuck

Summer Schools sind angesagter denn je. Wohin es genau gehen soll und ob es unbedingt Elite sein muss, ist aber schwer zu entscheiden.

Es war sonnig und heiß, als Fabiola Neitzel am 1. August 2018 in Schanghai aus dem Flieger stieg. Doch vom guten Wetter bekam die Studentin gar nicht viel mit, denn sie hatte nur ein Ziel: Denjenigen zu finden, der ein Schild mit ihrem Namen hochhielt. "Ich war zum ersten Mal in Asien", erzählt die 26-Jährige, die an der Justus-Liebig-Universität Gießen den Master Insect Biotechnology and Bioresources studiert. Als sie den Mann mit dem Schild in der Hand gefunden hatte, war sie erleichtert.

Schon auf dem Weg zu ihrer Gasthochschule, der Schanghai International Studies University, war sie froh über eine ortskundige Begleitung: "Die meisten Chinesen sprechen kaum Englisch, selbst Taxi fahren wird zur Herausforderung." In Deutschland hatte Neitzel zwar schon ein Semester lang Chinesisch gelernt, doch das reichte bei weitem nicht aus. "Ich war froh über die Betreuung vor Ort, das war ein softer Einstieg in die fremde Kultur", sagt Neitzel. Jetzt konnte es losgehen, das Abenteuer Summer School in China.

Summer Schools werden bei deutschen Studierenden immer beliebter. Dort lernen sie in kurzer Zeit Kommilitonen aus aller Welt kennen und sammeln in den Ferien Auslandserfahrung. Viele denken bei Summer Schools an Elite-Hochschulen wie Harvard und Yale. Doch dort kosten allein die Studiengebühren mehrere tausend Dollar, dazu kommen Unterkunft, Flug und Verpflegung. Für ein gutes Summer-School-Programm muss man aber gar nicht sein Sparkonto plündern. Partnerhochschulen deutscher Universitäten sind gute Alternativen, die ebenfalls für Abwechslung im Lebenslauf sorgen.

Tokio, Helsinki oder Schanghai

Die Universität Gießen etwa schickt ihre Studenten in den Sommerferien nach Tokio, Helsinki oder eben – wie Fabiola Neitzel – nach Schanghai. Die Summer School in China richtet die Universität gemeinsam mit dem SGroup European Universities’ Network aus, das sich um das Programm und die Betreuung der Studierenden vor Ort kümmert. Indem die Hochschule nur Angebote von Partnern bewirbt, betreibt sie auch eine Art Qualitätssicherung: "Wir bekommen täglich Summer-School-Angebote. Doch wir veröffentlichen nur Angebote von Partnerhochschulen, um den Studierenden die Recherche zu erleichtern und sie gezielt auf diese Angebote aufmerksam zu machen", sagt Meike Röhl vom Akademischen Auslandsamt der Universität Gießen. Denn häufig gehe es den Studierenden gar nicht darum, ihren Sommer an einer Elite-Hochschule zu verbringen. Sie wollen vielmehr die Ferien nutzen, um einen Auslandsaufenthalt unterzubringen oder eine Sprache intensiv zu lernen.

Fabiola Neitzel war die erste Studentin der Universität Gießen, die an der Summer School in Schanghai teilnahm. Und auch das war eher dem Zufall geschuldet: Sie hatte sich bei ihrer Universität für ein Auslandssemester in China beworben. Als sie den Platz bekam, bot ihr das Akademische Auslandsamt direkt die Summer School an. "Zeitlich passte das perfekt, und den teuren Flug musste ich sowieso buchen", sagt Neitzel. Also nahm sie an dem vierwöchigen Programm teil – eine Kombination aus Intensivsprachkurs und Sightseeing: Vormittags lernte sie Chinesisch an der Schanghai International Studies University, nachmittags besuchte die 20-köpfige Gruppe Unternehmen und Sehenswürdigkeiten. "Wir waren im Volkswagenwerk und bei der EU-Delegation", sagt Neitzel. Außerdem ging es auf eine Teeplantage, mit dem Nachtzug nach Peking zur Chinesischen Mauer und zur Terrakotta-Armee nach Xi’an.

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