Partner von:

Wie kannst du ein Studium mit Kind finanzieren?

Studium, Kind und dann auch noch Geldsorgen – um diese Dreifachbelastung zu vermeiden gibt es für Studenten mit Kind verschiedene Möglichkeiten der Studienfinanzierung, über die du dich möglichst schon vor der Schwangerschaft informieren solltest.

  • Arbeitslosengeld und Wohngeld: Studenten selbst haben zwar nur während eines Urlaubsemesters wegen Schwangerschaft/Kindeserziehung Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe. Für ihr Kind können sie aber Wohngeld und Arbeitslosengeld II beantragen.
  • BAföG: Als Student hast du Anspruch auf Unterstützung durch deine Eltern. Ist deren Einkommen zu gering, bist du BAföG-berechtigt – unabhängig vom eigenen Kind. Wenn du dich wegen Schwangerschaft oder Elternzeit für mehr als drei Monate vom Studium beurlauben lässt, verlierst du für diese Zeit dein Anrecht auf BAföG. Informier dich unbedingt rechtzeitig beim BAföG-Amt über die entsprechenden Regelungen und eine mögliche Verlängerung der Förderungshöchstdauer nach der Regelstudienzeit.
  • Elterngeld: Studentische Eltern haben zusätzlich zu allen anderen Sozialleistungen ein Anrecht auf Elterngeld. Dabei erhält ein Elternteil zwölf Monate lang mindestens 300 Euro monatlich und kann wie gewohnt weiterstudieren. Stell deinen Antrag auf Elterngeld möglichst bald nach der Geburt beim Amt für Versorgung und Soziales. Wenn du vorhast nach der Geburt in Teilzeit zu arbeiten, solltest du dich dort alternativ über das ElterngeldPlus informieren.
  • Kinderbetreuungszuschlag im BAföG: BAföG-berechtigte Väter oder Mütter, die ohne Unterbrechung weiterstudieren, können einen Antrag auf ein zusätzliches Kinderbetreuungsgeld stellen. Bei Erfüllung der Voraussetzungen winken ab dem Wintersemester 2016/2017 130 Euro pro Kind und Monat.
  • Kindergeld: Jeder, dessen Kind bei ihm in Deutschland wohnhaft ist, hat einen Anspruch auf Kindergeld. Für die ersten beiden Kinder beträgt das monatliche Kindergeld aktuell 164 Euro. Den Antrag darauf solltest du direkt nach der Geburt bei der Arbeitsagentur stellen.
  • Kinderzuschlag: Studenten mit Kind, deren monatliches Einkommen 600 Euro (Singles) beziehungsweise 900 Euro (Paare) übersteigt, aber nicht ausreicht, um für den Unterhalt ihres Kindes aufzukommen, können bei der Familienkasse der Arbeitsagentur einen Kinderzuschlag von bis zu 140 Euro monatlich beantragen.
  • Mutterschaftsgeld: Studentinnen, deren Beschäftigungsverhältnis durch Schwangerschaft bzw. Geburt unterbrochen wird, haben Anspruch auf Mutterschaftsgeld für den Zeitraum von sechs Wochen vor der Geburt bis acht Wochen nach der Geburt. Dazu müssen sie bei der zuständigen Krankenkasse sieben Wochen vor dem Geburtstermin einen Antrag stellen. Wie viel Geld du erhältst, hängt von deiner Versicherung sowie der Dauer und dem Nettolohn deiner Nebentätigkeit ab: Als selbst studentisch Versicherte kannst du so bis zu 13 Euro pro Tag erhalten. Familien oder privat krankenversicherte Studentinnen erhalten einmalig maximal 210 Euro.
  • Stiftungsmittel der Bundesstiftung "Mutter und Kind": Bei der Bundesstiftung "Mutter und Kind" können alleinerziehende Eltern oder junge Familien im Studium eine einmalige finanzielle Hilfe von bis zu 690 Euro beantragen. Darauf besteht kein Rechtsanspruch. Ob diese gewährt wird, richtet sich nur nach der persönlichen Situation.
  • Stipendien: Neben den herkömmlichen Stipendien für außerordentliche Studienleistungen oder politisches und soziales Engagement können Studenten mit Kind sich um Stipendien für junge Eltern im Studium zu bewerben. Staatliche und kirchliche Träger, aber auch private Stiftungen und Begabtenförderungswerke von Firmen, Vereinen oder Parteien bieten finanzielle Unterstützung in Form von monatlichen Zuwendungen oder Einmalzahlungen. In der Regel sind diese an die akademische Leistung geknüpft, aber auch Konfessionszugehörigkeit oder herausragende Leistungen in einem speziellen Bereich können entscheidend sein.
  • Studienbeitragsbefreiung: An allen deutschen Universitäten besteht für Studenten mit Kind bei mindestens einem Elternteil eine Studienbeitragsbefreiung. Abhängig von der Hochschule kannst du für mindestens zwei Semester oder für die komplette Regelstudienzeit und darüber hinaus vom Studienbeitrag befreit werden.
  • Unterhaltsvorschuss: Als alleinerziehender Student kann man beim Jugendamt einen Antrag auf einen Unterhaltsvorschuss stellen, wenn der nicht im Haushalt lebende Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Dieser wird später durch das Amt zurückgefordert. Für Kinder bis zu sechs Jahren liegt der Regelsatz bei 133 Euro monatlich.

Wer betreut dein Kind, wenn du zur Uni musst?

Während des Studiums bist du flexibler als im Berufsalltag und auf stressige Prüfungsphasen folgen lange Semesterferien, die man besonders intensiv mit seinem Kind verbringen kann. Trotzdem ist ein Studium mit Kind auch eine Frage des geschickten Zeitmanagements. Vor allem Vollzeitstudenten sollten sich rechtzeitig überlegen, welche Betreuungsmöglichkeiten für ihr Kind in Frage kommen, damit genug Zeit für Vorlesungen und Lernphasen bleibt.

Die meisten Hochschulen haben mittlerweile ein gut ausgebautes Betreuungsangebot, von Mutter-Kind-Räumen auf dem Campus bis zu Kitas vom Studentenwerk. So ermöglichen universitätseigene Betreuungseinrichtungen den jungen Müttern und Vätern ihr Kind morgens mit zur Uni zu nehmen, dort zur Betreuung zu geben und zwischendurch auch immer einmal vorbeizuschauen. Abseits der Universität sind Kindergärten, Kindertagesstätten oder eine Tagesmutter eine gute Lösung für eine halb- oder ganztägige Betreuung.

Studenten haben ein Anrecht auf eine Tagesbetreuung für Kinder bis drei Jahre. Allerdings müssen sie sich dafür selbstständig und frühzeitig um einen Betreuungsplatz bemühen. Beim zuständigen Jugendamt kannst du einen Antrag auf Bezuschussung stellen. Kurzfristig können auch Babysitter oder Kindermädchen eine Lösung sein, die allerdings aus der eigenen Tasche finanziert werden müssen. Übrigens: Die sogenannte Elternzeit kann auch für Studenten mit Kind interessant sein. Mütter und Väter, die ihren Lebensunterhalt beispielsweise durch einen Job selbst finanzieren, haben einen gemeinsamen Anspruch auf drei Betreuungsjahre. So kann ein erwerbstätiger Partner unmittelbar nach dem Mutterschutz in Elternzeit gehen und bis zu sechs Semester lang die Doppelbelastung von Studium und Kindererziehung für das studierende Elternteil merklich erleichtern. Wer sich ein Vollzeitstudium mit Kind nicht vorstellen kann, hat an vielen Unis auch die Möglichkeit ein Teilzeitstudium zu beginnen, um so Studium und Kind unter einen Hut zu bekommen.

nach oben

Du hast eine zündende Idee für einen Artikel auf e-fellows.net? Schreib für uns als Gastautor. Wir freuen uns auf deine Beiträge!

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren