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"Das Geld liegt zum Teil auf der Straße"

Geldregen [© lassedesignen – Fotolia.com]

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Stipendiat zu werden ist einfacher, als viele meinen. Außer den klassischen Programmen gibt es etliche weitere Fördermöglichkeiten – man muss sich nur trauen, danach zu fragen.

Diese Botschaft ist bei Markus Losse schnell angekommen: Am Geld soll sein Studium an der Frankfurt School of Finance and Management nicht scheitern. Schon während der Bewerbung wurde abgefragt, ob er sich für ein Stipendium interessiere. Losse, der einen Bachelor an der Hochschule Rhein-Main gemacht hat, ist für jede Unterstützung dankbar: Seine Eltern können ihm das 36.500 Euro teure Master-of-Finance-Programm an der Privat-Uni nicht bezahlen.

Als Anwärter für eine Begabtenförderung sah sich der junge Mann nicht. Dabei lagen seine Leistungen im Bachelor-Studium klar über dem Durchschnitt: Mit einer Abschlussnote von 1,8 gehörte er in Wiesbaden unter den 25 Absolventen seines Jahrgangs zu den drei Besten. Auch ist er gesellschaftlich engagiert, was von Stipendiengebern gerne gesehen wird: Losse kümmert sich privat um Flüchtlinge. Also fasste er sich doch ein Herz und bewarb sich um ein Klaus-Peter-Müller-Stipendium. Es wurde vom früheren Commerzbank-Chef Müller ins Leben gerufen und ist für Master- und MBA-Studenten in Vollzeitprogrammen gedacht. Losse erhielt eine Zusage. Seit September studiert der Fünfundzwanzigjährige nun in Frankfurt und bekommt für zunächst zwei Semester drei Viertel der Gebühren erlassen.

Nebenjob, Verwandtschaft oder ein Kredit

Nebenher arbeiten gehen, auf die Großzügigkeit der Verwandtschaft bauen oder einen Kredit aufnehmen: Diese drei Finanzierungsmöglichkeiten erscheinen den meisten Studierwilligen als die realistischsten. Variante Nummer vier, ein Stipendium, kommt vielen dagegen nicht in den Sinn, vor allem dann nicht, wenn sie in Schule oder Erststudium keine Top-Noten erreicht haben.

Dabei gibt es außer den klassischen Förderwerken wie der Studienstiftung des deutschen Volkes und den politischen oder kirchlichen Stiftungen noch eine Reihe anderer potentieller Geldgeber. Das Deutschlandstipendium, bei dem der Bund und private Partner einen Monatszuschuss von 300 Euro gewähren, ist eine Option mit nicht allzu hohen Hürden – aber es gibt noch etliche weitere Angebote. An Privathochschulen gehören Stipendienprogramme ohnehin zum Standard, und auch in staatlichen Unis eröffnen sich mehr Geldquellen, als viele denken.

Angebote für fast jeden Studenten

Der erste Schritt zu einem Stipendium ist oft schon getan, wenn man nur den Mut aufbringt, sich danach zu erkundigen. Doch der fehlt oft, wie Maria Schüssler weiß. "Es ist in der Tat ein Problem, dass viele Studenten sich nicht trauen, nach Fördermöglichkeiten zu fragen", sagt die Mitarbeiterin des Studien-Service-Centers der Uni Frankfurt. Sie wolle helfen, die Angebote zu nutzen. "Das Geld liegt zum Teil auf der Straße." Wenn man sich mit den Möglichkeiten beschäftige, "findet man für fast jeden Studenten etwas – nicht nur für die Einserkandidaten".

Manchmal sind es Angehörige der Hochschule selbst, die solche Zuwendungen gewähren. An der TU Darmstadt etwa gehören die Professoren Thomas Weiland und Sorin Huss zu dieser Gruppe von Gönnern. Weilands Stiftung vergibt jährlich an Studenten der Mint-Fächer acht Stipendien, die mit 500 Euro im Monat dotiert sind. Aus dem Sorin-Huss-Fonds wiederum werden studierende Eltern unterstützt: Sie können maximal ein Jahr lang bis zu 1800 Euro Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten bekommen. Für Studenten bestimmter – oft technischer – Fächer sind Programme von Firmen und Unternehmensverbänden gedacht. Die Förderung reicht hier von 250 Euro Zuschuss im Monat bis hin zu einem kompletten Doktorandengehalt inklusive Sachmittel wie im Fall des Merck-Stipendiums für Chemie-Promovierende an der TU.

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