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Wo Studenten in Deutschland noch günstig wohnen

unsplash.com; Brandon Griggs

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Semesterstart in der teuren Schuhschachtel? In Metropolen wie München, Hamburg oder Berlin explodieren die Mieten. Doch anderswo findest du noch günstige Studentenbuden.  

Keine Frage, für Studenten hat München einiges auf Lager: Ludwig-Maximilians-Universität, Technische Universität und Hochschule München sind Topadressen, die jeder kennt. Pack noch das Oktoberfest drauf, die entspannte Lern-Session im Englischen Garten oder einem der zahlreichen Cafés und du hast eigentlich alles, was du dir als Studi wünschst. Eigentlich ... Denn die selbsternannte "Weltstadt mit Herz" hat einen gewaltigen Haken: unglaubliche Mieten! Im Jahr 2018 kostete eine Studentenwohnung im Median 790 Euro, 2017 betrug die Miete noch 700 Euro. München belegt damit den ersten Platz im Ranking der teuersten deutschen Hochschulstädte – das ergibt eine Analyse von Immowelt, für die sich die Plattform insgesamt 90.000 Angebote in 68 Städten angesehen hat. 

Hier blechen Studis am meisten

Wie kostspielig die Bude in der bayerischen Landeshauptstadt ist, merkst du spätestens beim Blick auf den Rest der Teuer-Top-5 in Frankfurt (2017: 470 Euro; 2018: 530 Euro), Stuttgart (2017: 410 Euro; 2018: 500 Euro), Berlin (2017: 410 Euro; 2018: 470 Euro) und Ingolstadt (2017 und 2018: 450 Euro) –  im Vergleich zu München wahre Schnäppchen.

Nicht nur für Wohnungen in den großen Unistädten musst du viel Geld für die Miete locker machen, auch in vermeintlich kleinen Städte im Süden Deutschlands boomt der Mietmarkt: Konstanz (2018: 430 Euro), Mainz (2018: 420 Euro) und Heidelberg (2018: 400 Euro) haben renommierte Hochschulen, die jedes Semester zahlreiche Studenten anziehen. Freiburg (2018: 420 Euro) ist dafür ein weiteres Beispiel, auch wenn mancher Akademiker mit dem Studentenleben im Breisgau so seine Schwierigkeiten hat, wie das charmante Musikvideo dieses Berliners beweist.

Wenn ein Drittel deines Geldes für die Miete draufgeht      

Wenn du an einer Uni eingeschrieben bist, herrscht bei dir wahrscheinlich öfters Ebbe im Geldbeutel: Im Jahr 2016 erhielten Studenten laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks im Durchschnitt 918 Euro pro Monat. Davon steuern die Eltern mit 541 Euro mehr als die Hälfte bei. Rund 385 Euro bringen studentische Nebenjobs ein. Zwar haben Studenten damit mehr Geld zur Verfügung als zuvor – 2012 betrug das monatliche Durchschnittseinkommen 842 Euro. Ein Leben im Luxus sieht aber anders aus ... Dein Studium kostet schließlich Geld: Lehrmaterialen, Fahrkosten, Essen und vielleicht noch Studiengebühren belasten dein Konto. Und den Löwenanteil verschlingt die Miete für dein Zimmer in der WG. 323 Euro  – mehr als ein Drittel ihres Einkommens – haben Studenten 2016 durchschnittlich im Monat für ihre Bude gezahlt.

Not macht erfinderisch

Eines ist jedoch noch schlimmer als für das heruntergekommene Kämmerchen Wuchermieten zu zahlen: gar keine Wohnung zu finden. Bestes Beispiel ist Frankfurt. Der Brexit lockt aktuell 45 Banken in die Finanzmetropole, gleichzeitig fluten Studenten den Frankfurter Wohnungsmarkt. Die Lage ist deshalb so angespannt, dass die AstA der Goethe-Universität zu Beginn des Wintersemesters 2018/19 ein "Indoor-Camp" für Erstsemester angeboten hat – Feldbetten, Internet, Teeküche und Waschmöglichkeiten inklusive.

Wer verzweifelt nach einer Wohnung sucht, muss erfinderisch sein. In Heidelberg bauen Studenten ihr eigenes Wohnheim. Eine Nürnberger WG hat sich zu einem Miet-Syndikat zusammengeschlossen, um ihr Wohnhaus vom Markt zu nehmen. Auf ein einfaches Prinzip setzt wiederum das Projekt "Wohnen für Hilfe: Studis gehen eine Wohnpartnerschaft mit Senioren, Alleinerziehenden oder Familien ein. Für ein günstiges Zimmer helfen sie ihren WG-Partner im Alltag. Pro Quadratmeter Wohnraum wird eine Stunde Hilfe pro Monat fällig. Das macht für ein 15-Quadratmeter großes Zimmer 15 Stunden Mitarbeit monatlich. Die Studenten zahlen lediglich Nebenkosten wie Strom, Wasser und Gas.

Hier sind die Buden noch billig

Es gibt sie allerdings noch, die günstigen Studentenbuden. Im Osten sind Magdeburg (2018: 220 Euro) und Cottbus (2018: 190 Euro) preiswerte Alternativen. Deinen Studienplatz solltest du jedoch nicht allein wegen der Miete aussuchen. Folgende Aspekte sind mindestens genauso wichtig: Hat die Hochschule das nötige Renommee und bietet sie deinen Wunschstudiengang an? Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten vor Ort? Findest du notfalls einen gut bezahlten Nebenjob? Erfüllt deine potenzielle Unistadt diese Kriterien, steht deinem Umzug nichts mehr im Wege. Großstädte wie Leipzig (2018: 250 Euro) und Dresden (2018: 270 Euro) überzeugen etwa durch niedrige Mietpreise, ein großes Freizeit- und Kulturangebot und eine gute akademische Infrastruktur.

Die Mietpreise für Studentenbuden im Überblick

Stadt
Mieten in 2017 (Median) Mieten in 2018 (Median) Entwicklung 2017/2018
Aachen 300 € 310 € 3%
Augsburg 360 € 370 € 3%
Bamberg 330 € 330 € 0%
Bayreuth 300 € 300 € 0%
Berlin 410 € 470 € 15%
Bielefeld 290 € 290 € 0%
Bochum 240 € 260 € 8%
Bonn 360 € 380 € 6%
Braunschweig 260 € 270 € 4%
Bremen 300 € 320 € 7%
Chemnitz 190 € 190 € 0%
Cottbus 200 € 190 € -5%
Darmstadt 360 € 380 € 6%
Dortmund 260 € 280 € 8%
Dresden 270 € 270 € 0%
Düsseldorf 380 € 400 € 5%
Duisburg 230 € 250 € 9%
Erfurt 280 € 290 € 4%
Erlangen 370 € 380 € 3%
Essen 270 € 280 € 4%
Frankfurt am Main 470 € 530 € 13%
Freiburg im Breisgau 400 € 420 € 5%
Fulda 350 € 360 € 3%
Gelsenkirchen 230 € 230 € 0%
Giessen 350 € 350 € 0%
Göttingen 330 € 330 € 0%
Greifswald 260 € 270 € 4%
Halle (Saale) 210 € 200 € -5%
Hamburg 400 € 420 € 5%
Hannover 310 € 330 € 6%
Heidelberg 370 € 400 € 8%
Hildesheim 240 € 260 € 8%
Ingolstadt 450 € 450 € 0%
Iserlohn 240 € 240 € 0%
Jena 290 € 300 € 3%
Kaiserslautern 220 € 250 € 14%
Karlsruhe 390 € 400 € 3%
Kassel 280 € 280 € 0%
Kiel 270 € 280 € 4%
Koblenz 350 € 350 € 0%
Köln 400 € 430 € 8%
Konstanz 400 € 430 € 8%
Leipzig 240 € 250 € 4%
Lübeck 270 € 270 € 0%
Magdeburg 220 € 220 € 0%
Mainz 380 € 420 € 11%                                   
Mannheim 320 € 340 € 6%
Marburg 320 € 320 € 0%
München 700 € 790 € 13%
Münster 370 € 350 € -5%
Nürnberg 370 € 400 € 8%
Oldenburg 300 € 320 € 7%
Osnabrück 290 € 300 € 3%
Paderborn 270 € 290 € 7%
Passau 300 € 310 € 3%
Potsdam 330 € 340 € 3%
Regensburg 360 € 380 € 6%
Rosenheim 390 € 400 € 3%
Rostock 210 € 220 € 5%
Saarbrücken 270 € 280 € 4%
Siegen 250 € 250 € 0%
Stuttgart 410 € 500 € 22%
Trier 300 € 320 € 7%
Tübingen 380 € 370 € -3%
Ulm 330 € 370 € 12%
Wiesbaden 380 € 390 € 3%
Würzburg 350 € 360 € 3%
Wuppertal 240 € 240 € 0%

Quelle: Immowelt.de

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