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Vor allem das Gehalt entscheidet

Vor allem das Gehalt entscheidet

Gewichtung der Kriterien in den wichtigsten MBA-Rankings (in Prozent)
Kriterien Business Week Forbes Financial Times Economist
Gehalt und Karrierechancen   100% 54% 38%
Meinung von Absolventen 45%   7% 23%
Meinung von Recruitern 45%      
Studiengangsprofil     6% 14%
Lehrkörper 10%   26% 3%
Gewichtung der Fächer     4% 6%
Diversity     3% 9%
Alumni-Netzwerk       7%

nach Handelsblatt | Quelle: United Nations Global Compact

Henning Zülch, Prorektor an der HHL Leipzig Graduate School of Management, bemängelt, dass die Bewertungskriterien der Rankings nicht zum deutschen System passen. Die HHL sieht sich als Start-up-Schmiede und hat sich Prinzipien wie Nachhaltigkeit und ethisches Handeln auf die Fahne geschrieben. "Entrepreneure verdienen am Anfang nicht viel. Damit können wir bei den Rankings nur verlieren. Wir müssten unsere strategische Ausrichtung ändern und mehr auf die Beraterbranche abzielen", sagt der Wirtschaftsprofessor. Zwar schätzt er die Rankings für den Überblick, den sie Interessenten bieten, "wir wollen diese Sichtbarkeit aber nicht um jeden Preis erreichen". Er wünscht sich, dass Rankings künftig die internationale Realität widerspiegeln – nicht nur die angelsächsisch-amerikanische. Markus Rudolf, Rektor der WHU, kann der Vorgehensweise bei der Erstellung der Bestenlisten auch Gutes abgewinnen. "Rankings sollten die Strategie einer Hochschule nicht beeinflussen", sagt zwar auch er. "Allerdings gibt es manche Kategorien, die für eine vernünftige Hochschulstrategie wichtig sind." Damit meint er vor allem das Einbeziehen guter Karrierechancen und Gehälter der Absolventen in die Bewertung. Für Business-Schools, die hier gut abschnitten, sei das ein echter Mehrwert, wenn es darum geht, Talente anzulocken. Aber: "Man muss auch den Mut haben, die Rankings, die nicht gut sind oder die nicht zur Strategie passen, aktiv zu ignorieren."

Für Laurent Ortmans, Quality Assurance and Rankings Manager an der ESMT Berlin, fehlt es genau hier allerdings an einem verlässlichen Überblick: Bei vielen Rankings sei die Methodologie nicht klar, die Datenbasis sei zu dünn, eine Strategie in den Fragebögen nicht zu erkennen. "Wenn Rankings gut gemacht sind, sind sie Werkzeuge, die viele Informationen liefern, die man nutzen kann", erklärt Ortmans. Er muss es wissen: Bis September 2018 war er bei der "Financial Times" für das MBA-Ranking zuständig. Die Kritik an der starken Gewichtung des Gehalts versteht er nicht. "Viele Leute gehen doch gerade an eine Business-School, um ihr Gehalt zu verbessern. Ein MBA ist teuer, das ist ein Investment, das man auch ausbezahlt bekommen möchte." Trotz der gegenteiligen Ankündigung erwartet er nicht, dass sich die Kriterien der FT-Rankings grundlegend ändern werden. "Es wird keine Revolution", sagt er. "Vielleicht drehen sie an ein paar Stellschrauben."

Die Schulich School of Business in Toronto hat es seit dem Brandbrief ihres Rektors übrigens nie wieder auf die Liste geschafft.

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