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Fachhochschulen als Exportmodell

Absolventin Hochschule

Quelle: unsplash.com, Autor: Nicole Rochelle.

Das praxisnahe FH-Konzept weckt weltweit Interesse. Das könnte künftig auch deutschen Unternehmen im Ausland nutzen.

Die duale Berufsausbildung ist schon lange ein Exportschlager Deutschlands – nun entdeckt das Ausland auch das praxisnahe Modell der Fachhochschulen. "Viele Länder der Erde sehen, dass das etwas Tolles ist", sagt die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Margret Wintermantel, "gerade wegen ihrer Anwendungsorientierung und Nähe zur Wirtschaft."

"Enormes Interesse" aus aller Welt registriert auch Andreas Zaby, Vorstand der UAS7, eines Verbunds von sieben forschungsstarken, international ausgerichteten Fachhochschulen, die auch ein Büro in New York betreiben. "Es gibt kaum ein Land, aus dem wir noch keine Anfragen zum Modell Fachhochschule hatten: ein Vizeminister aus Japan, eine Delegation aus China, aus Lateinamerika etwa aus Argentinien und Ecuador – aber auch vom Unternehmerverband Frankreichs und aus den USA."

Macht das FH-Modell weltweit Schule, profitiert auch die deutsche Wirtschaft, meint Zaby, der die Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin leitet. "Sie könnte auch im Ausland auf praxisnah ausgebildete Absolventen zugreifen und sie schon während des Studiums an sich binden. Deshalb wäre es sehr hilfreich, wenn der Bund kräftig bei der Werbung für das Modell hilft." Die Arbeitgeber sehen das genauso: "Auch im Ausland kann mehr Kooperation zwischen Wirtschaft und Hochschule, orientiert am deutschen Fachhochschulmodell, die Unternehmen vor Ort bei Fachkräftegewinnung und Innovationstransfer unterstützen", sagt BDA-Vizepräsident Gerhard Braun.

Roadshow in den USA

Das "deutlich verbesserte Image der deutschen Fachhochschulen ist auch Folge der Bologna-Reform", erklärt Karim Khakzar, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz. Früher seien sie kaum bekannt gewesen und wenn, dann seien sie mit Skepsis betrachtet worden. Das habe sich geändert, "seit unsere Bachelor- und Masterabschlüsse im Zuge von Bologna denen der Universitäten gleichgestellt wurden und so auch der Weg zur Promotion frei ist", so Khakzar, der die FH Fulda leitet.

Entstehen anderswo zunehmend Fachhochschulen, hätten die deutschen mehr internationale Partner, die ähnlich arbeiten. Um Absolventen fit zu machen für international agierende Betriebe, "wollen wir so vielen wie möglich ein Auslandssemester oder -jahr ermöglichen", so Zaby. Im Gegenzug könnten mehr Studenten aus dem Ausland an deutsche Fachhochschulen kommen – und wechselseitig die Gebühren wegfallen. "Unsere Fachhochschulen könnten deutlich mehr Master-Studenten aus dem Ausland gewinnen – gerade in den Ingenieurfächern und Informatik", sagt Khakzar. Die seien dann für den hiesiegen Arbeitsmarkt interessant oder später in der Heimat wertvolle Kontakte für die deutsche Wirtschaft.

DAAD-Präsidentin Wintermantel fordert daher von der Bundesregierung, das Versprechen des Koalitionsvertrags umzusetzen: "Wir wollen Strategien der Fachhochschulen zur Internationalisierung gezielt unterstützen", heißt es dort. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht, heißt es im Bundesbildungsministerium. Insider hoffen etwa auf die neue Afrikastrategie.

Immerhin: Schon in Kürze werden im Rahmen des "Deutschlandjahrs USA 2018/19" Abgesandte deutscher Fachhochschulen durch den Mittleren Westen der USA touren, um ihr Konzept dort bekannt zu machen. Das vom Auswärtigen Amt und dem BDI geförderte Deutschlandjahr der Goetheinstitute startet im Oktober. Ex-Präsident Obama hatte sich für mehr angewandte Studiengänge eingesetzt, einige Modelle mit "Cooperative Studies" gibt es schon. In Jordanien existiert seit 2004 die nach dem Fachhochschulmodell gegründete "German Jordanian University" (GJU), an der rund 4 000 Studenten an acht Fakultäten lernen. Die GJU pflegt enge Kooperationen zu Unternehmen der Region – und zu rund 100 Fachhochschulen in Deutschland. Alle Studenten gehen für ein Jahr nach Deutschland, je zur Hälfte an eine Hochschule und in einen Betrieb. Daneben gibt es in Almaty die Deutsch-Kasachische Universität, die ebenfalls eine FH ist.

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