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Manche lassen die Immobilie lieber verfallen als sie zu vermieten

Nach Angaben des DSW bieten Studentenwerke in Deutschland rund 189.500 Wohnheimplätze ausschließlich für Studenten an. Bei einer durchschnittlichen Wohnfläche von 18 bis 25 Quadratmetern komme eine monatliche Warmmiete, einschließlich Internetanschluss und aller Nebenkosten, von 234 Euro dabei heraus. Nur ein Euro Unterschied zu Fauths Hauswächter-Gebühr, aber dafür muss ein Student in einem Wohnheim keine Sorgen haben, innerhalb eines Monats eine neue Unterkunft finden zu müssen. "Das Wohnheim des Studentenwerks ist für Studierende mit Abstand die preisgünstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses", sagt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des DSW. Insgesamt seien derzeit in den Ländern rund 13.000 Wohnheimplätze in Bau oder in Planung. Aber das reiche nicht, denn bezahlbarer Wohnraum werde in vielen Hochschulstädten immer knapper. "Wir brauchen einen Hochschulsozialpakt von Bund und Ländern für mindestens 25.000 zusätzliche Wohnheimplätze", sagt er.

Manche lassen die Immobilie lieber verfallen als sie zu vermieten

Die Hauswächter bieten zwar eine genauso preisgünstige Alternative, die auch gewissen Charme mit sich bringt, gegen den das herkömmliche Wohnheim kaum ankommt. Aber eine langfristige Lösung gegen die Wohnungsnot von Studenten ist die Idee nicht. "Die Frage, ob Hauswächter die Wohnungsnot von Studenten lösen, würde ich verneinen. Aber sie können einen Beitrag dazu leisten, Wohnungsnot zu senken", sagt Karsten Linde vom Vermittler Camelot. Auch die Immobilien-Firma Servatrix vermittelt seit dem Jahr 2010 Hauswächter-Angebote in Deutschland. Momentan findet man allerdings keine Angebote auf ihrer Website: "Zurzeit hat vor allem die Unterbringung von Flüchtlingen oberste Priorität bei der Nutzung leerstehender Immobilien. Da wir darauf nicht spezialisiert sind, haben wir temporär keine Hauswächter-Angebote", sagt Servatrix-Geschäftsführer Thomas Apelt. Ohnehin sei der Markt in Deutschland schwierig. Das liege vor allem daran, dass für viele Unternehmen und Hausbesitzer eine Immobilie sehr personalisiert sei, so dass man die Objekte lieber verfallen lasse, als sie an Fremde zu vermieten. "Das ist schade, denn so bleibt der Markt in Deutschland recht unflexibel. In den Niederlanden oder Großbritannien hingegen boomt das Hauswächter-Angebot", sagt Apelt.

In den Niederlanden ist das florierende Hauswächter-Geschäft allerdings historisch bedingt. Da dort Hausbesetzung bis zum Jahr 2010 keine Straftat war, standen Immobilieneigentümer, die Hausbesetzung vermeiden wollten, unter gewissem Druck. Legale Hauswächter boten niederländischen Immobilieneigentümern eine Möglichkeit, illegale Hausbesetzer von leerstehenden Immobilien fernzuhalten. In Großbritannien, vor allem in London, erklären die horrenden Mieten die hohe Nachfrage bei Hauswächter-Angeboten. Aber ganz so weit ist es in Deutschland ja noch nicht.

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Kann mir nicht vorstellen, dass die kurze "Kündigungsfrist" vor Gericht bestand hätte. Wo ist denn der gravierende (rechtliche) Unterschied zu einem "normalen" Mietvertrag? Hat da jemand eine Ahnung?

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