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Plötzlich selbständig

Arbeit Freiheit Café Laptop [Quelle: Unsplash.com, Christin Hume]

Quelle: Unsplash.com, Christin Hume

Während Corona haben viele Studierende ihre Nebenjobs verloren. Aber es gibt auch noch jetzt Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Einige davon sind online und kontaktlos – jedoch nicht ganz ohne Haken.

Kira von Bredow hatte eigentlich während ihres ganzen Studiums gearbeitet, entweder als Werkstudentin oder in Minijobs – schon früh berufliche Erfahrung zu sammeln ist der 23-Jährigen wichtig. Inzwischen ist sie fertig mit ihrem Bachelor in Internationalem Management in Karlsruhe. Eigentlich wollte sie die Zeit vor Beginn des Masters nutzen, um eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin zu machen. "Corona hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt sie.

So wie von Bredow geht es zurzeit vielen Studierenden. Praktika, Auslandsreisen, Weiterbildungen – ein Großteil davon wurde abgesagt. Aber auch die Nebenjobs fallen häufig weg: Laut einer repräsentativen Umfrage des Personaldienstleisters Zenjob im Mai haben 40 Prozent der Studierenden ihre Arbeit durch die Krise verloren. Da viele nur geringfügig beschäftigt sind, haben die meisten keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Weil sie Studierende sind, bekommen sie auch kein Arbeitslosengeld.

Normalerweise arbeiten gut zwei Drittel aller Studierenden laut einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2017 neben dem Studium. Für viele ist der Wegfall des Jobs jetzt ein großes Problem, denn 59 Prozent der arbeitenden Studenten bestreiten mit ihrem Gehalt ihren Lebensunterhalt. Da Studierende häufig kaum Rücklagen haben, wird der Wegfall von Einnahmen schnell zum Problem.

Ein Motivationsschreiben für unter zehn Euro

Eckhard Köhn, Geschäftsführer der Jobbörsen Jobmensa und Studitemps, die sich speziell an Studierende richten, sieht den Rückgang an Studierendenjobs auch. Gleichzeitig beobachtete er im März und April, dass die Bewerbungen für Zeitarbeitsplätze für Studierende um knapp 80 Prozent gestiegen sind.

Gerade Einzel- und Online-Handel profitierten zumindest anfangs stark von der Krise, zuerst überkompensierte das sogar die Arbeitsplätze, die wegfielen. "Die meistens Jobs sind jetzt auch vernünftig vergütet", sagt er. "Die Kunden konnten die Preise nicht drücken. Im Gegenteil, die Stundenlöhne sind eher gestiegen." Jetzt in der Krise lägen die im Schnitt bei 11,58 Euro.

In einen solch überfüllten Markt wollte sich Kira von Bredow trotzdem lieber nicht werfen. Stattdessen versuchte sie etwas anderes und eröffnete ein Profil bei Fiverr. Die Plattform erlaubt es, digitale Dienstleistungen an Kunden weltweit zu vermitteln. "Als Erstes ist es mir schwergefallen, zu entscheiden, was ich überhaupt anbieten kann", erzählt von Bredow. Sie entschied sich für das aus ihrer Sicht Naheliegendste: Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie im Studium gelernt hatte, wie Konkurrenz- oder Wettbewerbsanalysen.

"Das ist wirklich breit gefächert"

"Am Anfang bekam ich direkt einen Auftrag und dann erst mal nichts mehr", beschreibt von Bredow ihre Erfahrungen. Sie passte ihre Angebote dann noch etwas an und bietet jetzt vor allem virtuelle Assistenz an – das laufe deutlich besser als ihre anderen Vorschläge. Als virtuelle Assistenz formuliert sie dann Texte mal für Social Media, mal für Websites oder erledigt Anrufe für ihre Auftraggeber. "Das ist wirklich breit gefächert", sagt von Bredow: Mal brauchen Auftraggeber nur bei einer bestimmten Sache Unterstützung, mal arbeitet sie länger mit ihnen zusammen.

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