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Nach Amerika? Nein danke

USA Flaggen Patriotismus Fahrrad [Quelle: unsplash.com, Frank McKenna]]

Quelle: unsplash.com, Frank McKenna

Corona hat die Auslandspläne vieler Studenten durchkreuzt – und auch die Geschäftsmodelle einiger Unis. Alle hoffen nun auf das Frühjahr.

"Auch wenn allenthalben weltweit Grenzen wieder hochgezogen worden sind, lässt sich das Rad nicht zurückdrehen: Wir brauchen den Austausch über Grenzen hinweg mehr denn je", stellt Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), klar.

Und: Der Austausch müsse schon früh am Anfang einer wissenschaftlichen Karriere beginnen, damit junge Wissenschaftler internationale Netzwerke aufbauen können, schreibt sie in der jüngsten Ausgabe des Magazins "Forschung & Lehre", das der Deutsche Hochschulverband herausgibt. Denn, so argumentiert die Fachfrau: "Schaut man sich die Lebensläufe der derzeit gefragten Experten an, so haben sie fast alle früh erste Auslandserfahrungen gesammelt."

Derzeit ist die Sache mit der Auslandserfahrung allerdings leichter gesagt als getan. Nicht nur junge Wissenschaftler, auch "einfache" Studenten müssen coronabedingt umdisponieren, Auslandssemester oder Doppelabschlüsse verschieben oder gleich ganz absagen. Die "physische Mobilität", die für Rüland auch weiterhin "den Königsweg" darstellt, findet in diesem Jahr für die meisten Studierenden nicht mehr statt – vor allem nicht außerhalb Europas.

Welche Einschränkungen werden wie lange bleiben?

Die Studienstiftung des deutschen Volkes bewilligt aktuell an außereuropäischen Hochschulstandorten nur langfristige Vorhaben ab sieben Monaten Dauer und fördert diese zunächst auch nur als Online-Studien. Das heißt: Sie übernimmt die Studiengebühren für ein reines Online-Studium und zahlt die Reisekostenzuschüsse und Auslandspauschalen erst, wenn eine tatsächliche Ausreise wieder möglich ist. Grundsätzlich bewilligt werden bei überzeugendem Antrag hingegen Studien- und Forschungsaufenthalte sowie Praktika in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Großbritannien, der Schweiz, Norwegen und Liechtenstein. Hier würden Reisekostenzuschüsse und Auslandspauschalen gewährt, teilt eine Sprecherin mit.

Vielen Studenten geht es zurzeit so wie dem 24 Jahre alten Jonas Beckmann: Der Stipendiat der Studienstiftung wollte im Herbst nach Kalifornien. Zusätzlich ausgestattet mit einem Fulbright-Stipendium, plante der angehende Wirtschaftsingenieur zunächst ein Semester an der University of California in Berkeley, bevor er im darauffolgenden Sommersemester seine Masterarbeit an der RWTH Aachen schreiben wollte. Er sei nun zwar "in der privilegierten Lage, die Zeit akademisch sinnvoll zu nutzen und die Planung einfach umzudrehen", sprich:

Er schreibt jetzt schon seine Masterarbeit, hat sich einen zweiten Job als wissenschaftliche Hilfskraft organisiert und hofft, im Frühjahr dann nach Kalifornien zu können. "Bislang bin ich optimistisch, dass es klappt, aber es ist natürlich schon die Frage: In welchem Umfang findet das Studium dort überhaupt statt? Einschränkungen wird es sicher geben."

"Für mein Studium hat die Absage keine Konsequenzen"

Lena Muser, die im vierten Semester Wirtschaftswissenschaften an der Universität Nürnberg studiert, macht es ebenso: Ihr Auslandssemester an der California State University Fullerton sollte im August starten, jetzt verschiebt sie es auf das kommende Frühjahr und schreibt erst mal ihre Bachelorarbeit."Für mein Studium hat die Absage keine Konsequenzen, da ich freiwillig ins Ausland gehen möchte", sagt die 24-Jährige.

Stark betroffen von den coronabedingten Einschränkungen sind aber hiesige Hochschulen und Vermittlungsagenturen. "Der private Bildungsaustausch liegt diesen Herbst weltweit am Boden. Viele Studenten sind stark verunsichert. Die meisten verschieben ihre Auslandssemester aber auf das Frühjahr, nur sehr wenige sagen ab", beschreibt Alexandra Michel, Geschäftsleiterin der College Contact GmbH, die aktuelle Lage. Ihre Agentur mit Sitz in Frankfurt berät Studenten kostenlos rund um das Thema Auslandsstudium. Die "Lust auf Ausland" sei aber ungebrochen, sagt sie.

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Ob Studium oder Praktikum - ein Auslandsaufenthalt macht sich nicht nur gut im Lebenslauf, er erweitert auch deinen Horizont.

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