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Diese App hilft gegen Kopfschmerzen

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Quelle: unsplash.com, Alexander Mils

Mit einer als Medizinprodukt zertifizierten App will die Barmer Krankenkasse all jenen Studenten helfen, die regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden. Die Zahl der Betroffenen ist außergewöhnlich hoch.

Zwei von drei Studenten leiden unter Kopfschmerzen, Frauen öfter als Männer. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag der Barmer Ersatzkasse. Deutschlands zweitgrößte Krankenkasse hat deshalb eine Präventionskampagne aufgelegt: "Headache Hurts" – Kopfschmerz tut weh. Kern des am Donnerstag in Berlin vorgestellten Projekts ist eine als Medizinprodukt zertifizierte App. Die klärt über unterschiedliche Formen von Kopfschmerzen auf, sie enthält einen Schnelltest und Werkzeuge zur elektronischen Dokumentation, bietet Erinnerungsfunktionen und darüber hinaus die Möglichkeit, Daten an einen Arzt zu exportieren.

App und Infomaterial könnten unabhängig von einer Mitgliedschaft in der Kasse genutzt werden, teilte die Barmer mit. Sie wird das Projekt allerdings nicht zufällig auf die interessante Gruppe junger, gut ausgebildeter potentieller neuer Mitglieder ausgerichtet haben.

Für die Krankenkasse sei das Projekt ein Beispiel für partnerschaftliches Zusammenwirken von Hochschulen, Medizin und Krankenversicherung bei einem konkreten gesundheitlichen Problem. "Dass fast 75 Prozent der Studentinnen und fast 57 Prozent der Studenten unter Kopfschmerzen leiden, unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf", sagt Barmer-Vorstandschef Christoph Straub, der selbst Mediziner ist.

Zwei von drei Studenten leiden unter Kopfschmerzen

Die Zahlen sind aus 2169 Datensätzen einer Online-Befragung hochgerechnet und basieren auf einem 2016 begonnenen Pilotprojekt mit drei Hochschulen, der TU Dresden, der FH Kiel und der Humboldt-Universität Berlin. Federführend beteiligt war das in dem Thema versierte Migräne- und Kopfschmerzzentrum Kiel. Demnach leiden 1,8 der 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland unter regelmäßig wiederkehrenden Kopfschmerzen. Fast jeder Dritte der Betroffenen sei durch Kopfschmerzen sehr schwer beeinträchtigt. Nehme man die mäßig Beeinträchtigten hinzu, kommt man auf etwa 900.000 Studierende, deren Alltag durch Kopfschmerzen deutlich eingeschränkt wird.

Die Wissenschaftler haben auch die Arbeitsausfälle wegen der Schmerzen berechnet. So gingen im Schnitt 2,4 Arbeitstage an der Hochschule monatlich verloren. Bei Studierenden, die über Migräne klagten, seien es sogar 2,7 Arbeitstage im Monat.

Insgesamt klagten rund 64 Prozent der Studierenden in Deutschland unter Kopfschmerzen. Davon litten 62 Prozent unter Migräne und 35 Prozent unter Kopfschmerz vom "Spannungstyp", der Rest sei Folge fehlerhafter Arzneimittelgebrauchs. Faktisch könne aber nur jeder Vierte seinen Kopfschmerztyp benennen.

Die Vorbeugung beginne deshalb mit dem Verstehen der Erkrankung und ihrer Erscheinungsweisen, sagt Kopfschmerzforscher Hartmut Göbel von der Kieler Klinik. Symptomatisch für das fehlende Problembewusstsein sei auch der unreflektierte Umgang mit Kopfschmerzmedikamenten: Neun von zehn Studenten, die ihr Leiden mit Schmerzmitteln bekämpfen, täten dies ohne ärztliche Diagnose und Verordnung.

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