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30 Tage im Kampf gegen uns selbst

Challenge Herausforderung Hürden meistern [Quelle: unsplash.com, Autor: Jukan Tateisi

Quelle: unsplash.com, Jukan Tateisi

Klingt unmöglich, dachte ich mir, als ich von den Januar-Vorsätzen meiner Kollegen aus der e-fellows.net-Redaktion hörte. 30 Tage lang wollte sich jeder von ihnen einer ganz persönlichen Herausforderung widmen. Was sich meine Kollegen vorgenommen haben und wie es ihnen dabei ergangen ist? Sieh selbst.

Challenge Nummer eins: "Ich verzichte 30 Tage lang auf Zucker" – Maria

Plätzchen, Lebkuchen, Schokolade – die Weihnachtszeit ist bekanntlich eine einzige Fressorgie, insbesondere in puncto Süßkram. Da dachte ich mir, nutze ich doch die Gelegenheit unserer Challenge für einen Zuckerverzicht. Im Internet finde ich jede Menge Erfahrungsberichte, die alle positive Ergebnisse wie mehr Energie versprechen. Klingt super! Skeptisch bin ich dennoch. Ob ich nach 30 Tagen wirklich einen Unterschied bemerke?

Beim gemeinsamen Spieleabend werde ich auf die Probe gestellt, als mich die offene Chipspackung anlacht.

Maria

Hilfe! Was darf ich eigentlich noch essen?

Was einige nicht wissen: Zucker ist in ziemlich vielen Lebensmitteln enthalten, natürlich oder zugesetzt. Ich entscheide mich, auf zugesetzten Industriezucker und Zuckerersatzstoffe zu verzichten. Das heißt keine süßen Getränke, Süßigkeiten, Knabbereien, kein Weißbrot und natürlich keine Fertigprodukte.

Für mich eigentlich erstmal halb so wild, da ich sowieso kaum Fertiggerichte esse und meistens nur Wasser trinke. Allerdings muss ich sehr aufmerksam sein und die Zutatenliste genau studieren, denn manchmal versteckt sich der Zucker (dieses Biest!) gut getarnt in Form von unaussprechlichen Worten wie Dextrose, Saccharose und Co. Da erlebe ich zeitweise die ein oder andere Enttäuschung; zum Beispiel bei Räucherlachs, Vollkorn-Knäckebrot und sogar manchen Gewürzen wie Kräutersalz. So habe ich mir das aber nicht vorgestellt!

Schlechte Laune und Mitleid

Mit Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen habe ich zum Glück nicht zu kämpfen. Der Verzicht auf Süßigkeiten an sich fällt mir auch gar nicht so schwer, allerdings finde ich es ziemlich nervig, dass ich teilweise auch beim "normalen" Essen so eingeschränkt bin.

Zwischendurch packt mich immer wieder die Lust auf Süßes. Da ist es nicht gerade förderlich für meine Laune, dass ich nur auf Obst oder Nüsse ausweichen darf. Beim gemeinsamen Spieleabend werde ich auf die Probe gestellt, als mich die offene Chipspackung anlacht, und in der Cocktailbar bekomme ich mitleidige Blicke und Kommentare von den Freunden, während ich mich mit Wasser begnügen darf. Na dann, Prost!

Außerdem habe ich auch immer wieder Zweifel, ob so ein Zuckerverzicht wirklich etwas bringt, wenn ich stattdessen mehr von anderen Lebensmitteln esse, um meinen Heißhunger zu stillen. Genau das bestätigt auch Ernährungsberaterin Nicola Alferi: "Wer auf Zucker verzichtet, könnte anfangs vermehrt Lust auf Fettiges verspüren". Das ist ganz natürlich, denn "die Kombination Zucker und Fett ist bereits in unserer Muttermilch, dient als Energielieferant und wurde uns als Belohnungssystem in die Wiege gelegt". Sie rät in diesem Fall langsam ein Stück Obst zu essen, um die Süße richtig zu spüren und auf den Sättigungsgrad zu achten. Außerdem empfiehlt sie auf gute pflanzliche Fette zu achten. Fett ist schließlich nicht grundsätzlich ungesund.

Hat’s was gebracht?

Ich habe in den 30 Tagen keine Süßigkeit angerührt, allerdings hin und wieder ein Stück Brot gegessen und dadurch wahrscheinlich doch ein wenig Industriezucker zu mir genommen. Ganz überzeugt hat mich der Verzicht nicht. Obwohl ich zwei Kilo verloren habe, haben sich sonst kaum positive Veränderungen bemerkbar gemacht. Ist das normal?

Ja, erklärt Nicola Alferi, denn jeder Körper reagiert anders und gewöhnt sich schneller oder langsamer an die Umstellung. Sie ergänzt: "Integriert man den Verzicht in den stressigen Alltag, ohne drumherum viel zu ändern, zum Beispiel durch Sport oder viel Obst und Gemüse, machen sich Veränderungen langsamer bemerkbar". Ihr Rat ist außerdem die Rückkehr zu natürlichen Lebensmitteln mit natürlicher Süßkraft dem dazugehörigen Nährstoffpaket. Sie hält den Ansatz, Zucker durch Austauschstoffe wie Stevia oder Agavendicksaft zu ersetzen, für fragwürdig. Diese Zuckeralternativen sind oft hochgradig industriell verarbeitet, hier ist von der tatsächlichen Pflanze (z.B. Stevia) nicht mehr viel übrig, was den allgemeinen Gesundheitszustand nicht wirklich nach vorne bringt.

Für alle (inklusive mir), die zwar weniger Zucker essen, aber nicht ganz darauf verzichten möchten, gibt sie Entwarnung: "Man muss nicht zuckerfrei leben, man muss sich des Zuckerkonsums bewusst sein und ihn langsam reduzieren".

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