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Wir müssen reden

Meeting, Gespräch, Kollegen, Betreuung [Quelle: unsplash.com, Autor: charlesdeluvio]

Quelle: unsplash.com, charlesdeluvio

Wie wird das Krisengespräch mit dem Betreuer ein Erfolg? Eine Kommunikationstrainerin gibt Tipps.

Frau Moritz, lassen Sie uns über ein schwieriges Thema sprechen: Ein Promovend möchte mit seiner Professorin oder seinem Professor über Probleme bei der Betreuung reden. Ab wann würden Sie Schwierigkeiten überhaupt thematisieren?

Viola Moritz: Sie brauchen nicht bei jeder Gelegenheit ein Krisengespräch anberaumen, kleinere Dinge kann man auch zwischendurch besprechen. Verzögerungen von ein paar Tagen beim Mailen zum Beispiel können vorkommen. Es kann auch mal sein, dass ein Betreuer einen Gesprächstermin ein- oder zweimal verschiebt. Wenn allerdings die Ausnahme zum Dauerzustand wird, ist ein Gespräch sicherlich eine gute Möglichkeit, um die Zusammenarbeit zwischen dem Tandem Promovend und Betreuer zu verbessern. Generell sollte der Promovend ein Gespräch mit dem Betreuer führen, wenn er das Gefühl hat, dass die Betreuung und damit die Qualität der Doktorarbeit leidet. Solche Gespräche fallen vielen nicht leicht und lösen Unbehagen aus. Trotzdem sollte man das nicht unnötig vor sich herschieben.

Was sollte ich als Promovend in einem Problemgespräch beachten?

Führen Sie wichtige Gespräche nicht im Affekt oder zwischen Tür und Angel, sondern machen Sie einen Termin. Und bereiten Sie sich gut vor. Fragen Sie sich: Welches Ziel hat das Treffen, und welche Argumente können den Gesprächspartner überzeugen, sein Verhalten zu verändern? Ist das Problem beispielsweise, dass die Professorin zu wenig Zeit für Ihre Promotion hat, schlagen Sie konkrete Lösungen vor, etwa eine kürzere Besprechung jeden Monat anstatt einer längeren nur alle drei Monate. Schreiben Sie sich Argumente auf, die Ihren Wunsch unterstützen. Machen Sie sich vor dem Gespräch Ihre eigenen Emotionen bewusst. Wenn Sie wissen, dass Sie angespannt sein werden, können Sie Ihre Gefühle beim Treffen besser steuern und werden von diesen nicht überrumpelt.

Wann ist eine gute Zeit für ein solches Treffen?

Meist ist es gut, schwierige Gespräche gleich morgens zu führen, da ist der Tag für alle noch frisch.

Worauf sollte man dabei achten?

Am Ende soll eine Lösung erarbeitet werden. Schildern Sie deshalb möglichst konkret und ruhig die aktuelle Situation. Zum Beispiel: Zwei Treffen kamen nicht zustande, und seit fünf Monaten hatten Sie keinen Termin mehr. Sagen Sie sachlich und ruhig, welche Konsequenz oder welches Problem sich daraus für Sie ergeben hat: Nennen Sie ein konkretes Beispiel, bei dem Sie wegen der Verzögerung nicht weitergekommen sind. Das macht das Problem verständlich.

Aber da schwingt ja doch schon ein Vorwurf mit ...

Um das abzufedern, sollte man auch Verständnis für die Situation des Gesprächspartners zeigen. Etwa: "Dass die beiden letzten Treffen ausgefallen sind, kann passieren, Sie haben sicher gerade viel Stress." Oder: "Ich weiß, Ihr Buchprojekt steht kurz vor der Veröffentlichung und Sie haben viel zu tun." So ein Gespräch ist immer eine Gratwanderung: die eigene Perspektive deutlich zu machen und zugleich den anderen nicht vor den Kopf zu stoßen. Vermeiden Sie anklagende Sätze wie "Das geht so nicht".

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