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Kuchen ja, Kaufen nein

Im letzten Teil ihres Tagebuchs versucht Ilka, einen Kuchen in einem Kuchenladen zu kaufen. In Malaysia ist allerdings vieles nicht, wie es scheint. Im Büro herrscht derweil große Aufregung, weil die Eröffnungsfeier des Sportwettbewerbs ansteht.

Montag, 22. Juni 2009

 Manchmal, wenn ich abends nach der Arbeit hoch zum Pool gehe und später bei angenehmen 25 Grad auf die beleuchteten Petronas Towers schaue, kommt mir der ganze Aufenthalt mehr wie ein großer langer Urlaub vor. Da mein Chef heute wieder aus seinem Urlaub kommt, verbringe ich den größten Teil des Tages in Meetings. Wir arbeiten gemeinsam die letzten beiden Wochen auf und besprechen die Fortschritte der Projekte sowie den Verlauf des Tagesgeschäfts.
 
 Diese Woche fangen wir mit dem Monatsabschluss an - das bedeutet Stress. Jeder von uns hat dabei seinen eigenen Teil, an dem er arbeitet. Ich arbeite im Reporting und kümmere mich um den Aging Report und die Kundenumsatzanzeige. Am Ende werden dann alle Einheiten in einem großen Report, dem Management Report, vereint und mit den jeweiligen Kostenstellenverantwortlichen diskutiert. Hierbei wird darauf geachtet, dass man die Gründe für größere Varianzen zwischen "actual" und "budget" bespricht und versteht, um entsprechende Maßnahmen für die folgenden Monate zu erarbeiten.
 

Dienstag, 23. Juni 2009

 Da heute eine Kollegin von mir Geburtstag hat, stehe ich früh am Morgen auf, um auf dem Weg zur Arbeit einen Kuchen zu kaufen. Mal wieder erlebe ich eine dieser Situationen, die mich einfach nur zum Staunen bringen: Da ich jeden Tag an einer Bäckerei vorbeilaufe, wenn ich zur Arbeit gehe, weiß ich, dass dort verschiedene Kuchen und Torten ausgestellt sind. Als ich jedoch das Geschäft betrete und nach dem ausgestellten Kuchen frage, schaut mich die Kassiererin einfach nur an und meint: "Cannot".
 
 Nachdem ich mehrmals versucht habe, zu erklären, dass ich den Kuchen gerne kaufen würde, erklärt sie mir, dass der Kuchen wahrscheinlich alt ist, und sie außerdem nicht weiß, was er kostet. Darum könne sie mir den Kuchen nicht verkaufen. Ich bin sprachlos und merke erst, dass ich den Weg zur Kasse versperre, als eine Frau mich auf die riesige Schlange hinter mir aufmerksam macht. Glücklicherweise nimmt mich an diesem Morgen eine Kollegin mit zur Arbeit, und so stoppen wir auf dem Weg an einem anderen Laden. Zusammen mit den Kollegen stoßen wir dann nach dem Mittagessen auf ihren Geburtstag an.
 

Mittwoch, 24. Juni 2009

 Morgen um vier Uhr nachmittags ist die Eröffnungsfeier des Sportwettbewerbs, daher fällt das Mittagessen heute aus, damit wir noch ein letztes Mal die Choreografie des Cheerleadings durchgehen können. Bisher haben wir uns diese Woche jeden Tag getroffen, trotzdem gibt es noch viele Kleinigkeiten, an denen wir feilen müssen. Unser Outfit besteht aus magentafarbenen Tanktops und weißen Faltenröcken. Eine Kombination, die, wie ich finde, für Malaysia doch recht freizügig ist. Dennoch scheint es zu gefallen.
 
 Am Nachmittag kümmere ich mich um die Organisation eines Trainingsprogramms, das im Rahmen eines meiner Projekte stattfinden soll. Dazu stelle ich eine Power-Point-Präsentation mit allen notwendigen Prozessen zusammen und bereite Lösungen für eventuelle Probleme vor. Viel schaffe ich heute nicht, da um halb sechs schon das nächste Training auf dem Programm steht.
 

Donnerstag, 25. Juni 2009

 Heute ist die Eröffnungsfeier. Schon am Morgen spürt man die Aufregung im Office. Ganz im Zeichen der T-Systems zeigen wir heute "Farbe", und so sieht man überall Leute mit magentafarbenen T-Shirts, Röcken oder Kopftüchern. Die Spiele finden zum größten Teil hier in Cyberjaya statt. Früher sind einzelne Abteilungen gegeneinander angetreten. Da mittlerweile jedoch unterschiedliche Firmen im Gebäude arbeiten, treten diese nun gegeneinander an.
 
 Nachdem wir uns also umgezogen haben, und die Generalprobe ziemlich in die Hose gegangen ist, kann bei der Feier nichts mehr schief gehen. Meine Kollegen sind extra alle zum Zuschauen gekommen. Nach unserem Auftritt und zahllosen Fotos gibt es Buffet für alle. So kommt es, dass ich erst gegen sechs Uhr abends zurück an meinem Arbeitsplatz bin. Ich beantworte noch einige E-Mails und mache mich dann auf den Heimweg.
 

Freitag, 26. Juni 2009

 Mein Kollege aus Deutschland ist seit gestern Abend zurück, die lange Fahrerei am Morgen und Abend hat endlich ein Ende. Im Moment wohnt er zwar noch im Hotel, wird aber dieses Wochenende ins gleiche Haus einziehen, sodass ich auf jeden Fall morgens immer mit ihm mitfahren kann. Knapp zwei Stunden mehr Schlaf, ein Traum! Heute ist das Wetter wirklich unangenehm. Bei warmen 28 Grad, leichtem Nieselregen und Wolken müssen wir sogar über die Mittagszeit das Licht im Büro anlassen; bleibt zu hoffen, dass das Wetter am Wochenende besser wird.
 
 Diesen Samstag bin ich nämlich zu einer indischen Hochzeit eingeladen. Bin schon sehr gespannt, wie sich die Feier im Gegensatz zu einer deutschen Hochzeit unterscheidet. Bisher weiß ich nur, dass die Frauen sich die Hände mit Henna anmalen und das Essen eine sehr wichtige Rolle spielt. Kleiderordnung gibt es anscheinend keine, schwarzes Kleid oder Kombination ist völlig ausreichend. Am Nachmittag arbeite ich dann weiter an der angefangenen Präsentation. Später am Abend gebe ich einigen Kollegen einen kleinen Excel-Auffrischungskurs und helfe ihnen bei einem Report. Kurz vor Feierabend habe ich dann noch eine Telco mit Südafrika, bevor ich mich dann mit meinem Kollegen auf den Heimweg mache.
 
 Mein Tagebuch endet an dieser Stelle, doch ich bin sicher, dass mein Praktikum noch viele spannende Einblicke und Überraschungen bereithalten wird!

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