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Im Silicon Valley Malaysias

Petronas-Türme, Malaysia, Kuala Lumpur (sxc.hu, ctr)

Petronas-Türme, Malaysia, Kuala Lumpur (sxc.hu, ctr)

e-fellows.net-Stipendiatin Ilka hat ihre Bücher für sechs Monate gegen ein Praktikum bei T-Systems in Malaysia eingetauscht. Pünktlichkeit, hat sie dabei festgestellt, ist nicht die größte Stärke der Malaysier. Currys, Sportzentren und Swimmingpools in schwindelerregender Höhe dagegen schon.

Montag, 8. Juni 2009

 Seit fast fünf Monaten bin ich jetzt hier in Malaysia, aber noch nie ist mir das Aufstehen so schwer gefallen wie heute Morgen. Kein Wunder, es ist Montag und ich bin erst gegen fünf Uhr früh ins Bett gekommen. Das Wochenende habe ich mit einer Kollegin an der Ostküste auf einer Insel verbracht und mal wieder die "malaiische Pünktlichkeit" zu spüren bekommen. Mit drei Stunden Verspätung der Fähre war es für uns unmöglich, den gebuchten Bus vom Festland nach Kuala Lumpur noch zu erreichen. Nach drei Stunden Taxifahrt und anschließenden fünf Stunden im Bus sind wir in Kuala Lumpur angekommen. Dementsprechend lasse ich den Morgen ruhig angehen und komme ausnahmsweise erst um halb zehn ins Büro.
 
 Zurzeit arbeite ich an einem Projekt, das die Vor- und Nachteile von Hedging und die für T-Systems zu erwartenden Gewinnchancen und Risiken aufzeigen soll. Neben diesem Projekt habe ich noch einige Langzeitprojekte, wie die Einführung eines Zeiterfassungssystems und ein Testsystem für eine internationale Reporting-Standardisierung.
 
 Zum Mittagessen geht es wie meistens zum nahe gelegenen Inder. Da ich indisches Essen liebe, ist das angebotene Buffet mit allen möglichen Currys und Gerichten natürlich ein Traum. Auch preislich ist man hier gut aufgehoben, da ein komplettes Mittagessen keine zwei Euro kostet.
 
 Nachdem ich verschiedene Tabellen ausgewertet und mir die nötigen Informationen aus SAP zusammen gesucht habe, mache ich mich heute schon gegen halb sechs auf den Heimweg. Die letzte Nacht sitzt mir noch zu sehr in den Knochen.
 

Dienstag, 9. Juni 2009

 Der Tag beginnt besser als der gestrige. Um sicher zu gehen, dass ich meinen Bus nicht verpasse, bin ich heute extra früh aufgestanden. Da das Office nicht direkt in Kuala Lumpur sondern etwa 50 Kilometer außerhalb in Cyberjaya liegt, bin ich jeden Morgen und Abend zirka anderthalb bis zwei Stunden unterwegs.
 
 Zu Beginn meines Praktikums habe ich in einem Apartment direkt neben der Firma gewohnt, mich aber bald entschlossen, in die Stadt zu ziehen. In Cyberjaya gibt es leider weder Supermärkte noch Einkaufsstraßen. Vielmehr sind hier fast ausschließlich Firmensitze von großen Unternehmen wie BMW oder Dell. Nicht umsonst wird Cyberjaya das "Sillicon Valley" Malaysias genannt.
 
 Ich wohne jetzt direkt im Zentrum von Kuala Lumpur, fünf Minuten von den Petronas Towers entfernt. Dort fühle mich viel wohler als in Cyberjaya. Die Geschäfte sind in der Regel bis abends um zehn geöffnet, so dass ich mich nach der Arbeit nicht hetzen muss, um noch meinen Einkauf zu erledigen.
 
 Der Morgen verläuft ziemlich ruhig. Ich arbeite weiter an meinem Hedging-Projekt und erledige gleichzeitig einige Ad-hoc-Anfragen von meinen Kollegen, wie die Überprüfung der Datenaktualität in SAP für Projektnummern. Gegen Mittag treffe ich meine Kollegin, die mir die Bilder vom Wochenende zeigt. Im Nachhinein war das Wochenende wirklich schön, nur der "kleine" Umweg nach Hause hat den Stressfaktor deutlich ansteigen lassen.
 

Mittwoch, 10. Juni 2009

 Mein Projekt zu Hedging und Hedge Fonds nimmt so langsam Formen an. Da die Ergebnisse vor einer ausgewählten Runde inklusive meines Chefs und einiger Manager aus Deutschland präsentiert werden sollen, bereite ich am Vormittag die Power-Point-Präsentation vor. Das Layout steht ganz im Zeichen von T-Systems: magenta und weiß.
 
 Zum Mittagessen bin ich mit einer Kollegin verabredet. Wir wollen unseren gemeinsamen Urlaub auf Borneo im Juli besprechen. Wir planen sieben Tage, davon vier Tage in Kuching (Sarawak) und drei Tage in Kota Kinabalu (Sabah). Leider ist auch hier wieder viel Geduld gefragt. Trotz der großen Konkurrenz an Tour Agents dauern die Antworten mit Buchungsangeboten entweder viel zu lange oder sie bieten eine völlig andere Tour an, als man angefragt hat.
 
 Nach Feierabend treffe ich mich mit meiner Cheerleading-Gruppe. Ende Juli findet jährlich der sogenannte "InterC-Sportwettbewerb" statt, an dem mehrere Firmen gegeneinander in vielen Sportarten antreten. Ich selbst spiele dabei Hallenfußball und mache Cheerleading. Bei dem vielen Sitzen im Büro ist ein wenig Sport eine ganz nette Abwechslung.
 

Donnerstag, 11. Juni 2009

 Der Tag beginnt stressig. Nachdem ich gestern Abend noch eine Telefonkonferenz mit den Niederlanden und Südafrika hatte, erwartet mich heute Morgen eine Flut von E-Mails mit Updates und Anfragen zu einem meiner Projekte. CATS, ein Time-writing-Portal, wurde vor einiger Zeit eingeführt und wird in der Implementierungsphase von mir betreut. Neben einigen formellen Anfragen gilt es hier vor allem, die Prozessabläufe zu standardisieren und den Benutzern bei technischen Schwierigkeiten zur Seite zu stehen.
 
 Nach einigen Meetings, Telefonaten und Gesprächen am Morgen habe ich über Mittag etwas Zeit, mich um die Fertigstellung des Hedging-Projektes zu kümmern. Da die Zeitverschiebung zu den Niederlanden sechs Stunden beträgt, kann ich vor drei Uhr keine Antwort erwarten, was manchmal etwas Geduld erfordert, wenn man auf eine dringende E-Mail wartet.
 
 Am Abend treffe ich mich dann mit einer Kollegin, und wir fahren zusammen zum nahe gelegenen Sportzentrum. Es liegt etwa zehn Minuten Autofahrt von unserem Sitz entfernt und ist, zu meiner Überraschung, mit allem Erdenklichen ausgestattet. Golfabschlagplatz, Beachvolleyballfeld, Schwimmbad, und Fitnesscenter werden rege von Kollegen von T-Systems benutzt, um sich auf den Wettkampf vorzubereiten. Da wir ein wenig früh sind, schließen wir uns dem Tennisteam an und werden auch gleich gefragt, ob wir nicht öfter kommen und auch an dem Turnier teilnehmen wollen. Danach beginnt dann unser Training, wie immer pünktlich eine Stunde zu spät.
 

Freitag, 12. Juni 2009

 Endlich Freitag! Nachdem ich die letzten drei oder vier Wochenenden immer unterwegs war, freue ich mich auf Samstag und auf ein paar ruhige Stunden am Pool. Meine Wohnung ist in einem Hochhaus. Im 33. Stock befinden sich ein kleiner Pool und ein Fitnessstudio, das ich regelmäßig am Wochenende zu nutzen versuche. Zwar bietet auch die Firma ein eigenes Fitnessstudio an, jedoch ist mir das unter der Woche zu stressig.
 
 Der heutige Tag schließt nahtlos an den gestrigen an, und so finde ich meinen Posteingang am Morgen mal wieder völlig überfüllt vor. Die Einführung des Zeiterfassungsprojekts geht langsam in die Endphase und so müssen viele Kleinigkeiten noch erledigt werden. Da heute Freitag ist, haben wir zwei Stunden Mittagspause. Grund dafür ist, dass die muslimischen Männer am Freitag für eine Stunde in die Moschee zum Beten gehen. Meistens nutzen wir die Zeit, um zu Restaurants zu fahren, die etwas außerhalb gelegen sind. T-Systems bietet dabei sogar einen Bus für diejenigen, die nicht mit Auto zur Arbeit kommen. Er fährt uns zu einem nahe gelegenen Shoppingcenter und holt uns später wieder ab.
 
 Am Nachmittag kümmere ich mich um den Antrag für ein Visum und das Finden einer Wohnung für unsere neuen Praktikanten, die wir ab ersten August erwarten. Zusätzlich verfasse ich eine Liste mit "Do's and Dont's", um sie bestmöglich auf den Start in Malaysia vorzubereiten. Nachdem ich die erste Praktikantin hier war, gebe ich meine gesammelte Erfahrung natürlich gerne weiter.

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