Partner von:

Sicher durchs Assessment-Center

Labor, Forschung, Reagenzglas, Promotion [Quelle: freeimages.com, Autor: vierdrie]

Quelle: freeimages.com, vierdrie

Alumna Maria Schmid stand während der Promotion in engem Kontakt zu ihrem Mentor. So wurde sie auf das Trainee-Programm - das Management Start Up - bei Roche aufmerksam. Als das Unternehmen eine Stelle für Naturwissenschaftler ausgeschrieb, bewarb sie sich kurzerhand. Vor der erlösenden Zusage stand aber ein Assessment-Center, das Maria Schmid im zweiten Teil ihres Tagebuchs beschreibt.

Das Management-Start-up-Programm war mir schon lange ein Begriff. Ich kannte es vor allem durch das e-fellows.net-Mentoren-Programm und durch Jobmessen. Es gibt zwei Varianten: Die "Classic"-Variante für Marketing & Sales, Technik oder Logistik und die "Scientist"-Variante für promovierte Naturwissenschaftler. Als Naturwissenschaftlerin fand ich das Scientist-Programm sehr attraktiv, da man zusätzlich zur normalen PostDoc-Stelle die Gelegenheit hat, sich durch verschiedene Seminare im Management und in der Personalführung weiterzubilden. Außerdem kann jeder Trainee im In- oder Ausland Erfahrungen in anderen Fachbereichen sammeln. Roche veranstaltet außerdem regelmäßig Treffen, bei denen man Trainees aus anderen Abteilungen und auch von anderen Standorten kennenlernt.

Die Chance aus dem Talent Pool

 Mitte März 2008 entdeckte ich die Stellenausschreibung von Roche Diagnostics für meine jetzige Position in Penzberg. Ich hatte gerade mit den letzten Versuchen den experimentellen Teil meiner Doktorarbeit abgeschlossen und mit dem Zusammenschreiben der Arbeit begonnen. Ein paar Monate vorher hatte ich mich auf dem Karriere-Portal von Roche, dem Talent Pool registriert. Zum einen fand ich die Stellenbeschreibung für Clinical Trials sehr vielseitig und spannend, zum anderen war die Position im Rahmen der Scientist-Variante ausgeschrieben. Da wusste ich sofort: Auf diese Stelle möchte ich mich unbedingt bewerben - auch wenn ich zu dem Zeitpunkt meine Promotion noch nicht abgeschlossen hatte.
 

Verschnaufpause für die Doktorarbeit

 Die Doktorarbeit musste also die nächsten Tage ruhen und ich machte mich an die Bewerbungsunterlagen. Glücklicherweise hatte ich ein paar Wochen vorher schon einen guten Fotografen besucht um Bewerbungsfotos machen zu lassen. Als ich die Unterlagen fertig hatte und meine Bewerbung auf der Roche-Seite hochgeladen hatte, hieß es dann erst mal auf eine Antwort warten. Eigentlich hatte ich mich auf eine längere Wartezeit eingestellt, aber schon nach 14 Tagen wurde ich zunächst telefonisch und kurz darauf noch per E-Mail zum Assessment Center eingeladen. Das fand drei Wochen später in Penzberg statt.
 

Anspannung vor dem großen Tag

 Ich wusste bereits, dass Bewerber für Trainee-Stellen immer ein Assessment-Center durchlaufen müssen. Auf der einen Seite freute ich mich also sehr, im ersten Schritt des Auswahlverfahrens im engeren Kreis der möglichen Kandidaten zu sein. Auf der anderen Seite wuchs die Anspannung bei dem Gedanken, zwei Tage lang unter ständiger Beobachtung zu stehen und in direkter Konkurrenz mit den anderen Teilnehmern in jeder Minute beurteilt zu werden. In Fachbüchern kann man vieles lesen: Assessment-Center, bei denen die Kandidaten in Stressinterviews getestet und in Situationen wie Postkorb-Übungen unter enormen Zeitdruck gebracht und dabei bewertet werden.
 

Mein Vorsatz: Gelassenheit

 Ich reiste also mit dem Vorsatz zum Assessment-Center, möglichst gelassen an die zwei Tage heranzugehen und einfach zu versuchen, mein Bestes zu geben. Am Veranstaltungsort angekommen, stellte ich fest, dass Roche neben mir fünf weitere Bewerber eingeladen hatte. Außerdem waren Vertreter der Personalabteilung und der betreffenden Fachabteilung anwesend. Diese sieben Personen agierten während des Assessment-Centers bei allen Aufgaben als Beobachter. Sie führten die Interviews und notierten ihre Beurteilungen zu jedem Beobachter.
 

Lockerer Start

 Der Nachmittag wurde mit einer lockeren Vorstellungsrunde eröffnet, auch wenn keiner von uns Bewerbern seine Anspannung dabei ganz verstecken konnte. Zunächst durften wir uns aber noch ausruhen, denn zuerst stellte Roche seine Geschichte, die Standorte und Geschäftsbereiche und vor allem den Standort Penzberg vor. Dann wurde es spannend, denn der Leiter der Fachabteilung erklärte, dass die Abteilung definitiv zwei Stellen in diesem Assessment-Center zu vergeben hätte. Auch stellte er die Arbeit und Aufgabe in der Abteilung und die beiden Projekte vor, an denen die zwei ausgewählten Trainees letztendlich arbeiten würden.
 

Erste Aufgabe: der Fachvortrag

 Danach waren wir Bewerber in den Fachvorträgen zum ersten Mal gefragt. Schon im Vorfeld hatten wir einen kurzen Vortrag über unser Promotionsthema vorbereitet. Diesen Teil fand ich persönlich überhaupt nicht schlimm, da man es ja aus der Doktorarbeit schon gewohnt ist, bei Seminaren und Meetings sein Projekt zu präsentieren. Die Zeit bei meinem Vortrag verging dann auch wie im Flug, und es machte sogar Spaß, beim Diskussionsteil auf die Fragen der anderen einzugehen. Der erste Nachmittag verlief zum "Aufwärmen" also sehr angenehm, der zweite Tag sollte um einiges anstrengender werden, wie sich später herausstellte.
 

Gelöste Stimmung beim Abendessen

 Als Abschluss des ersten Tages besuchten wir gemeinsam ein Restaurant in Penzberg. Die Stimmung war erstaunlich locker und gelöst. Die Veranstalter nutzten das Essen, um uns Bewerber besser persönlich kennenlernen zu können. Das gab auch uns Bewerbern die Gelegenheit, unsere künftigen Kollegen und Vorgesetzten zu beschnuppern und mehr über die Arbeit in der Abteilung zu erfahren. Schließlich ist es für Bewerber ja auch wichtig herauszufinden, ob man sich eine Arbeit in der jeweiligen Abteilung überhaupt vorstellen kann.
 

Tag zwei startet mit den Interviews

 Am Morgen des zweiten AC-Tages ging es gleich "in medias res": nach einem kurzen Ausblick auf den Tagesablauf standen die Einzelinterviews auf dem Programm. Im Gespräch mit der Personalreferentin verging die Zeit wie im Flug. Die Atmosphäre war sehr angenehm, auch wenn mir teils überraschende Fragen zum Lebenslauf gestellt wurden. Auch das Interview mit Vertretern der Fachabteilung verlief sehr positiv und locker, obwohl sie mir darin "auf den Zahn fühlten". Es ging darum, festzustellen, ob man den Herausforderungen der Position auch gewachsen ist. Ziemlich überraschend für mich war, dass ich schon am Ende des Fachgespräches eine Präferenz für eine der beiden Positionen abgeben musste – und das zu einem Zeitpunkt, an dem ich gerne noch mehr Details über das jeweilige Projekt erfahren hätte.
 

Nur eine kurze Verschnaufpause

 Nach einer kurzen Pause ging es gleich weiter mit der Gruppendiskussion. Wir hatten alle vorher etwas Zeit, uns auf die Aufgabe vorzubereiten. Sie passte thematisch zu unserem künftigen Arbeitsfeld. Vor den Augen der Beobachter mussten wir schließlich gemeinsam die Fragen diskutieren und die erarbeiteten Ergebnisse am Ende präsentieren. Die Herausforderung war, in kurzer Zeit gemeinsam zu guten Lösungen zu kommen, sich selbst fachlich einzubringen und zu überzeugen. Gleichzeitig musste man aber auch darauf achten, zum Beispiel zurückhaltende Teilnehmer einzubinden.
 

Krönender Abschluss: den Mitarbeiter motivieren

 Wie morgens von den Organisatoren angekündigt, war das von uns allen gefürchtete Rollenspiel der "krönende" Abschluss des Tages. Keine schöne Vorstellung, vor den sieben Beobachtern ein schwieriges Mitarbeiter-Motivationsgespräch führen zu müssen. In der Tat erwies sich der extra für uns aus der Fachabteilung rekrutierte Gegenspieler bei dieser Aufgabe als "harter Brocken". Es war nicht gerade ein Kinderspiel, ihn in der vorgegebenen Zeit von seiner Blockade-Haltung abzubringen.
 

Entscheidung noch am gleichen Tag

 Nach dieser letzten Aufgabe waren wir alle ziemlich geschafft, aber sehr erleichtert, dass der offizielle Teil des Assessment-Centers nun vorbei war. Da die Roche-Vertreter uns zum Glück noch am gleichen Tag ihre Entscheidung mitteilen wollten, wurde uns eine mehrtägige Wartezeit erspart. Allerdings wuchs die Anspannung dann auch von Minute zu Minute, bis uns die Beobachter die Entscheidung in Einzelgesprächen mitgeteilten. Obwohl ich nach den Anstrengungen des zweiten Tages eigentlich todmüde war – die Zusage musste am Ende natürlich noch gefeiert werden.

nach oben

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.