Partner von:

Eiskalt und blutig - der Alltag eines Steakholders

Wurstfachverkäuferin, Daniel Ganter [Quelle:e-fellows.net]

Wurstfachverkäuferin, Daniel Ganter [Quelle:e-fellows.net]

'Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie!' - das wusste schon Bismarck. e-fellow Daniel schnuppert seit einigen Monaten in die Geheimnisse des Wurstfachs hinein. Dabei geht es nicht nur um Saumagen, sondern auch um Schweinezyklen und Speckulationsgeschäfte. Gut, dass wir nicht wissen, was alles in seinem Presssack landet.

Montag, 1. April 2011
 In der Metzgerei Swollefe tickt die Zeit anders als im Hörsaal: Seit 5 Uhr bin ich auf den Beinen, kehre Hof und Straße und fülle Leberbrät in Kunstdärme. Heute wird es Woschtsupp und frische Blutwurst geben. Die Reste, die ich letzte Woche im Lager zusammengefegt habe, verarbeite ich zu Fleischwurst. Das nennt man effektives Ressourcen-Management. Ein bisschen kommt auch in den Presssack - das gibt ihm die richtige Würze.
 
 Es ist wirklich toll, wie früh ich hier Verantwortung übernehmen kann und welch kreativen Freiraum mir der Chef gewährt. Presssack darf man nämlich normalerweise erst im zweiten Lehrjahr machen. Überhaupt gefällt mir die Unternehmensphilosophie der Metzgerei Swollefe: So haben wir kein starres Produktportfolio, sondern orientieren uns im Angebot an saisonalen Begebenheiten und setzen neue Ideen um, die unseren Kunden schmecken könnten.
 

Dienstag, 1. April 2011
 Heute verbringe ich den Tag in Belgien im Schlachthaus, von dem wir unser Rindfleisch beziehen. Der CEO (Chief of Execution) verrät mir sein Geheimnis für die perfekte Oxley-Schwanzsuppe. Ich kriege wirklich täglich die besten Insider-Infos mit und kann tolle internationale Kontakte knüpfen. Leider ist mir über seine Visitenkarte ein wenig Rinderhack getropft - aber das kann ja mal passieren in diesem Business.
 
 Am Nachmittag haben wir in Brüssel ein wichtiges Beefing zu den neuesten EU-Hygiene-Standards in Metzgereiverkaufsräumen. Meine Art, Fleischwurst herzustellen, muss ich wohl noch mal überdenken. Abschließend diskutieren wir über die Bedeutungsverschiebung des Steakholder Values vor dem Hintergrund speckulativer Futterpreise und einem drohenden Schweinezyklus.

Mittwoch, 1. April 2011
 Mittwochvormittags steht Berufsschule auf dem Programm. In Metthematik beschäftigen wir uns heute mit den Maßeinheiten Pfund und Achtel. Beim Sport spielen wir mein Lieblingsspiel: Landjäger. Bommel, mein Azubi-Kollege hat heute Geburtstag: In der großen Pause schmeißt er eine Runde Leberwurstbrote aus eigener Herstellung.
 
 Der Zusammenhalt in unserem Jahrgang ist einfach toll - Soft Skills werden an unserer Schule auch groß geschrieben. Interkulturelle Fähigkeiten erwerben wir zum Beispiel durch den Schüleraustausch. Derzeit haben wir Besuch von ein paar Wienern, Lyonern und Frankfurtern. Das fördert nicht nur die Sprachkenntnisse, sondern erhöht auch unsere Offenheit gegenüber anderen Geschmäckern und neuen Rezepten. Eine gute saucisson aux herbes d'Aix-en-Provence bekomme ich nun schon mit verbundenen Augen hin.
 
 Ich kann jedem wirklich nur eine Ausbildung zur Wurstfachverkäuferin empfehlen. Die Aufgaben sind vielfältig, die Lernkurve steil und die Kollegen wirklich eine Wucht. Nach Feierabend gehen wir auch gerne zusammen feiern - heute werden wir einen drauf machen und uns einen großen Salat mit Tofuwürfeln an Dilljus schmecken lassen.

nach oben

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.