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Eine Soirée in Paris

Triumphbogen Paris (Quelle: pixelio.de/Rolf Friedrich)

Triumphbogen Paris (Quelle: pixelio.de/Rolf Friedrich)

Wo ich mein Praktikum gemacht habe
 An der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer in Paris.
 

Was meine Aufgabe war
 Praktikant in der Abteilung Recht und Steuern.
 

Zeit und Dauer
 Drei Monate im Frühjahr/Sommer 2007.
 

Wie ich an das Praktikum gekommen bin und welche Vorkenntnisse ich mitbrachte
 Eine Kommilitonin erzählte von ihrem Praktikum an einer Außenhandelskammer und auf meiner anschließenden Suche fand ich eine passende Stellenausschreibung im Internet. Zuvor hatte ich ein Jahr in Frankreich studiert. Eine derartige Vorbereitung auf das Praktikum ist zwar nicht nötig, sprachlich hilft es aber natürlich ungemein.
 

Was ist eigentlich eine Außenhandelskammer?
 Die Außenhandelskammern ähneln ihren deutschen Schwestern nur dem Namen nach, denn es gibt keinen Zwangsmitglied- schaften. Folglich müssen sie sich durch Beiträge der freiwilligen Mitglieder und durch Dienstleistungen selbst finanzieren. Damit unterliegen sie marktwirtschaftlichen Zwängen. Trotzdem sind sie als Vereine, also ohne Gewinnerzielungsabsicht, organisiert und auch der DIHK hat Mitspracherechte, was einen Zwitter aus Nichtgewinnerzielungsabsicht und Finanzierungszwang entstehen lässt.
 

Die Abteilung Recht und Steuern in Paris
 Die Außenhandelskammer Paris hat aktuell etwa 40 Beschäftigte und verfügt über ein Verbindungsbüro in Berlin. Sie ist in den Bereichen Messeservices, Marketing, Ausbildung, Umweltservice sowie Recht und Steuern tätig. Die Amtssprache in der Kammer ist bis auf wenige Ausnahmen Deutsch. Die Abteilung Recht und Steuern verfügt über fünf fest angestellte Mitarbeiter und je nach Bedarf und Bewerbungslage bis zu vier Praktikanten. Sie ist insbesondere als Fiskalvertreter für die umsatzsteuerliche Veranlagung, im Bereich der Mehrwertsteuerrückerstattung, bei Gesellschaftsgründungen, Inkassoangelegenheiten, arbeits- und vertragsrechtlichen Fragen, im Bereich der Schiedsgerichtsbarkeit sowie der Beantwortung allgemeiner Rechtsfragen tätig. Auch trägt sie mit eigenen Artikeln zu den Publikationen der AHK bei.
 

Mitten drin im Tagesgeschäft
 Der Satz "war in vollem Umfang in das Tagesgeschäft der Abteilung integriert" auf dem Praktikumszeugnis ist hier keine Floskel sondern Realität. Ich habe mich dabei vor allem mit dem Umsatzsteuerrecht beschäftigt, also den Kunden Angebote unterbreitet, eine französische Umsatzsteuernummern beim Finanzamt beantragt, die Umsatzsteuererklärungen erstellt, eventuelle Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Behörde eingelegt, die Mandanten informiert oder Unklarheiten über die genauen Abläufe und steuerlichen Folgen telefonisch oder schriftlich bereinigt. Ich hatte die Möglichkeit, mich meinen Neigungen entsprechend zu spezialisieren. Dennoch bleibt es den Praktikanten jederzeit freigestellt, um einen Aufgabenbereich zu bitten und so breite Einblicke zu erhalten.
 

Beaucoup en français
 Folglich kam trotz der oben beschriebenen Arbeitssprache Deutsch die Verbesserung meiner Französischkenntnisse nicht zu kurz, zumal ich hier in der Praxis mit vielen Abläufen und Begriffen konfrontiert wurde, die im Studium, auch in Frankreich, nicht oder selten vorkommen. Wie bereits beschrieben ist die Abteilung reich mit Arbeit gesegnet und so bearbeitete ich auch Vorgänge zur Umsatzsteuerrückerstattung oder Inkassoakten. Ich schrieb also an Gerichte und Gerichtsvollzieher, meldet Forderungen an und hielt die Mandanten auf dem Laufenden. All das auf Französisch.
 

Ein Allround-Job
 Es stellten sich aber auch Fragen wie: "Was ist eigentlich bei der Veröffentlichung unseres neuen Ratgebers zu beachten?", "Wie sichere ich das Werkzeugeigentum eines Klienten bei Insolvenz seines besitzenden Subunternehmers?" und "Welche verschiedenen Formen sind bei der Entsendung von Vertretern ins Ausland möglich und welche Variante ist für unseren Mandanten die günstigste?". Nebenbei ist natürlich immer eine Übersetzung anzufertigen, ein Broschürentext zu redigieren, die neue Kammersatzung rechtlich und sprachlich zu prüfen, ein Vortrag zu erstellen und zu halten, die Hauptversammlung oder andere Empfänge vor- oder nachzubereiten oder an Ausschusssitzungen und Vorträgen teilzunehmen.
 

Als Kollegen zwei Französinnen
 Die Abteilung ist, wie oben beschrieben von überschaubarer Größe, sodass ein sehr kollegiales und persönliches Arbeitsklima herrscht. Zu diesem trug bei mir auch wesentlich die Zahl der Praktikanten und deren Zusammensetzung (zwei Deutsche, zwei Französinnen) bei, so dass sprachliche Probleme schnell und unkompliziert behoben werden konnten und das angenehme Betriebsklima bis nach Feierabend andauerte. Bei fachlichen Fragen und Erklärungsbedarf standen die Mitarbeiter fast immer als Ansprechpartner bereit, allerdings wurde Eigenengagement gefordert.
 

Highlights und Empfehlungen für andere
 Highlights des Praktikums waren für mich fachlich die Beschäftigung mit einer Vielzahl verschiedenster Rechtsbereiche sowie als Erfahrungswert die Empfänge und Soirées auf die meine Vorgesetzten mich mitnahmen. So kann ich behaupten, einen wirklichen Einblick in ihren Arbeitsalltag erhalten zu haben.

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