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Eis oder Espresso? Arbeiten an der Deutschen Botschaft in Rom

Petersplatz in Rom

Petersplatz in Rom

Für mein Praktikum an einer Botschaft waren zwei Überlegungen maßgebend: Erstens erhoffte ich mir, einen Einblick in die diplomatische Tätigkeit zu bekommen. Zweitens erfüllte ich damit das im Jurastudium notwendige Verwaltungspraktikum. Daher freute ich mich sehr über die Zusage - besonders aber, weil sie von der Deutschen Botschaft in Rom stammte.
 

Altbau-Botschaft
 Die Organisation der Unterkunft stellte sich anfangs etwas schwierig dar. Allerdings half die Vertretung mit einer Vielzahl von E-Mail Adressen und Homepages aus, über die ich schnell ein Zimmer fand. Gerade im Zentrum von Rom sind die Mietpreise aber leider recht hoch. Am ersten Arbeitstag war ich vom Botschaftsgebäude positiv überrascht. Im Gegensatz zu vielen anderen Auslandsvertretungen, die der Ästhetik der 60-er Jahre folgen, ist die römische Botschaft ein schöner Altbau. Da das gesamte Gebäude vor kurzer Zeit restauriert wurde, bot auch das Innere mit großzügigen Büros, Marmortreppen, Stuckdecken und Springbrunnen sehr viel.
 

Glück gehabt: ein tolles Team
 Der Kanzler der Botschaft ordnete mich dem Kulturreferat zu. Die Arbeitszeiten in der Botschaft waren Montag bis Donnerstag 8 bis 17 Uhr und Freitag von 8 bis 14 Uhr. Mit dem dortigen Team hatte ich viel Glück. Besonders die Gespräche über die früheren Einsatzländer meiner Chefs – im Auswärtigen Dienst muss man die Bereitschaft mitbringen, alle drei bis vier Jahre den Aufenthaltsort zu wechseln - waren sehr informativ. Ihr Einsatzbereich erstreckte sich von Weißrussland über Tansania bis nach Brasilien.
 

Keine Cocktail-Diplomatie
 Die in vielen Filmen geprägte Vorstellung über ständige Cocktailpartys, auf denen in schicker Garderobe die eigentliche Diplomatie gepflegt wird, bewahrheitete sich jedoch (leider) nicht. Je entwickelter das Land, desto weniger finden auf informeller Ebene Verhandlungen statt.
 

Deutsch-italienische Kulturbeziehungen
 Mein Tätigkeitsfeld waren zunächst die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen. Das Spektrum reichte von interkulturellen Veranstaltungen, über die universitäre Zusammenarbeit bis zur Förderung gemeinsamer Forschungsinteressen. Im Verlauf des Praktikums bekam ich dann auch mehr Aufgaben zugewiesen, die meinem Studiengebiet entsprechen. In dieser Hinsicht beschäftigte ich mich mit Fragen des Europarechts sowie des italienischen Immobilarsachenrechts.
 

Eis oder Espresso?
Nach der Arbeit und am Wochenende kann man zwischen der Vielfalt der kulturellen Angebote, dem Dösen in einem der zahlreichen Parks oder der Eis- und Espressokultur der Stadt wählen - keine einfache Entscheidung. Die Lebenshaltung in Rom entspricht etwa derjenigen in Frankfurt. Lebensmittelketten finden sich jedoch nur an den Randgebieten der Stadt. Im Zentrum gibt's nur recht teure Einzelhandelsläden. Besonders die typisch italienischen Speisen wie Pasta, Pizza Eis und Espresso sind im Vergleich zu Deutschland überall sehr günstig. Auch das Nachtleben ist in Rom ausgeprägt. Neben einigen Discos, vor allem in Testaccio, gibt es in den verwinkelten Strassen viele gemütliche Bars und Restaurants.
 

Botschafts-Alltag beschnuppern
Alles in allem war das Praktikum sehr interessant. Fachlich lernt man zwar nicht allzu viel. Allerdings bietet die Botschaft für Juristen mit der Abteilung Rechts- und Konsularwesen ein spezifischeres Referat. Dafür bekommt man aber einen guten Einblick in den Alltag an der Botschaft. In Gesprächen mit den dort Tätigen lernte ich auch die Arbeit in anderen Auslandsvertretungen kennen. Jedem, der Interesse am Auswärtigen Dienst und am Reisen hat, kann ich es daher empfehlen.
 
Nähere Informationen zur Bewerbung gibt es auf der Seite des Auswärtigen Amtes.

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