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Porträt eines Praktikanten-Tages

Starbucks, KPMG, Praktikum, New York, Quelle: sxc.hu, Autor: emsago

Starbucks, KPMG, Praktikum, New York, Quelle: sxc.hu, Autor: emsago

Teil 2: Jeden Morgen um 7 Uhr klingelt bei Brenda der Wecker. Auch wenn sie zu Fuß gehen könnte, hofft sie, mit der Subway schneller zu sein. Das klappt meist nicht, und sie wird von den Menschenmassen zu ihrem Arbeitstag geschoben. Und zu einem Vortrag über 'Fair-Value-Bilanzierung'.

 Ein Tag in meinem Praktikm - der 26. Mai 2009:

 

7.00 Uhr: Der Wecker klingelt und reißt mich wie jeden Morgen mit "Hey there, Delilah" von den Plain White T's aus dem Schlaf. Der Song erinnert mich sehr an meinen Freund. "What's it like in New York City? I'm a thousand miles away."
 

7.10 Uhr: Der Wecker klingelt erneut. Ich muss endlich aufstehen, sonst wird es knapp mit der Zeit, denn ich kann mich mit Sicherheit mal wieder nicht entscheiden, was ich anziehen soll.
 

7.55 Uhr: Ging schneller als erwartet: Ich habe mich für eine neue Hose und Bluse von meinem Shopping-Trip am Wochenende entschieden, da es heute regnen soll - obwohl man dem New Yorker Wetterbericht eigentlich nicht trauen kann.
 

8.00 Uhr: Ich gehe runter zum Dining Room. Falls ich es noch nicht erwähnt haben sollte: Ich wohne in so einer Art Wohnheim, wo Frühstück und Abendessen inklusive sind. Ich verputze noch halb schläfrig meinen Toast mit Rührei, das Zimtbrötchen hebe ich mir für heute Nachmittag auf.
 

8.30 Uhr: Zur Arbeit ist es eigentlich nicht weit. Trotzdem nehme ich die Subway in der Hoffnung, dass es schneller geht. Doch bereue ich meine Entscheidung jeden Tag aufs Neue: In der morgendlichen Rush-Hour schieben sich Menschenmassen in viel zu volle Züge, und ich muss aufpassen, dass ich nicht umgerannt werde. An der Grand Central Station spuckt der Zug seine Passagiere wieder aus, und ich werde vom Menschenstrom mitgetrieben. Keine Chance zum Überholen oder Stehenbleiben. Die - hier ohnehin schon sehr schwüle - Luft steht. Wie das wohl im Sommer wird?
 

9.00 Uhr: Ich bin endlich beim Mandanten angekommen. Die Klimaanlage läuft. Ich fahre meinen Computer hoch und mache mir meinen Lieblingstee. Danach beginne ich, meine E-Mails zu lesen. Wegen des Memorial-Nationalfeiertags hatten eigentlich alle KPMG-Mitarbeiter ein verlängertes Wochenende. Trotzdem bin ich überrascht, wie viele E-Mails ich innerhalb der vier Tage erhalten habe. Also mache ich mich an die "Postkorb-Übung". Danach arbeite ich weiter an meiner To-Do-Liste, die ich vom Prüfungsleiter erhalten habe.
 

12.30 Uhr: Lunch! Das ist für mich an den meisten Tagen sogar fast ein wenig stressig, da ich immer versuche, mit dem Essenstempo der großen, starken, männlichen und hungrigen Arbeitskollegen mitzuhalten. Meistens vergebens.
 

13.30 Uhr: Mein obligatorischer Starbucks Grande Latte - ich bin selig. Jetzt kann kommen, was will.
 

14.00 Uhr: Als hätte mein Chef es geahnt: "Brenda, könntest Du mir helfen?" "Sure!", sage ich und lege meine To-Do-Liste beiseite. Das ist eigentlich sehr typisch für das Arbeiten hier: Es kommt immer wieder etwas Neues auf, das dann oberste Priorität hat.
 

17.45 Uhr: Oh, ich muss los! Ich habe mich für heute zu einem Fachvortrag von KPMG angemeldet über "Bilanzieren zu aktuellen Marktwerten" nach US GAAP; das ist die meist verbreitete Rechnungslegungsmethode in den USA. Den Vortrag möchte ich nicht verpassen. Schnell schalte ich meinen Laptop aus. Einige Minuten später sitze ich auch schon in der Bahn zum KPMG-Büro, wo der Vortrag stattfindet. Dort ist ein kleines Buffet aufgebaut - sehr lecker. Der Vortrag ging nur knapp zwei Stunden, hat mir aber viele Denkanstöße gegeben. Vielleicht bekomme ich ja in meiner Diplomarbeit Gelegenheit, auf den Zeitwert einzugehen. Das würde mich schon sehr interessieren.
 

21.30 Uhr: Zu Hause! Es muss im Lauf des Abends tatsächlich kurz geregnet haben, die Straßen waren leicht feucht. Sollte man dem Wetterbericht etwa doch Glauben schenken? Ich bin zu müde, um darüber nachzudenken. Ich werde mir wohl nur noch eine ausgedehnte Dusche gönnen.
 

23.30 Uhr: Schlaf! Macht's gut, und bis bald, wenn ihr mögt!

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